Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Beschwerde beim Deutschen Presserat

Nick, Friday, 20.06.2003, 11:03 (vor 8265 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: überzogene Männerfeindlichkeit geht nach hinten los von Arne Hoffmann am 19. Juni 2003 18:44:17:

Folgende Beschwerde an den Deutschen Presserat geht heute raus:

An den
Deutschen Presserat
Postfach 7160
53071 Bonn

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich lege Beschwerde ein gegen den beiliegenden Zeitschriftenartikel!

Titel des Artikels: "Warum Mütter die allerbesten Väter sind"
Name und Seite des Publikationsorgans: Zeitschrift "GLAMOUR", Ausgabe 14/03, Seite 30
Erscheinungsdatum: 07.06.2003

Ziffern des Pressekodex, auf die Bezug genommen wird:
Ziffer 1: Wahrung der Menschenwürde
Ziffer 11: Unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalität / Jugendschutz
Ziffer 12: Niemand darf wegen seines Geschlechts oder seiner Zugehörigkeit zu einer ... sozialen Gruppe diskriminiert werden.

Ziffer 1: Verletzung der Menschenwürde:
Der in Rede stehende Artikel in der Kolumne von Frau Petra Mikutta verletzt in eklatanter Weise die Menschenwürde von geschiedenen Vätern, die heutzutage leider in nicht geringer Zahl eben solche entwürdigenden Traumatisierungen durchleiden müssen, wie sie die Autorin höhnisch darstellt, wenn sie den ihnen zustehenden, gerichtlich zugesprochenen Umgang mit ihren eigenen, bei ihrer geschiedenen Frau lebenden Kindern wahrnehmen wollen.
Der Artikel verletzt darüber hinaus die Menschenwürde der Kinder dieser Väter, die von ihren Müttern bewußt dem leiblichen Vater entfremdet werden und somit des Rechts auf beide Eltern beraubt werden. Petra Mikutta stellt gewissermaßen "leichtverständlich dar, wie man das macht".
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, auf das Bezug genommen wird, behandelte zwei solche Fälle von PAS (Parental Alienation Syndrom). Es gab zwei Vätern in letzter Instanz endlich recht, nachdem sie sich jahrelang verzweifelt, aber erfolglos, um Umgang mit ihren Kindern bemüht hatten. In beiden Fällen hatte die jeweilige Kindsmutter und geschiedene Ehefrau mit allen erdenklichen Mitteln, die allesamt größte Ähnlichkeit mit den von der Autorin wollüstig angepriesenen Methoden aufweisen, den Kontakt der gemeinsamen Kinder mit ihrem Vater konsequent und über viele Jahre hinweg hintertrieben und verhindert.
Sie nennt es ja selbst mit voller Überzeugung und ganz zurecht "einen Blick auf die Wirklichkeit" und gibt damit zynisch zu Erkennen, wie sehr sie dieses grausame Vorgehen gutheißt, es vollauf billigt und sogar allgemein anempfiehlt. Sie stellt sich öffentlich auf die Seite der verurteilten Täterinnen und heißt deren schändliches Tun ausdrücklich gut. Mehr noch: sie prahlt höhnend damit, daß dieses kriminelle Treiben nicht einmal bei Vorliegen höchstrichterlicher Entscheidungen aufgegeben werden braucht.
Die unaussprechlichen Leiden hingegen, die ein Vater in solch furchtbarer Lage über viele Jahre hinweg erdulden muß, der ja das Aufwachsen seiner eigenen Kinder nicht miterleben darf, der wegen des Sadismus der Ex-Ehefrau nicht Vater seiner eigenen Kinder sein darf, der also von den Menschen, die er wohl am tiefsten und innigsten liebt auf der ganzen Welt, rechtswidrig und über viele, viele Jahre hinweg willkürlich ferngehalten wird, wird gewiß von jedem mitfühlenden Menschen nachempfunden werden und muß einhellig auf tiefste Empörung und Mißbilligung stoßen. Ganz zu schweigen von dem irreparablen Schaden, der in den Seelen der betroffenen Kinder angerichtet wird!
Statt dessen werden diese Väter samt ihren Angehörigen (v.a. die "Omas und Opas") in ihrem Leid von der Autorin mit unfaßbarem Sadismus verhöhnt als Trottel, die "vor Gericht immer verlieren, selbst wenn sie gewinnen"; die, falls "sie" das Söhnchen "nicht geben will(!)", gefälligst "heimgehen und das Sofa verdreschen sollen"! Die, wenn das Töchterchen "ausgerechnet"(!) vor der Ferienreise "immer"(!) krank ist, sich dieser intriganten Willkür klaglos fügen und statt dessen "nette Ansichtskarten schreiben" mögen. Die, wenn "die Mutter" die Post "einfach verschwinden läßt"(!), sich doch "das Porto sparen" und sich statt dessen "eine Bohrmaschine oder einen Fußball kaufen", ALLES kaufen mögen, nicht jedoch einen Anwalt, um zu ihrem (und ihrer Kinder!) Recht zu kommen. Denn "sie verlieren ja immer", selbst wenn sie "vor Gericht" (Bundesverfassungsgericht!) gewinnen: "die zwei Väter ... haben in Karlsruhe ihren Sieg verloren(!)"
Höhnisch werden Worte wie "Umgang" und "Papa" in Anführungszeichen gesetzt - selbst der Begriff "Wohl des Kindes", für das angeblich die Mütter "die Position(!) innehaben". Apodiktisch und in trotziger Hybris verkündet die Autorin: "Sie (die Mütter) kennen das Wohl des Kindes, nicht Väter, nicht Juristen, nicht Omas, die jetzt im Chor aufheulen(!)" - um sogleich zynisch zu erläutern, wie "Mütter" diese ihre "Position" für das Wohl des Kindes bitte verstehen mögen! Es folgt ohne die geringste Scheu eine äußerst plastische und präzise Beschreibung genau dessen, was Inhalt des Fachbegriffes PAS (Parental Alienation Syndrom) ist, dessen Entwicklung zum Massenphänomen in letzter Zeit zunehmend ins Bewußtsein der Öffentlichkeit zu dringen beginnt und in Fachjuristenkreisen längst als, früher wenig bekanntes, "gesellschaftliches Großschadensereignis" wahrgenommen wird. Heute sind bald 50% der Kinder von Trennung und Scheidung betroffen - und damit von PAS bedroht! Und nicht nur die Kinder selbst, sondern eben auch jeweils ein Elternteil (und zwar praktisch immer der Vater) sowie dessen Familienstamm.
Der Artikel gipfelt, nach einer weiteren höhnischen Aufforderung an die Väter, den Müttern doch die (fingierten!) Arztbesuche und die "Ausreden"(!), vor allem aber Klagen auf Umgang zu ersparen, darin, daß sie sich am Ende willenlos und restlos jeder Willkür ihrer Ex-Ehefrau unterwerfen mögen - und selbst wenn diese zu ihnen sagt: "Verschwinde!", sich zu trollen wie ein getretener Hund. Das alles vorgeblich "zum Wohle des Kindes"!
Dadurch, daß diese zahllosen, ohnehin schwerst traumatisierten Männer von der Autorin in derart zynischer und zutiefst erniedrigender Weise öffentlich verhöhnt und als erbärmliche, "schwachsinnige", vollkommen recht- und machtlose Volltrottel dargestellt werden, wird deren Menschenwürde auf das Tiefste verletzt und in aller Öffentlichkeit in den Dreck gezogen.
Ich muß feststellen, daß ich noch niemals in den vergangenen Jahrzehnten in irgend einer Zeitung unseres Landes etwas auch nur entfernt Vergleichbares an hemmungslos höhnischer und zynischer Entwürdigung von gequälten Menschen gelesen habe - ausgesprochen von einer Person, die sich ganz offen und uneingeschränkt mit den Täterinnen identifiziert und sie zu ihren Taten ermuntert!

Ziffer 11: Unangemessene Darstellung von Gewalt und Brutalität / Schutz der Jugend
PAS ist eine Form der schweren Gewaltausübung, vergleichbar vielleicht dem allgemeiner bekannten Phänomen des "Mobbing" in der Arbeitswelt, welch ersteres jedoch, was die psychosozialen Folgen angeht, noch viel tiefgreifendere Verwüstungen anrichtet. Die von der Autorin gewissermaßen "zur allgemeinen Nachahmung" geradezu emphatisch empfohlenen Methoden im Umgang mit "abgelegten" Ehemännern und dem vermeintlichen "Wohl des Kindes" stellen somit eine verherrlichende Darstellung von schwerster psychischer Gewalt dar und sind gerade in ihrer zynischen "Lustigkeit" von ganz außerordentlicher Brutalität. Zugleich kann gerade dieser "lustige" Zynismus bei ungefestigten Leserinnen den Eindruck suggerieren, es handele sich dabei um etwas "ganz normales", gar etwas Nachahmenswertes. Dem spontanen Empfinden von Unrecht wird dadurch bewußt entgegengewirkt.
Die Zeitschrift GLAMOUR richtet sich an weibliche Jugendliche und junge Frauen. Diesem prägbaren, noch in der Entwicklung befindlichen Personenkreis, der vor Gewaltverherrlichung ausdrücklich zu schützen ist, wird somit ein Rollenverhalten als Frau und Mutter nahegelegt, das, wenn es so übernommen wird, zu außerordentlichem Leid für ihre zukünftigen Kinder, ihre späteren Ehemänner und Schwiegereltern führen muß.

Ziffer 12: Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe.
Die erbarmungslose Verächtlichmachung zielt auf "die Männer" im allgemeinen sowie die Gruppe der geschiedenen und abgelegten, "entsorgten" Väter im Besonderen. Petra Mikutta redet nirgends von irgendwelchen Besonderheiten eines konkreten Einzelfalles, von in ihren Augen schuldhaftem Verhalten, irgendwelchen spezifischen Vorwürfen oder sonstigem vermeintlichem Fehlverhalten, dessentwegen sie anderen Frauen ein dermaßen rachsüchtiges und abgrundtief grausames Verhalten meint anempfehlen zu müssen.
Auch in diesem Fall bliebe weiter Grund zur Beschwerde nach Ziffer 1 und Ziffer 11. Grund zur Beschwerde nach Ziffer 12 ergibt sich aus der Tatsache, daß Ihre schreckliche Suade so durch und durch sexistisch und auf das Vulgärste männerfeindlich ist. Der Artikel von Petra Mikutta stellt somit eine eklatante und schändliche Diskriminierung von Männern als insgesamt verachtenswerte Gruppe dar - eine öffentliche Herabwürdigung einzig aufgrund der Zugehörigkeit zum männlichen Geschlecht respektive zur Gruppe der geschiedenen Väter.

Antrag:
Ich beantrage, der Zeitschrift GLAMOUR und insbesondere der Journalistin Petra Mikutta eine Rüge zu erteilen, verbunden mit der Verpflichtung, diese Rüge auch abzudrucken, um dem Schaden, der bei der jungen weiblichen Leserschaft eingetreten ist (s.o.: Jugendschutz / Gewaltverherrlichung in einer sich zum Massenphänomen unter deutschen Frauen entwickelnden gesellschaftlichen Erscheinung) entgegenzuwirken sowie der Diskriminierung und Entwürdigung der betroffenen traumatisierten Männer, Kinder und Angehörigen Genugtuung geschehen zu lassen.

(Unterschrift)

Ich fordere zu eigenen Beschwerden beim Deutschen Presserat auf und empfehle, nicht unbedingt alle drei Ziffern anzuführen, sondern eine oder zwei, und mit völlig eigenen Worten zu formulieren. Es kommt nicht auf "geschliffene" Formulierungen an, sondern auf eine gewisse Anzahl von ähnlich gelagerten Beschwerden - besonders von Frauen übrigens, logo... :-)

Also: Jolanda, ChrisTine, Maria, Renate... [[smile-orange]]

Beschwerden beim Deutschen Presserat müssen behandelt werden! Wenn sie nicht "offensichtlich unbegründet" sind, dann werden sie beraten und führen im positiv befundeten Falle zu Sanktionen: Hinweis, Mißbilligung oder Rüge.

Ich bin bestimmt nicht traurig, wenn diese perniziöse Borderlinerin abgeschossen und versenkt wird. Wichtiger aber ist, daß Mißbilligungen und besonders Rügen des Presserates großen Einfluß auf die künftige ethische Ausrichtung der deutschen Journalistenzunft haben. Die Entscheidungen werden durchweg aufmerksam rezipiert als verbindliche, rahmensetzende Orientierung.

Von Schreiben an dieses Femi-Narzißten-Heftchen würde ich vorerst noch abraten, damit die die Sache nicht etwa "zu früh" bereinigen, um dadurch einer Untersuchung des Presserates zuvorzukommen. Es ist viel schöner, wenn es sie unvermittelt und ganz unvorbereitet trifft. Danach kann man sie dann ja umso besser kräftig und öffentlichkeitswirksam unter Beschuß nehmen.

Für die Beschwerde verwendet bitte das auf der Homepage des Presserates downloadbare RTF-Dokument - und den Postweg. Das beanstandete Heft (mindestens jedoch eine Fotokopie des Artikels) sollte unbedingt beiliegen. "Rüberkopieren" des Textes aus Arnes Post reicht nicht aus!

Die Juristen unter uns können ja mal scharf darüber nachdenken, ob und wie man Strafanzeige gegen dieses ekelerregende Ungeheuer stellt. Ich hätte nicht übel Lust dazu: Beleidigung, Anstiftung zu Straftaten, Volksverhetzung, Aufruf zur Gewalt...

Prüft das mal! Wäre doch erfreulich, wenn dieses schauerliche Monstrum im Käfig säße!

Nick

Deutscher Presserat


gesamter Thread:

 

powered by my little forum