Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Im Grunde ZWEI Probleme

Lars, Monday, 07.07.2003, 20:10 (vor 8248 Tagen) @ Links

Als Antwort auf: Re: Politiker wollen DNS-Analuyse massiv ausweiten von Links am 05. Juli 2003 22:46:32:

hier vielleicht?
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http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/28.09.2002/236356.asp
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http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2002/0928/lokales/009...
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in einem anderen forum stand noch (allerdings ohne quellenangabe & nicht meine rechtschreibfehler):
so hat man nach einer kindstötung in einer stadt eien massengentest an frauen (noch freiwillig) durchgeführt...
mehere weigerten sich
also aorndete die staatsanwaltschaft den test zwangsweise (als verdächtige!) an
(in 2 instanz für nichtig erklärt)
wenn die frauen die sich weigern als verdächtige gelten, dann galten alle frauen als verdechtige bis der gen-test ihre unschuld beweisen hat...
und nun kommt noch der zusätzliche skandal, die Staatsanwaltschaft hat nämlich nur unverheiratete frauen zu dem test aufgefordert...obwohl es keinen beweis dafür gab das die täterin unverheiretet...
wenn ich auf meinen gesetzlichen rechten bestehe und dann das falsche geschlecht habe, dann bin ich jeden verbrechens verdächtig?
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das eigentliche problem ist, daß dadurch das prinzip "unschuldig bis ..." verändert wird; ermittlungen werden nicht mehr durchgeführt, wenn es verdachtsmomente gibt, sondern "präventiv"
bestimmt erziehlt man damit resultate und klärt in zukunft mehr als doppelt so viele verbrechen auf
der preis ist, daß wir alle erfasste nummern im system sind, bis ins intimste protokolliert und polizeibürokratisch verwaltet
wird sich dann noch jemand daran stören?

Der Trick geht so: Man plädiert nicht für die Totalüberwachung der Bevölkerung - die wäre namlich kaum mehrheitsfähig! -, sondern betrachtet immer nur den einzelnen Kriminalfall und fragt: "Bist Du nicht auch dafür, daß alles getan wird, um den Mörder der kleinen X zu finden?" Da sagt dann natürlich jeder ja. Daß diese Argumentation in der Summe der Fälle und in letzter Konsequenz auf die Totalüberwachung der Bevölkerung hinausläuft, naja, das braucht man den Leuten ja nicht so deutlich sagen.
Aber letztenendes ist es so: Würden wir nicht alle am "sichersten" leben, wenn in jeder Wohnung und in jedem Schlafzimmer nicht ausschaltbare Kameras installiert wären?

Das ist der EINE Aspekt, der Sichheitsfanatismus um jeden Preis, der Übergang von Verdachtsermittlung zu Beweislastumkehr und Präventiv-ermittlung, bzw. der allgemeine Bürgerrechtsaspekt, aus dem heraus die DNA-Geschichte abzulehnen ist. Diese Problematik gäbe es wohlbemerkt auch ohne die Feministinnen.

Der ANDERE Aspekt ist dann aber der, daß Feministinnen dieses neue, hinter die Aufklärung zurückfallende Prinzip der Generalverdächtigung und Präventivermittlung NUR SELEKTIV anwenden wollen, nämlich auf Männer. Dieser Aspekt ist dann der der Männerdiskriminierung.

Männerbewegungsmäßig stellt sich also die Frage, ob man die DNA-Sache nur aus dem letztgenannten Grund ablehnt (dann müße man genauer eigentlich vielmehr die AUSWEITUNG von DNA-Test auf die gesamte Bevölkerung zwecks Spurensicherung bei allen möglichen Verbrechen fordern!) oder ob man es auch aus allgemeinen Bürgerrechts- und Datenschutzgesichtspunkten ablehnt (dann müßte man freilich auch andere in den letzten Jahren eingerissene Praktiken kritisieren).

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Zu den Feministinnen noch mal: Ich frage mich, ob die Frauen bei den Grünen da nicht in einen Gewissenskonlikt kommen. Einerseits haben sie sich traditionell den Feminismus auf die Fahnen geschrieben, andererseits aber auch Datenschutz und Bürgerrechte.

(bei DNA ist der Terminus glaube ich "bio-informationelles Selbstbestimmungsrecht")


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