Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Sagt mal übertreibt ihr nicht...

pit b., Saturday, 05.04.2003, 19:18 (vor 8341 Tagen) @ Klaus

Als Antwort auf: Sagt mal übertreibt ihr nicht... von Klaus am 05. April 2003 09:30:12:

2. Wehrpflicht: Sollte man(n) nicht lieber dafür kämpfen das Zwangsdienste abgeschafft werden, anstatt auch noch Frauen staatlicher Unterdrückung auszusetzen?

--- Ich bin Wehrpflichtiger und habe auch Erfahrung in der Diskussion mit Frauen über die Wehrpflicht gemacht. Besonders mit Gleichaltrigen!
Ich kann dir sagen, die Ignoranz mit der die dem Thema begegnen stinkt zum Himmel!
Da kommen dann Sachen wie:
Frauen müssen Kinder kriegen,
Frauen werden sonst überall benachteiligt,
Männer sind besser dazu geeignet,
irgendeiner muss sich ja um die Alten und behinderten kümmern
und eine meinte sogar, sie findet das gehöre zum Mannsein dazu.

Aber selber ein Freiwilliges Soziales Jahr machen kamm für keine in Frage.
Nichtmal für die die meinte, man müsse sich um die alten und behinderten kümmern. Und wenn man sich darüber aufregt dann wird einem schnell vorgeworfen man nehme die Sache zu ernst.

Wärend Männer sich beim Bund shikanieren lassen und beim Zivildienst für'n Appel und'n Ei ihre Zeit opfern müssen sitzen die Frauen schon mit ihren Hintern in irgend einer Ausbildung, Studium oder Praktikum.
So als wäre das Selbstverständlich!
Männern droht Disziplinarstrafen, polizeiliche Vorführungen und Haftstrafen von bis zu sechs Jahren wenn sie sich der Wehrpflicht nicht bedingungslos unterwerfen.
Aber ich bin sicher wir nehmen das allen viel zu ernst.

Ich vertat früher auch die Meinung das der Staat generell niemanden zu Diensten verpflichten dürfte. Nachdem ich mir aber die Meinung meiner Mitabiturientinnen angetan habe, finde ich das es nicht schaden kann wenn Frauen auch "mal sehen wie das ist!"

Ausserdem, Wenn die Wehrpflicht für Männer bleibt, dann ist einer Dienstpflicht für Frauen nur Fair.

4. Das halte ich eher für einen Nachteil von Frauen. Sicher der Schüler wird sich ärgern, warum er büffeln muß während sie in der Welt rumgurkt, ABER Frauen müssen sich die Frage gefallen lassen: "Seit ihr zu blöd das allein zu schaffen?". z.B. im Bereich der Informatik sieht das sehr schlimm aus, diese ganzen Förderprogramme für Frauen bringen nix und sind eine Beleidigung für Frauen die es ohne Sonderprogramme geschafft haben.

--- Ich vermute mal das bezieht sich auf die GirlsDays.
Generell bin ich der Meinung das es nich gerade von Selbstbewusstsein und Emanzipation zeugt, wenn sich Frauen erst belabern lassen müssen um sich in "Männerdomänen" zu wagen. Und das auch immer wieder Förderprogramme für Frauen gefordert werden lässt könnte auf unfähigkeit hindeuten.
Ich glaube aber eher das hier die Bequemlichkeit und der Vorteil ausschlaggebend sind. Es ist halt leichter seine Opferrolle auszunutzen
und sich mit Förderprogrammen Vorteile und Privelegien rauszupicken.

5. Naja mittlerweile mag niemand mehr reine Frauen- bzw. Männerorganisationen, oder?

--- Nee, aber Mädchenspielplätze sind schwer im Kommen.
Neuer Mädchenspielplatz:
Einen zweiten Spielplatz speziell für Mädchen wird es bald im Münchner Westpark geben. Das haben die LokalpolitikerInnen des Bezirksausschuss Sendling-Westpark beschlossen. Der Grund: Mädchen machen häufig die Erfahrung, dass sie von Buben vertrieben oder die Spielplätze nicht nach ihren Bedürfnissen gestaltet werden. Der erste Spielplatz für Mädchen befindet sich im Westend. (siehe ausführlichen Bericht dazu in der fiff-Ausgabe Nr. 27)

Meiner Meinung nach ein großer Schritt zurück. Anstatt den Kindern beizubringen miteinander auszukommen und sich gegenseitig zu respektieren werden sie voneinander getrennt. Mal schauen wie diese Kinder in 20 Jahren über Gleichberechtigung denken.

6.Die meisten Politiker sind Männer, und Politiker vertreten in erster Linie sich selbst also vertreten sie interressen von Männern, das Problem ist nur das unser Männerbild arg abweicht von dem welches Schröder&Co vertreten.

--- Ich glaube dass männliche Politiker wie keine anderen Männer die Opferrolle der Frauen unterstützen, alleine schon weil es gesellschaftlich inkorrekt ist etwas anderes zu behaupten. Schliesslich sind die meisten Wahlberechtigten, Frauen!

Das Problem zwischen Mann und Frau sehe ich in der heutigen Zeit darin, daß die Frauen sich ihr neues Rollenbild geschaffen haben und es auch leben. Wir Männer hingegen bekommen immer noch das "alte" Männerbild vermittelt. Ich aber sage dieses Bild passt nicht mehr zur modernen Welt. Der Held der voller glanz und glorie sein Vaterland verteidigt und chef über die Familie ist, ist out. Ich will mit meiner Partnerin eine Gleichberechtigte Beziehung und ich werde den Teufel tun für ein stück dreck mein Leben zu lassen.

--- Ich glaube eher dass Frauen an ihrem alten Rollenbild als das unterdrückte Opfer der Männer festhalten und jede Förderung als tatsächlich notwendig erachten und wie selbsvertändlich annehemen.
Und wenn sich irgendwo biologische Eigenarten wieder negativ auswirken, dann wird laut geschrieen um mit einen erhebliche Aufwand diesen Nachteil zu beseitigen.
Bei Männern hingegen glaube ich nicht dass die Beschützerrolle noch weit verbreitet ist. Heute sind es ja schon mehr Zivis als Wehrdienstleistende.
Ich würde mich auch nicht beschwehren wenn die Wehrpflicht ganz weck fiele.

Und wenn ihr sagt es wurde für Männer nur schlimmer habt ihr unrecht. Das größte Unrecht in der Geschichte der Menschheit ist meiner Meinung nach das tausende von Männern dazu gezwungen wurden in sinnlosen Schlachten ihr leben zu lassen. UND in Deutschland hat jeder Mann das Recht den Dienat an der Waffe zu verweigern und das ist eine einmalige Entwicklng des 20igsten Jahrhunderts.

--- Ich halte den Zivildienst für keine menschenwürdigere Alternative zum Wehrdienst. Beides ist Zwangsarbeit mit dem Zweck, durch verpflichtung der Männer, Geld zu sparen. Nur wird man beim Bund in der AGA noch schikaniert und dann ausgenutzt. Aber die Gesellschaft hat nicht so viel vom Wehrdient der Männer als vom Zivildienst. Beides ist in meinen Augen eine Form von Diskriminiereung wie es sie seit etlichen Jahren nicht mehr geben dürfte.
Und ich vertrete auch die Meinung das die Wehrpflichtigen beim Bund in den ganzen 47 Jahren mehr Menschenrechtsverletzungen erfahren haben als es die Wehrpflicht verhindern hat.

In den letzten Jahrzenten gab es eine beachtliche Entwicklung im bereich der Menschenrechte, wir sind zwar noch weit vom Optimum entfernt aber es wird besser. Obwohl ich zustimme das Frauen in der westlichen Welt im Moment ein bischen besser dran sind als Männer. Aber auch das wird sich ändern, zumal viele Frauen auch bereit sind ihre Vorteile aufzugeben.
bye
Klaus
P.S: Fühle mich noch genötigt was zu Jessica Lynch zu sagen: Ist sie eine Heldin ? -Nein Ist es gut das sie frei ist? -JA, nicht weil sie eine Frau ist, sondern weil kein MENSCH es verdient in eine Situation zu kommen wo er/sie todesängste ausstehen muß und ich glaube auch nicht das die Spezialtrupps Jessica Lynch befreit haben weil sie eine Frau ist, sondern weil sie eine Kameradin ist und sie die Gelegenheit hatten!
----STOP THE WAR IN IRAK----

--- In der Sache habe ich wirklich den Eindruck dass die Sache gestellt ist. Ansonsten wäre es ja so, dass verletzte Soldaten Nationalhelden sind und getötete nur irgendwelche.


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