Nein.
Als Antwort auf: Sagt mal übertreibt ihr nicht... von Klaus am 05. April 2003 09:30:12:
Hallo Klaus!
Schön, daß du hierher gefunden hast! Deine Frage beweist mir, daß du noch nicht oft hier warst und daß du dich überhaupt auch bisher kaum mit der Problematik befaßt hast. Was mich auch gleich auf die Idee bringt, dir das hier ansonsten schon allseits bekannte Buch von Arne Hoffmann "Sind Frauen bessere Menschen?" zu empfehlen. Bestelle es am besten bei Amazon, denn in den meisten Buchläden wirst du es wahrscheinlich nicht finden...
Nun zu dem, was du geschrieben hast:
"1. Frauenquoten: meines wissens wurden sie vom europäischen Gerichtshof verboten, also schon gewonnen"
Komischerweise gibt es diese Frauenquoten aber nach wie vor und sie benachteiligen weiterhin männliche Stellenbewerber. Und das, obwohl im Grundgesetz eindeutig steht, daß niemand wegen seines Geschlechts benachteiligt werden dürfe. Glaubst du ernsthaft, daß sich das von allein ändert, wenn niemand etwas dagegen unternimmt?
"2. Wehrpflicht: Sollte man(n) nicht lieber dafür kämpfen das Zwangsdienste abgeschafft werden, anstatt auch noch Frauen staatlicher Unterdrückung auszusetzen?"
Ja, das sehe ich durchaus auch so. Aber viele Männer fordern die Ausdehnung der Wehrpflicht auf Frauen gar nicht unbedingt, weil sie das wirklich wollen, sondern in der Hoffnung, daß die Neigung der Politiker, Frauen zu verhätscheln, dann eben dazu führen würde, die Wehrpflicht eher komplett abzuschaffen als wenn man einfach nur eine Abschaffung der Wehrpflicht für Männer fordert.
Wie dem auch sei: Die Benachteiligung junger Männer durch die Wehrpflicht existiert. Nicht nur, daß sie rund ein Jahr ihres Lebens verlieren. Nein, die Anzahl der jugendlichen Arbeitslosen steigt, und davon sind überproportional junge Männer betroffen. Weil viele Unternehmen für Ausbildungen oder Jobs nur ungern Männer einstellen, die ihren Wehrdienst noch nicht abgeleistet haben. Das scheint also mittlerweile ein größeres Problem zu sein als bei weiblichen Bewerbern die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Mittlerweile ist es für junge Männer auch äußerst schwierig, ihren Wehr- oder Zivildienst frühzeitig abzuleisten. Die Bundeswehr zieht immer weniger Rekruten ein, so daß mittlerweile schon etwa 300000 junge Männer auf ihre Einberufung warten. Beim Zivildienst soll es vor kurzem auch wieder einen Einstellungsstopp gegeben haben. Somit hängen also immer mehr junge Männer chancenlos beruflich in der Luft, und das gerade in der Zeit, die für Ausbildung und Karriere am wichtigsten ist.
Glaubst du ernsthaft, daß sich das von allein ändert, wenn niemand etwas dagegen unternimmt?
"3. Wegen Männergewalt/Frauengewalt, stimme ich 100%ig zu. Aber ich glaube die Medien sind in den letzten Jahren eher dazu übergegangen auch über Frauengewalt zu berichten. Da hat sich scho eimiges getan, zwar noch längst nicht genug aber immerhin."
Ja, eben, es ist noch längst nicht genug! Und auch die Tatsache, daß die Medien langsam ihre Scheuklappen in Bezug auf die Problematik der Benachteiligung von Männern ablegen, ändert nichts daran, daß in diversen Ministerien weiterhin "frauenwissenschaftlich" geschulte Betonköpfe sitzen und Gesetze á la "Gewaltschutzgesetz" als radikalfeministische Keule gegen Männer durchdrücken.
Glaubst du ernsthaft, daß sich das von allein ändert, wenn niemand etwas dagegen unternimmt?
"4. Das halte ich eher für einen Nachteil von Frauen. Sicher der Schüler wird sich ärgern, warum er büffeln muß während sie in der Welt rumgurkt, ABER Frauen müssen sich die Frage gefallen lassen: "Seit ihr zu blöd das allein zu schaffen?". z.B. im Bereich der Informatik sieht das sehr schlimm aus, diese ganzen Förderprogramme für Frauen bringen nix und sind eine Beleidigung für Frauen die es ohne Sonderprogramme geschafft haben."
Ja, eben! Trotzdem gibt es solche Förderprogramme, und sie verschlingen Unsummen an Steuergeldern, die man anderweitig sinnvoll anlegen könnte. Z.B. zur Finanzierung von zusätzlichen Kindergarten-Plätzen.
Glaubst du ernsthaft, daß sich das von allein ändert, wenn niemand etwas dagegen unternimmt?
"5. Naja mittlerweile mag niemand mehr reine Frauen- bzw. Männerorganisationen, oder?"
Ja, aber es gibt sie. Und sofern es sich um Frauenorganisationen handelt, haben sie mittlerweile einflußreiche Positionen besetzt und verschlingen ebenfalls Unsummen an Steuergeldern. Genaue Summen sind natürlich nicht bekannt, aber es dürfte sich um zweistellige Milliardensummen handeln, die jährlich für reine Frauenprojekte bereitgestellt werden und damit zum großen Teil an Berufsfeministinnen fließen. Auch diese Gelder könnte man sinnvoll anlegen...
Glaubst du ernsthaft, daß sich das von allein ändert, wenn niemand etwas dagegen unternimmt?
"6.Die meisten Politiker sind Männer, und Politiker vertreten in erster Linie sich selbst also vertreten sie interressen von Männern, das Problem ist nur das unser Männerbild arg abweicht von dem welches Schröder&Co vertreten."
Männliche Politiker vertreten die Interessen anderer Männer genauso wenig wie weibliche Politiker die Interessen anderer Frauen vertreten. Politiker vertreten zuerst einmal ihre eigenen Interessen, dann die Interessen ihrer Geldgeber, dann teilweise noch die Interessen der Leute, von denen sie sich Stimmen im Wahlkampf erhoffen, und der Rest der Bevölkerung interessiert die überhaupt nicht.
"Das Problem zwischen Mann und Frau sehe ich in der heutigen Zeit darin, daß die Frauen sich ihr neues Rollenbild geschaffen haben und es auch leben. Wir Männer hingegen bekommen immer noch das "alte" Männerbild vermittelt. Ich aber sage dieses Bild passt nicht mehr zur modernen Welt. Der Held der voller glanz und glorie sein Vaterland verteidigt und chef über die Familie ist, ist out. Ich will mit meiner Partnerin eine Gleichberechtigte Beziehung und ich werde den Teufel tun für ein stück dreck mein Leben zu lassen."
Nein, Frauen haben sich nicht nur ein neues Rollenbild geschaffen. Frauen haben die absolute Freiheit gefordert, und Männer haben sie ihnen gegeben. Heute hat also jede Frau die freie Wahl zwischen verschiedenen Lebensalternativen. Also z.B. ob sie voll berufstätig sein möchte, oder ob sie lieber Hausfrau und Mutter sein möchte, oder Hausfrau mit Teilzeitjob... Das funktioniert so aber nur, solange Männer dieselbe Freiheit auch weiterhin nicht haben. Deshalb suchen die allermeisten Frauen auch heute noch nach dem Vollzeitarbeiter, der ihnen durch sein Einkommen die gewünschte Flexibilität in allen Lebenslagen ermöglicht. Und deshalb sind Männer nach wie vor auf ihre althergebrachte Ernährer-Rolle festgenagelt und haben weit mehr Widerstände zu überwinden wenn sie dagegen angehen wollen, als Frauen jemals hatten.
"Und wenn ihr sagt es wurde für Männer nur schlimmer habt ihr unrecht. Das größte Unrecht in der Geschichte der Menschheit ist meiner Meinung nach das tausende von Männern dazu gezwungen wurden in sinnlosen Schlachten ihr leben zu lassen. UND in Deutschland hat jeder Mann das Recht den Dienat an der Waffe zu verweigern und das ist eine einmalige Entwicklng des 20igsten Jahrhunderts. In den letzten Jahrzenten gab es eine beachtliche Entwicklung im bereich der Menschenrechte, wir sind zwar noch weit vom Optimum entfernt aber es wird besser."
Da bin ich mir nicht so sicher. Der Kalte Krieg hatte negative Seiten - das ist bekannt. Daß er aber auch viele positive Seiten hatte, ist vielen immer noch nicht klar. Was glaubst du wohl, wieso die Mächtigen in Westdeutschland zu Zeiten des Kalten Krieges den Gewerkschaften und damit den Arbeitern und Angestellten so viele Zugeständnisse gemacht haben? Es ging dabei keineswegs nur um Wählerstimmen. Es ging auch darum, im Wettkampf zwischen Ost und West auch sozial möglichst gut dazustehen. Damit nicht womöglich die Leute eines Tages in die andere Richtung flüchten. Oder - noch schlimmer - noch weitgehendere Reformen im eigenen Land fordern als das in den 60er und 70er Jahren eh schon der Fall war.
Als diese Protestbewegungen in den westlichen Ländern in den 80er Jahren wieder verebbten, begann die Kohl-Regierung schon still und heimlich, wieder Einkommen von unten nach oben zurück zu verteilen. Was dann auch mit zur zunehmenden Wirtschaftskrise und zu den steigenden Arbeitslosenzahlen beigetragen hat. Und seit der deutschen Wiedervereinigung weht der Wind des Kapitalismus ohnehin wieder schärfer.
Dieser Trend ist weltweit zu beobachten, und wenn wir nicht sehr aufpassen, dann wird hier früher oder später alles den Bach runtergehen.
"Obwohl ich zustimme das Frauen in der westlichen Welt im Moment ein bischen besser dran sind als Männer. Aber auch das wird sich ändern, zumal viele Frauen auch bereit sind ihre Vorteile aufzugeben."
Nun mal ehrlich, Klaus, wer gibt schon freiwillig Vorteile auf?
Freundliche Grüße
von Garfield
gesamter Thread:
- Sagt mal übertreibt ihr nicht... -
Klaus,
05.04.2003, 12:30
- Nö. -
Daddeldu,
05.04.2003, 16:29
- Re: Nö. -
Klaus,
05.04.2003, 17:08
- Re: Nö. - Eugen Prinz, 05.04.2003, 17:33
- Tausend Frauen dümmer als Du - Daddeldu, 05.04.2003, 19:02
- Re: Nö. -
pit b.,
05.04.2003, 22:18
- Re: Nö. - Jörg, 06.04.2003, 16:43
- Volle Zustimmung (n/t) - Jörg, 06.04.2003, 16:38
- Re: Nö. -
Klaus,
05.04.2003, 17:08
- Re: Sagt mal übertreibt ihr nicht... -
pit b.,
05.04.2003, 19:18
- Re: Sagt mal übertreibt ihr nicht... -
Klaus,
05.04.2003, 20:41
- Re: Sagt mal übertreibt ihr nicht... -
pit b.,
05.04.2003, 22:05
- Re: Sagt mal übertreibt ihr nicht... - Klaus, 05.04.2003, 22:27
- Re: Sagt mal übertreibt ihr nicht... -
pit b.,
05.04.2003, 22:05
- Re: Sagt mal übertreibt ihr nicht... -
Klaus,
05.04.2003, 20:41
- Re: Sagt mal übertreibt ihr nicht... - Max, 05.04.2003, 21:18
- Re: Sagt mal übertreibt ihr nicht... - Jörg, 06.04.2003, 19:33
- Nein. - Garfield, 08.04.2003, 18:16
- Nö. -
Daddeldu,
05.04.2003, 16:29