Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: "Frauen seien so gut wie nie die Täter"

Joachim, Tuesday, 20.05.2003, 21:33 (vor 8296 Tagen) @ Joachim

Als Antwort auf: "Der prügelnde Ehemann muss gehen" von Joachim am 20. Mai 2003 17:44:37:

Mehr Schutz für Frauen vor häuslicher Gewalt
Polizei kann prügelnde Männer aus der Wohnung verweisen/Weiter Geld für Zufluchtsstätten

Von Bernd Baumann

Frauen sollen besseren Schutz vor prügelnden (Ehe-)Männern erhalten. Gestern stellte Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) die Ergebnisse des im November 2001 beschlossenen Aktionsplans zur Bekämpfung häuslicher Gewalt vor. Sie seien die Grundlage für weitere Verbesserungen im Opferschutz, sagte er.
Im vergangenen Jahr wurden im Bereich häusliche Gewalt 1402 Straftaten registriert. Die Polizei musste zu über 1700 Einsätzen ausrücken. Rund zwei Drittel aller Straftaten (1047) im häuslichen Bereich in dieser Zeit seien Körperverletzungen gewesen, sagte Schönbohm. 151-mal handelte es sich sogar um schwere Körperverletzung, auch zwei Tötungsdelikte habe es gegeben. Die Opfer seien überwiegend Frauen gewesen, aber auch 147 Kinder und Jugendliche. Insgesamt 1432 Tatverdächtige seien ermittelt worden, 88 Prozent davon waren männlich. In weiteren Fällen sei die häusliche Gewalt von Kindern und Jugendlichen ausgegangen. Frauen seien so gut wie nie die Täter. Laut Schönbohm hat die Polizei 137 Platzverweise sowie sechs Aufenthaltsverbote ausgesprochen, 210 Männer seien vorläufig in Gewahrsam genommen wurden.
»Wer schlägt, geht, während das Opfer in der Wohnung bleibt«, so Schönbohm. Umgesetzt wird dieses Prinzip inzwischen nach dem Anfang 2002 verabschiedeten Gewaltschutzgesetz des Bundes. Zuvor flohen zumeist die Opfer aus ihrer Wohnung, um bei Verwandten oder im Frauenhaus Schutz zu suchen.
Justizministerin Barbara Richstein (CDU) sprach sich gestern für eine Ergänzung im Polizeigesetz aus. Neu geregelt werden müsse die Dauer der Platzverweise, sagte sie. Gegenwärtig können die Opfer nur kurzzeitig vor den gewalttätigen Partnern geschützt werden. Laut Richstein leiteten die Staatsanwaltschaften im vergangenen Jahr 618 Ermittlungsverfahren ein. Häufig würden allerdings Anzeigen von den betroffenen Frauen wieder zurückgezogen. Auch die Anrufung der Gerichte sei noch zu gering, kritisierte sie. Frauenstaatssekretärin Angelika Thiel-Vigh teilte mit, dass die 22 Frauenhäuser auch künftig finanziell vom Land unterstützt werden. Im vergangenen Jahr suchten hier 830 Frauen mit 750 Kindern Zuflucht.

(ND 20.05.03)

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