Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert
Als Antwort auf: Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert von Arne Hoffmann am 04. Juni 2003 17:17:00:
U.a. wurden auch notleidende Kinder in Indien gezeigt, für die dann natürlich ebenfalls gespendet werden sollte. (...) Wer angesichts dessen noch behauptet, daß wir das indische Sozialsystem mit Spenden unterstützen müssen, ist entweder nicht ganz bei Trost, weiß das alles nicht oder aber ist schlicht und einfach nur scharf aufs Geld, weil ein Teil davon auch in seine oder ihre Tasche fließt.
Das scheint mir ebenfalls absurd. Ich bin nun wahrlich kein Indien-Experte (hatte allerdings mal eine Brieffreundin von dort und jetzt wieder eine gute Bekannte), aber nach allem, was ich weiß, lebt eine dortige Mittelstandsfamilie kaum anders als hierzulande. Wir sehen in den Medien aber immer nur die Bilder von den Slums in Kalkutta und denken uns: "DAS ist Indien" ...
Arne
Also, ich habe viele Monate in Indien gelebt und gearbeitet. Der Lebensstandard einer Mittelstandsfamilie ist sicher nicht mit unserem hier vergleichbar. Man teilt sich eine kleine Wohnung mit den Großeltern, ein ein Auto ist immer noch Luxus und ein Auslandsurlaub nicht finanzierbar. Aber: man hat ein gesichertes Einkommen und nicht wirklich das Gefühl, etwas zu verpassen oder zu vermissen. Von daher ist ist der relative Lebensstandard vergleichbar.
Insgesamt wird Indien bei uns immer unterschätzt und aus falschen Blickwinkeln gesehen. Es gibt sehr vile mehr reiche Leute (reich nach UNSERM Standard) als bei uns. Die beiden großen Luxushotels in Calcutta werden von Indern benutzt, die paar Ausländer sind dort eine zu vernachlässigende Minderheit. Af der anderen Seite gibt es auch unvorstellbare Armut, nur einen Steinwurf von diesen Luxustempeln entfernt. Diese weite Spanne ist eher ein Problem der Verteilung im Land, wobei Religion und Erziehung eine große Rolle dabei spielen, daß sichdie Armen nicht mit Gewalt etwas mehr von dem Kuchen abschneiden. Interessant ist sicher auch, daß Indien in der Lage ist, mit der eigenen Argrarproduktion seine Bevölkerung zu ernähren.
Ich mag das Land sehr und ich bin auch nicht der Meinung, daß man jede Hilfstätigkeit für Indien einstellen sollte, aber es ist sehr richtig, die Aufwände für Rüstung und Verteidigung öffenlich zu machen und mit dieser Begründung das eine oder andere Projekt in Frage zu stellen. Zudem gibt es sicher ärmere Länder als Indien, in denen sich allerdings auch erst die Politiker die Taschen voll machen, bevor die Bevölkerung etwas abbekommt.
Gruß
Dieter
gesamter Thread:
- Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert -
Andreas,
04.06.2003, 01:10
- Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert - michail, 04.06.2003, 02:04
- Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert - Manfred, 04.06.2003, 02:12
- Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert - Odin, 04.06.2003, 15:00
- Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert -
Garfield,
04.06.2003, 19:29
- Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert -
Arne Hoffmann,
04.06.2003, 20:17
- Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert - Dieter, 05.06.2003, 09:55
- Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert - Maesi, 23.06.2003, 21:52
- Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert -
Arne Hoffmann,
04.06.2003, 20:17