Isabell Werth attackiert Reiterverband - zu Recht! Aber...
Frau Werth hat völlig Recht mit ihrer Kritik an den charakterlosen Weichei-Funktionären in Warendorf. Wenn's Gold gibt, sonnt man sich im Glanz der Athleten. Geht was schief, ist man nicht zuständig, hat von nichts gewusst, kann das nicht hinnehmen und überhaupt greift man dann ganz hart durch. Dem Tier zu Liebe. Heuchlerische Drecksäcke, die mindestens so schlimm sind wie Lila Pudel. Die Kritik von Ludger Beerbaum geht in die gleiche Richtung und ist nicht minder korrekt.
ABER: Es ist die dritte bzw. vierte Nebelkerze, die sie wirft, um von ihrem Dopingvergehen abzulenken. 1. Werth: Whisper ist reittauglich. Für ein internationales Turnierpferd völlig belanglos - das muss wettkampftauglich sein. Ein Tier, das mit Fluphenazin und vergleichbaren Neuroleptika "behandelt" wird, behandelt werden musss, ist es sicher nicht. 2. Die Abklingzeit sei ihr falsch genannt worden. So was aber auch. Wenn man keine Erfahrung im Doping mit der Substanz hat und sich auf zehn Jahre alte Literatur stützt, kann einem schon mal entgehen, dass die US-amerikanische FN 90 Tage Wartezeit empfiehlt und nicht sechs, wie der Veterinär von W. Dass man das verdoppelt, um sicher zu sein, ist skeptisch zu bewerten: Sicher vor was? 3. Die Substanz sei zum Schutz des Tieres vor Aufregung beim Beschlag gegeben worden, also um das Tier vor Stress und sich selbst zu schützen. Für wie doof hält Frau W. die Gemeinde? Bisher war sie für mich auch Akademikerin, nun muss sie den Verdacht akadämlich zu sein gegen sich gelten lassen. Wenn das bei einem so alten Tier, das also x-mal schon beschlagen wurde, überhaupt nötig ist, dann nicht mit einer ad us. vet. nicht zugelassenen Substanz und nicht zweieinhalb Wochen vorm Pfingstturnier! 4. Diese Aktion selbst ist ein Entlastungsangriff, typisch weibliche Opfertaktik eben, der öffentlichen Druck auf die nationalen Gremien erzeugen soll. Falls sie von der FEI lediglich acht Monate Sperre kriegt, was ein Hohn wäre, will sie vorbauen, dass die warendörfliche Mischpoke ihr gem. nationalem Regelment (DOSB, NADA) nicht zwei Jahre aufbrummt bzw. bringt schon jetzt eine Klage in Stellung. Sie ist 39. Mit zwei Jahren Sperre ist sie draußen und außer Reiten hat sie ja nichts gelernt. Halt, doch: Jura. Bisherige jurisprudentische Gehversuche endeten im Rollator (Essen). Es ist also offen, ob sie auf dem Felde des Rechts auch nur annähernd ähnliche Meriten erringen kann wie im Viereck.
Der Fall wird spannend. Man denke nur an Salzgeber 2003. Auch hier der gleiche Veterinär und eine, sagen wir mal, sehr originelle Behandlungsweise, die der Fachwelt bis dato verborgen geblieben war (Testosteron bei Hautausschlag - was sagt der Bodybuilder denn dazu?). Frau S. kam mit lächerlichen drei Monaten weg. Ahlmann mit einem trivialen Pfeffersälbchen, das nicht mal standardisiert ist und nun jeder Reitersmann im Köfferchen hat, wir Normalos haben es als ABC-Pflaster im Arzneischränkchen, kassiert den Rauswurf aus Honkong, muss sämtliche Transportkosten und die sonstigen Fees zurückerstatten. Über die Dauer der Sperre wird noch gestritten. Auch hier vermutlich double-standards. Im Übrigen ist Ahlmann womöglich ein Opfer der zu feinen Analytik (wie weiland M. Freund in Ungarn dessen Heu mit "Dopingpflanzen" verseucht war, wie er klipp und klar toxikologisch nachweisen konnte, was zum Freispruch führte). Bin echt gespannt, wie die Sache ausgeht in gynokratorischen Zeiten in einer Sportart, die zu fast 100% weiblich dominiert ist und bei der es um die weltbeste Dressurreiterin geht. Normalerweise dürfte ihr gar nix passieren, dieser unschuldigen Opferin.
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roser parks,
27.06.2009, 16:58
- Isabell Werth attackiert Reiterverband - zu Recht! Aber... -
Dragman,
27.06.2009, 17:59
- Manuela Eschenlohr ebenfalls - Goofos, 28.06.2009, 01:52
- Wie gehabt! - Dragman, 30.06.2009, 02:17
- Isabell Werth attackiert Reiterverband - zu Recht! Aber... -
Dragman,
27.06.2009, 17:59