Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Gleichberechtigung treibt immer seltsamere Blüten

Joseph S, Tuesday, 01.07.2003, 01:38 (vor 8255 Tagen) @ terVara

Als Antwort auf: Gleichberechtigung treibt immer seltsamere Blüten von terVara am 29. Juni 2003 13:54:09:

Hallo,

die Eu-Kommision in Brüssel brütet wieder mal was Neues aus, um weitere Benachteiligungen der Frauen zu beseitigen.
Es ist ein Papier in Arbeit, wonach die Ungleichheit von Versicherungsbeiträgen von Frauen und Männern beendet werden soll. Die betrifft z.B. Lebensversicherungen

Benachteiligung von Frauen bei Lebensversicherern ?
Lebensversicherungen sind doch für Frauen billiger, weil sie eine höhere Lebenserwartung haben.

Und dafür gibt auch triftige Gründe, warum das so sein muß.

Ja, und deshalb sollte man es so lassen.

Frauen haben das Schwangerschaftsrisiko

Das ist allerdings für Frauen über 40 uninteressant, weil da die Geburten sehr selten werden.
Aber auch da sind die Krankenversicherungen für Frauen teurer.

Frauen haben eine deutlich längere Lebenserwartung und verursachen daher unter anderem auch höhere Kosten im Leistungsfall.

Der Satz ist nicht logisch. Ist das falsch abgetippt, oder behaupten die wirklich diesen Blödsinn ?

Fakt ist, daß in den privaten Krankenversicherungen die Frauen bis zu einem gewissen Alter,
das ich nicht genau kenne, das aber deutlich über dem Ende der Gebärzeit liegt, höhere
Krankheitskosten verursachen als gleichalte Männer.
Zusätzlich leben sie länger im hohen Alter, und in diesem Alter wird der Hauptteil der Gesundheitskosten
verursacht.
Interessant wäre, ob es überhaupt ein Alter gäbe, in dem Frauen weniger Gesundheitskosten
verursachen, wenn man das Alter in Jahren bis zum Tod messen würde.

Wenn aus Brüssel tatsächlich ein entsprechendes Gesetz kommt, so gibt es zwei gangbare Möglichkeiten, wie die Versicherer es umsetzen...
Die Prämien von versicherten Männern werden auf das Niveau des Frauentarifes angehoben
Die Frauen- und Männertarife werden auf einen statistischen Mittelwert berechnet, was bedeutet, der Männertarif wird erhöht, der Frauentarif wird gesenkt

Diese beiden Möglichkeiten kommen auf das gleiche raus, denn was sollen die Versicherungen mit
dem Geld, das sie bei den Männern mehr einnehmen, anderes machen als ihre Konkurenzfähigkeit
stärken, indem sie allgemein die Prämien senken.

Eine weitere Folge wäre, daß die Versicherungen alles mögliche tun würden, um irgendwie nur
Männer zu versichern, also faktisch Frauen auszugrenzen, den diese verdeben dann das Geschäft.
Private Krankenversicherer können Kunden ablehnen.
Das könnte durch einen unternehmensübergreifenden Risikoausgleich zwischen Unternehmen mit
hohem Frauenanteil und Unternehmen mit niederem Frauenanteil aufgefangen werden. Das aber
funktioniert bei den gesetzlichen Krankenkassen schon schlecht, und wird bei den privaten
ganz, anhand der dort herrschenden Unterschiede im Leistungsspektrum undenkbar. Das wäre
lediglich dann durchführbar, wenn man eine private Einheitsversicherung mit einheitlichen
Leistungen schaffen würde, was die Umwandlung der privaten Krankenvericherung in eine
Krankenkasse bedeuten würde.
In der privaten Pflegeplichtversicherung wird dieser Geschlechtsausgleich übrigens schon
gemacht. Wenn Ihr man die Gelegenheit dazu habt, könnt Ihr mal einen Versicherungsmathematiker
fragen, was er von der Kalkulation der privaten Pflegeplichtversicherung hält.

In der EU hat man ja viel Erfahrung im undurchsichtigen Verschieben von Geld zugunsten von
Lobbyisten. Vielleicht fällt denen tatsächlich eine Möglichkeit ein, das zu realisieren, und
nebenbei auch noch Arbeitsplätze für nutzlose Bürokraten zu schaffen.

Männer dürfen also künftig für die höheren Kosten und Risiken aufkommen, die nachweislich von den Frauen verursacht werden...

Bei den gesetzlichen Krankenkassen ist das zwar mangels Datenauswertung nicht nachgewiesen,
daß die Frauen auch dort mehr kosten, aber warum sollte das dort anders sein.

Übrigens können die privat krankenversicherten Frauen die Ungleichheit bei den Prämien auf
einfache Weise zu ihren Gunsten ändern, indem sie lediglich weniger zum Arzt gehen, weniger Medikamente
besorgen ... .

Gruß
Joseph


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