Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Abtreibung...

Uwe, Thursday, 12.06.2003, 11:54 (vor 8273 Tagen) @ carlos

Als Antwort auf: Re: Abtreibung... von carlos am 11. Juni 2003 23:44:31:

Moin Carlos,
stimmt - die Antwort auf dieses Posting war ich Dir noch schuldig. Ich werde Dir kurz antworten.

Wahrheit (was ist überhaupt Wahrheit?) ist tatsächlich nur relativ gültig, obwohl sie unter bestimmten Voraussetzung den Anspruch auf Absolutheit erhebt. Du greifst hier den alten Streit zwischen Naturwissenschaften und Geistenwissenschaften auf, wobei die Mathematik, als Vertreterin der NAturwissenschaften, einen absoluten Wahrheitsanspruch erhebt, die Geisteswissenschaften indes nur einen relativen - nämlich auf Grund einer Übereinkunft der Mehrheit. Du führst dabei etwas wichtiges an: Regeln und Gesetze. Du hast es also mit einem System zu tun. Dieses System kann mehr oder weniger offen oder geschlossen sein. In diesem System werden Regeln vereinbart, die bestimmen, was als Wahr oder Falsch zu gelten hat. Innerhalb dieses Systems und innerhalb dieser Gesetze kannst Du sicherlich einen absoluten Wahrheitsanspruch geltend machen. Die Wahrheit ist aber dennoch relativ, weil es auch andere Systeme gibt, die zu einer ganz anderen Wahrheit kommen können. Dies gilt für die Naturwissenschaften wie auch für die Geisteswissenschaften. Insgesamt kannst Du dich einer "absoluten Wahrheit" immer nur annähern - Du wirst sie aber nicht erreichen.

So viel in kurzen Worten.

Gruß

Uwe

Hui, jetzt führen wir einen philsophischen Diskurs (Anknüpfungspunkt zu Foucault),
„Deinen letzten Satz könnte man mit folgendem Beispiel widerlegen: Wenn 1000 Menschen von einer Brücke springen - springst Du dann auch? Immerhin könnten ja 1000 Menschen recht haben. Drücken wir es anders aus. Gemeinhin wird "Realität" als "Wahrheit" verstanden. Aber was ist "Wahrheit"? Wahrheit ist ziemlich relativ und hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. "Wahrheit" an sich wird eigentlich nie erreicht. Sie ist immer nur eine Übereinkunft der Mehrheit, wobei nicht gesagt ist, daß eben diese Mehrheit recht hat. Gehen wir in die Vergangenheit zurück: Es galt damals, die Welt ist eine Scheibe. Dies galt als wahr, da die Meinung der Mehrheit. War es wahr?
Wenn ich sage, der "Wahnsinn" ist eine andere Form der Wirklichkeit, so sage ich, daß der angeblich "Wahnsinnige" eine Sichtweise der Dinge hat, die er versteht, die für ihn logisch ist. Es ist seine Realität. Mag sein, daß ich eine andere Sichtweise habe. In seinen Augen bin ich vielleicht der Wahnsinnige - wer weiß. Wer hat aber jetzt recht? Und vor allem - wer hat das Recht zu urteilen, wer jetzt wahnsinnig ist?“
Hm... Da gerät einiges durcheinander, wird unscharf; da werden grundverschiedene Dinge in einen Topf geworfen.
Was ist „Wahrheit“? Eines ist sie mit Sicherheit nicht: grundsätzlich relativ. Unterscheiden wir zunächst einmal zwischen absoluter (gemessen an unseren irdischen, solchermaßen bekannten Regeln) und emphemärer, i.e. (meinetwegen; mir fällt jetzt keine besserer Terminus ein:) relativer Wahrheit. Erstere Wahrheit findet sich wieder in der einzig wahren Wissenschaft: der Mathematik, bzw. zusätzlich aller anderen Wissenschaften, die sich derer Regeln und Gesetze bedienen (die sogenannten „Naturwissenschaften“). Ich weiß, in früheren Zeiten marschierten Philosophie und Mathematik in trauter Einigkeit (siehe Pascal), aber die spätere strikte Auftrennung und Abgrenzung zwischen den beiden war schon goldrichtig, wenn auch weiterhin noch einige wenige Berührungspunkte existieren mögen: Es sei ihnen unbenommen. Die mathematische Wahrheit bedingt wechselseitig das Wissen, die Realität und deren Beweisbarkeit (meistens jedenfalls: 1+1=2; komme darauf noch zurück). Eine mathematische Wahrheit gilt genau so lange als solche, bis es jemandem gelingen sollte, sie zu widerlegen; allerdings: Einmal bewiesen, kann ich mich nicht entsinnen, wann jemals ein mathematischer Lehrsatz wieder widerlegt worden wäre. Die mathematische, die vermittels Mathematik bewiesene Wahrheit hängt also ganz klar und in keinem Falle vom „Standpunkt des jeweiligen Betrachters, von irgendwelchen Konventionen ab“, wie Du sagst, sondern entzieht sich komplett irgendeinem persönlichen Firlefanz. Genau diese Tatsache treibt ja so viele strunzdumme Femi-Mösen auf die Barrikaden und veranlaßt sie zu groteskem Müllgesprudel, wie etwa: „Wir Frauen haben unsere eigene Wahrnehmung, unsere eigenen Gefühlsebenen und deswegen auch unsere eigenen Wahrheiten, und die lassen wir uns von euch bösen Mackern nicht kaputtmachen, weswegen... labbersabbersülzkotzkack...“ Ein einfaches Beispiel, zwei Aussagen dazu: „Der Himmel ist grün, und das Gras ist blau. Und 1+1=3. Verdammt noch mal, laß mir doch meine Wahrnehmungen und meine Realitäten, so, wie ich sie nun mal wahrnehme!“ Das ist er, der Femi-Salat, wie wir ihn lieben... Wie schön muß doch das Mittelalter gewesen sein, als man noch über brandheiß gesicherte Entsorgungswege für komplett durchgeknallte Hexi-Tölen verfügte... lolol. 1+1=2; diese Aussage ist übrigens nicht beweisbar im streng mathematischen Sinne, sondern nur über den Umweg von sogenannten Axiomen. Ich belasse es dabei... lol.
Die andere Wahrheit, die emphemäre, hängt hauptsächlich mit unseren Wahrnehmungen und Konventionen zusammen; also all das, was eine allgemeine Mehrheit als gut und richtig ansieht und will. Im eigentlichen, im strengen Sinne hat das mit „Wahrheiten“ nix zu tun, wiewohl genau darin das Dilemma zwischen „Recht haben“ und „Recht bekommen“ hängt. Die widerwärtigste Schlampe im Bett dieser sogenannten Wahrheit ist die Jurisdiktion. Sie kann sich über echte Wahrheiten hinwegsetzen und juristische, also per Mehrheit abgesegnete Wahrheiten in unsere Welt setzen. Sie schafft ganze Litaneien von Alibitermini, die uns, oftmals bösartig motiviert (wenn auch nicht als solche nachweisbar), den Blick auf die wirkliche, die echte Wahrheit vernebeln sollen. Ein schönes Beispiel hierzu, welches im Forum wiederholt diskutiert wird: Die „Abtreibung“. Die Jurisdiktion hat uns eine ganze Reihe von Alibi-Konnotationen geliefert, wie „Schwangerschaftsabbruch“, „Abtreibung“; den Vogel aber schießt die „Schwangerschaftsunterbrechung“ ab, wenn man die Heisenberg´sche Unschärferelation zugrundelegt. Nein, die Wahrheit liegt in der Wahrheit dessen, was Abtreibung faktisch, also ohne die ganze juristische Stinksülze drumrum, bedeutet, nämlich: Der Massenmord an ungeborenen Artgenossen. Nicht nur naheliegend, sondern, gemessen an Logik und Gesetzen der Mathematik, zwingend geboten ist demzufolge der Begriff des „Babycausts“. Völlig scheißegal, welche „persönlichen Wahrnehmungen“ man hat, völlig scheißegal auch, was irgendwelche demokratischen Mehrheiten wollen; mathematisch-naturwissenschaftlich ist der Mensch von Anfang an einer, gemessen an dem Gerülpse der Juristen ist man das lediglich im Rahmen einer Rechtsfolge. Und die kann, je nach Stimmung der Massen, heute so und morgen anders sein. Demokratie ist auch immer Ausdruck eines Durchschnitts; auch in Sachen Dummheit. Oder anders gesagt: Zur Demokratie gehört integral und elementar auch das Recht auf Dummheit. Albert Einstein hat das einmal sehr schön so formuliert: „Auf dieser Welt sind nur zwei Dinge unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit“.
Worin liegt aber denn nun der Unterschied zwischen 1+1=2 und der wahren Tatsache, daß der Mensch von Anfang an einer ist?
Es gibt Wahrheiten, die man unbedingt beachten muß, will man nicht unter die Räder kommen, will man nicht sofort härteste Konsequenzen aufgebrummt bekommen; mißachtet man dagegen andere, dann ließe uns die Mathematik das nicht so hammerhart spüren. Viele Wahrheiten sind als solche schnell erkennbar, andere unter anderem deswegen nicht, weil sie eben erst als solche bewiesen werden müssen. Den Weg über den Beweis mußte z.B. ja der Mensch antreten, um zu wissen, ab wann er denn einer sei. Mittlerweile ist klar, daß er einer ist ab dem Moment der Verschmelzung von Ei und Samen. Daß wir ihn nicht sogleich als solchen zu erkennen vermögen, ist kein Problem „mangelnder“ Wahrheit an sich, sondern liegt in dem Umstand unserer begrenzten sinnlichen Wahrnehmung begründet: Wir können ihn kaum sehen, kennen sein Geschlecht, seine Haar- und Augenfarbe nicht, können uns nicht mit ihm unterhalten, etc etc; ist also ausschließlich eine relative Frage von Relationen, aber keine prinzipielle. Auch hier geistert haufenweise Idiotengelalle, wie z.B. „himbeerähnliches Gebilde“, „werdendes menschliches Leben“, „vormenschliches Stadium“ und anderer Müll durch unsere Alltags- oder Juristensprache; alles blödsinniges Zeugs, dem eines gemeinsam ist: Es mißachtet faktische, bewiesene Wahrheiten unter Zuhilfenahme von Alibibegriffen.
Wenn ich dagegen in meinem Geldbeutel das 1+1=2 nicht mehr gebacken kriege, kriege ich die diesbezügliche Wahrheit sofort zu spüren, dann komme ich recht schnell in Teufels Küche, was sich unter anderem an der steigenden Anzahl von überschuldeten Privathaushalten, aber auch an den Schuldenorgien im Drecksstaat Bumsrepublik Dummland ersehen läßt; auch Georgy-Boy auf des Teichs anderer Seite macht das momentan ja in geradezu gigantischem Maße so, obwohl er von seinem Vorgänger einen ausgeglichenen Haushalt übernommen hatte, woran wir wiederum ersehen können, daß Dummheit international verteilt ist; auch deswegen, weil, gemessen an den bereits gesammelten Erfahrungen mit überschuldeten Staatshaushalten, ihm eigentlich irgendeiner in den Arm fallen müßte, was aber keiner tut... lol.
Die Mißachtung der Wahrheit, daß der Mensch von Anfang an einer ist, bestraft uns nicht sofort mit den gleich knallharten Bandagen, wie im ersten Fall, weswegen ja viele so tun, als gäbe es besagte Wahrheit nicht, und man bräuchte sich nur an das Gelalle der Juristen zu halten. Kann man ja auch. Das nackte Überleben ganzer Staaten geriete mit Sicherheit auch nicht außer Kontrolle, so grausam das klingen mag.
Erfrecht sich allerdings nun eine Femanze, in meine Aura zu treten und mir zu dozieren, in ihrer Wahrnehmung sei nun mal der Himmel grün und das Gras blau, und ich als böser Chauvi müsse das nun mal akzeptieren, dann erweist sie sich damit zunächst einmal nur für mindestens einen Happen dusselig wie viele andere auch; insofern also weder Beinbruch noch brandneu. Kann mir aber auch scheißegal ein. Ich hab ja nicht ihre Kopfschmerzen. Ich bin ja nicht die... lol. Altruist und Mensch, der ich nichtsdestoweniger bin, würde ich ihr womöglich noch die baldige Konsultation eines Augenarztes sowie eines Gehirnspezialisten ans arme Herzerl legen, sich ein Buch über Physik und eines über Biologie zu Gemüte zu führen, auch wenn da wahrscheinlich Hopfen und Malz verloren sein mögen, oder aber ganz schlicht einen Gütetermin mit der örtlichen Freibank zwecks Notschlachtung und einen mit Schappi-Hundefutter zu vereinbaren... lolol.
MfG,
carlos

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