Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert

Garfield, Wednesday, 04.06.2003, 19:29 (vor 8281 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert von Andreas am 03. Juni 2003 22:10:03:

Hallo Andreas!

Volle Zustimmung. Ich bin ohnehin der Meinung, daß es den hauptberuflichen Funktionären der meisten Hilfsorganisationen zuallererst um ihre eigenen Einkommen und um die Rechtfertigung ihrer beruflichen Existenz geht. Bei Umweltschutzorganisationen sieht man das z.B. deutlich. Da kommt es tatsächlich vor, daß in einem Park einer durch Spendengelder finanzierten Umweltschutzorganisation illegal Tropenbäume gefällt oder Tiere gejagt werden. Oft scheuen die Mitarbeiter dieser Organisationen davor zurück, sich mit korrupten Politikern und mächtigen Wirtschaftsbossen anzulegen. Wieso auch - sie haben ihr Auskommen und betrachten ihre Tätigkeit im Ausland als so eine Art Dauerurlaub. Wenn sie gewissen Leuten zu sehr auf die Füße treten, gefährden sie nicht nur das, sondern manchmal auch ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben. Also läßt man lieber die Finger davon und sieht weg, solange man auch Geld fürs Nichtstun bekommt.

Bei der UNICEF dürfte das auch nicht anders sein. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, daß man bei der Jagd nach Spendengeldern eben auch populäre feministische Dogmen aufgreift, in der Hoffnung, den durch die sinkenden Realeinkommen immer spärlicher fließenden Strom der Spendengelder wieder anschwellen zu lassen.

Pro7 hat vor kurzem einen "Red Nose Day" veranstaltet, bei dem für Hilfsorganisationen gesammelt wurde. U.a. wurden auch notleidende Kinder in Indien gezeigt, für die dann natürlich ebenfalls gespendet werden sollte. Dazu muß man wissen, daß der indische Militärhaushalt den deutschen weit übersteigt. Die indische Marine beispielsweise leistet sich einen Flugzeugträger, ein Flugzeugträger-Neubau ist in Planung, und eventuell kauft Indien auch noch den aufgelegten russischen Träger "Admiral Gorshkov" an. Das indische Atomwaffenprogramm verschlingt auch die eine oder andere Milliarde. Momentan wird daran gearbeitet, auch Kriegsschiffe der indischen Marine mit Nuklearwaffen auszurüsten.

Wer angesichts dessen noch behauptet, daß wir das indische Sozialsystem mit Spenden unterstützen müssen, ist entweder nicht ganz bei Trost, weiß das alles nicht oder aber ist schlicht und einfach nur scharf aufs Geld, weil ein Teil davon auch in seine oder ihre Tasche fließt. Faktisch sieht es jedenfalls so aus, daß das Geld, daß Indien durch die Hilfe westlicher Organisationen im Sozialbereich einspart, dem indischen Militärhaushalt zugute kommt. Wäre die Spendenbereitschaft auch so hoch, wenn man dazu aufrufen würde, Geld für den indischen Flugzeugträgerneubau zu geben?

In vielen anderen Ländern, in denen internationale Hilfsorganisationen tätig sind, läuft das ähnlich. Man kann kein Problem wirklich lösen, indem man einfach nur Geld verteilt.

Na ja, und so gesehen wundern mich die von dir geschilderten Mißstände auch überhaupt nicht.

Freundliche Grüße
von Garfield



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