SPIEGEL
„Jungen unterliegen Mädchen in vielen Schuldisziplinen, erweisen sich als unflexibler, gewalttätiger und anfälliger für Krankheiten. Kurz: Das einst so stolze starke Geschlecht schwächelt. Forscher finden verblüffende Erklärungen für den Niedergang.“
Wenn man von der überwiegend weiblichen Lehrerschaft für gleiche Leistung schlechtere Noten kriegt und seltener eine Gymnasialempfehlung, nur, weil man ein Mann ist, würde ich das nicht gerade als „unterliegen“ bezeichnen. Zudem würde die Verweiblichung der Schule und v.a. der Lehrinhalte zu Umerziehungszwecken auch eine mögliche Erklärung für die seltsamerweise zeitgleich eingetretene Situation der Jungs bieten. Da es vor gar nicht langer Zeit durchaus nicht so war, dass Jungs (angeblich) unflexibler, gewalttätiger und anfälliger für Krankheiten waren, sollte man sich zuallererst mal die Entwicklung der Rahmenumstände ansehen, anstatt über angeblich angeborene Minderwertigkeit zu spekulieren. Und der letzte Satz, der einer als „stolz“ und „stark“ wahrgenommenen (und daher beneideten) Gruppe Schwäche unterstellt, befriedigt lediglich die narzisstischen Bedürfnisse potentieller Leserinnen.
„Denn das, was einst als typisch männlich galt, scheint heute nicht mehr zeitgemäß zu sein - weil sich die Gesellschaft gewandelt hat. Vielleicht ist das früher "starke" Geschlecht einfach nicht flexibel genug, um sich an die moderne Welt anzupassen.“
Ich frage mich dann aber, warum sog. emanzipierte Frauen dann ausgerechnet das doch so unzeitgemäße Verhalten von Männern nachahmen. Und seltsamerweise ist das „schwächelnde“ Geschlecht plötzlich wieder das „starke“, sobald es nicht mehr diskriminiert wird. Ist ja nicht so, dass die Facebooks, Googles, Youtubes usw. dieser Welt von den Frauen gegründet werden, die ja mit besseren Noten die Schule verlassen, in für sie rechtlich und faktisch quotierte Berufe strömen und dabei narzisstisch über das ehedem stolze, starke, aber nun schwächelnde Geschlecht fabulieren. Und das vermeintliche Totschlagargument, Frauen wären ja durch Kinder behindert (und nicht etwa durch ihre kognitiven Fähigkeiten, die weniger Kreativität oder Improvisationsfähigkeit, sondern v.a. Nachahmung beinhalten), ist da völlig wertlos. Mark Zuckerberg gründete Facebook mit gerade mal 20.
„Mehr noch: Womöglich sind Männer aufgrund ihrer archaischen biologischen Ausstattung dazu gar nicht in der Lage. Dann wären sie sozusagen ein Auslaufmodell.“
Die Träger des Y-Chromosoms und damit der Evolution ein Auslaufmodell? Aha.
„In der Schule, so belegt es die Pisa-Studie, zeigen Mädchen inzwischen sprachlich deutlich bessere Leistungen als Jungs.“
Sie zeigt – wie auch die IGLU-Studie - v.a., dass Jungs für die gleiche Leistung nur schlechter benotet werden. Weswegen auch der Reiz entfällt, gute Leistungen zu erbringen. Qualifikationskrise.
„Sie verstehen geschriebene Texte besser und können sie besser nutzen, um Aufgaben zu bewältigen. Manche Fachleute vermuten sogar, dass vor allem die schlechten Leistungen der Jungen zu Deutschlands miserablem Abschneiden bei der Studie geführt haben.“
Man fragt sich, wer diese ominösen Fachleute wohl sein mögen. Und selbst wenn es so wäre, dass die Jungs in der Schule objektiv schlechtere Leistungen bringen (und nicht nur schlechter benotet werden), wie erklärt sich dann wohl, dass sich das schlagartig ändert, sobald sie dem schulischen Umfeld entronnen sind?
„Sie stören auch weniger im Unterricht und arbeiten konstruktiver mit.“
D.h., sie sind braver und machen der überforderten doppelt- und dreifach-belasteten Lehrerin die Arbeit leicht, weil sie die gleichen kognitiven Fähigkeiten wie die Lehrerin selbst aufweisen: Nachahmung. Das wird eben honoriert.
„Sie lesen mehr als Jungen (die lieber mit dem Computer spielen oder fernsehen) und haben eine kreativere Freizeitgestaltung: Sie nutzen nicht nur elektronische Medien, sondern verbringen ihre Zeit auch mit Tanzen, Sport, Musizieren oder Basteln.“
Man fragt sich, WAS sie lesen und wer wohl öfters vor der Glotze sitzt. Wenn man sich das Fernsehprogramm so ansieht und auf welche Zielgruppe es wohl zugeschnitten ist. Und wenn Jungs „Computer spielen“, während Mädchen „elektronische Medien nutzen“ (so kann man aus ein und derselben Sache zwei wertmäßig völlig unterschiedliche Dinge machen), dann sehe man sich mal z.B. Mark Zuckerberg an, weswegen Jungs das machen. Und was das Übrige angeht: Man sehe mal in die Sportvereine, die Proberäume und die Werkstätten dieser Nation, wer was in seiner Freizeit macht. Oder man sehe sich die Teilnehmer von „Jugend forscht“ an.
„Sind die Frauen also in modernen Zeiten die überlegene Variante des Homo sapiens?“
Also Herrenmenschen somit?
„Können sie nun ihre Qualitäten ausspielen, nachdem die Jahrtausende währende Unterdrückung durch die Männer fast vollständig überwunden ist?“
Nein. Sie leben nun lediglich in einer Gesellschaft, welche – wo immer ihr das möglich ist, bei Leuten wie etwa Mark Zuckerberg ist’s halt schwieriger - aus ideologischen Gründen nach Geschlecht gratifiziert, nicht nach Fähigkeit und Leistung, weil das aus weiblicher Sicht eben Unterdrückung ist, weil Frauen dabei immer und überall den Kürzeren ziehen.
„Dass es biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, bezweifelt inzwischen kaum noch ein Forscher.“
Bis auf Gender-„Forscher“ z.B.?
„Männer ernähren sich nicht so gesund, treiben weniger Sport, nehmen eher Drogen und leiden häufiger an Krankheiten. Ihre Lebenserwartung liegt in westlichen Gesellschaften im Durchschnitt sechs bis sieben Jahre unter der von Frauen.“
Was natürlich auf die Ernährung zurückzuführen ist, nicht etwa auf Arbeitsumstände, Suizidalität, gesellschaftspolitische Ignoranz gegenüber männlichen Gesundheitsrisiken usw. – und was da wohl mit „Sport“ gemeint sein mag? Man sehe sich eine Marathonveranstaltung an, dann sieht man, was „Sport“ ist und wer ihn betreibt. Und was die „genetische Ausstattung“ als Erklärung für die angeblich „schwächere Konstitution“ der Männer angeht: Sobald Männer und Frauen gleiche Lebensumstände haben, leben sie annähernd gleich lang. Siehe Klosterstudie der Uni Rostock.
Usw. usf. – so einen Mist habe ich schon la..., äh, seit ca. zwei Tagen nicht mehr gelesen. Schreiben die voreinander ab? Kann nicht viel dazu gehören, Journalist zu sein, wenn man so was liest: Man nehme Mann und Frau, stelle im gesamten Text negativ belegte Adjektive vor „Mann“, positiv belegte vor „Frau“ und lege sich ansonsten alles so zurecht, dass eine narzisstische und zum eigenen Denken ohnehin nicht, weil kognitiv eben nur zum Nachahmen befähigte und gerade daher letztendlich wohl auch narzisstische, weil kognitiv Männern gegenüber benachteiligte und deswegen ewig gefrustete Leserin ihre Projektionen und Kompensationen bestätigt sieht.
gesamter Thread:
- SPIEGEL -
Mustrum,
14.04.2009, 12:19
- SPIEGEL - Expatriate, 14.04.2009, 13:06
- SPIEGEL -
Mustrum,
14.04.2009, 13:48
- Nein -
Peter,
14.04.2009, 14:59
- Nein -
Dummerjan,
14.04.2009, 18:01
- Ebenfalls Nein -
Peter,
14.04.2009, 18:36
- Ebenfalls Nein -
Mustrum,
14.04.2009, 20:09
- Ebenfalls Nein -
guest2,
14.04.2009, 22:12
- Ebenfalls Nein -
Mustrum,
14.04.2009, 23:09
- Ebenfalls Nein - Chato, 15.04.2009, 02:13
- Ebenfalls Nein - guest2, 15.04.2009, 03:36
- Ebenfalls Nein -
Mustrum,
14.04.2009, 23:09
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guest2,
14.04.2009, 22:12
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Mustrum,
14.04.2009, 20:09
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Peter,
14.04.2009, 18:36
- Nein - Leone, 14.04.2009, 18:50
- Nein -
Dummerjan,
14.04.2009, 18:01
- Nein -
Peter,
14.04.2009, 14:59
- SPIEGEL - Leone, 14.04.2009, 15:41
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Ausschußquotenmann,
14.04.2009, 23:42
- SPIEGEL-Artikel nicht so übel -
Viktor,
15.04.2009, 14:48
- SPIEGEL-Artikel nicht so übel - Mustrum, 15.04.2009, 22:55
- SPIEGEL-Artikel nicht so übel -
Viktor,
15.04.2009, 14:48