Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Jammern, jammern, jammern: Wie weiter mit dem Frauenhaus?

sonnenlilie, Saturday, 05.03.2011, 13:05 (vor 5431 Tagen)

Brandenburg – Was sich derzeit im Brandenburger Frauenhaus abspielt, ist kaum zu verstehen. Erst sperrte die Stadt das Dachgeschoss des Hauses, dann bemängelte sie den Namen „Frauen- und Kinderschutzeinrichtung“, nun wurde die Platzzahl von 16 auf elf reduziert.

„Wir haben immer Verständnis gehabt, aber so geht es jetzt nicht mehr weiter“, schüttelt Christel Mück-Hannemann verständnislos den Kopf angesichts dessen, was sich da zwischen der Stadt Brandenburg und „ihrem“ Frauenhaus abspielt.

Dabei hatte alle so gut begonnen. Vor zwei Jahren wurde an der Küche des Frauenhauses, das sich in der Verwaltung des Gebäude- und Liegenschaftsmanagements der Stadt befindet, gebaut, in diesem Zuge auch der Ausbau des Hauses besprochen.

Doch dann kam plötzlich alles anders. Statt Ausbau - der war der Verwaltung mit 250.000 Euro auf einmal zu teuer - stand urplötzlich Schließung auf dem Plan. Das komplette Dachgeschoss wurde dicht gemacht, wegen eines mangelhaften Rettungsweges und eines zu kleinen Fensters. Für Christel Mück-Hannemann unverständlich und eine Katastrophe: „Damit sind uns auf einen Schlag fünf Betten weggebrochen.“ Und weiter klagt sie: „Hier geht es um Opfer. Es ist unwürdig, dass die Frauen auf engstem Raum leben müssen und dabei ein eigenes Leben auf die Beine stellen sollen.“

Nach der Schließung gibt es im ersten Stock des Hauses nur noch drei Zimmer für zehn Frauen, in zweien davon stehen Doppelstockbetten. „Das geht einfach nicht, die Frauen müssen ständig von Bett zu Bett umziehen. Ich kann doch von keiner älteren Frau verlangen nach oben zu steigen.“ Die Folge: Im vergangenen Jahr musste die Leiterin drei Frauen ablehnen, eine Tatsache, die ihr bis heute zu schaffen macht.

Doch nicht nur das. Auch der Name, den sich die Einrichtung vor zehn Jahren gegeben hat, ist nun in die Kritik geraten. „Wir haben uns Frauen- und Kinderschutzeinrichtung genannt um zu zeigen, dass wir auch Kindern Schutz gewähren. Nun sollen wir uns wieder nur Frauenhaus nennen, das ist unverständlich.“ Und noch eine weitere bittere Pille musste die engagierte Leiterin schlucken: Die Anzahl der Plätze für in Not geratene Frauen wurde von 16 auf elf gesenkt. Dabei nicht zu vergessen: Im Brandenburger Frauenhaus finden auch Frauen aus dem gesamten Landkreis Potsdam-Mittelmark Unterschlupf und Hilfe.

Zudem dürfen die Frauen, so eine weitere neue Vorgabe, nur noch maximal vier Monate im Frauenhaus bleiben, dann muss eine andere Lösung gefunden werden. Christel Mück-Hannemann kann das alles kaum fassen. Von Seiten der Stadt fühlt sie sich verraten und im Stich gelassen. Informationen bekommen sie und ihr engagiertes Team nur hinter vorgehaltener Hand. „Und auch bei der Suche nach einem neuen, geeigneten Objekt wird uns nicht geholfen.“

Lediglich eines der möglichen neuen Häuser wurde besichtigt, die anderen beiden Objekte noch nicht einmal gezeigt. „Die sollen mittlerweile Kaufinteressenten haben, haben wir gehört“, so Mück-Hannemann. Dass es so und auch am alten Standort nicht weitergehen kann, weiß Christel Mück-Hannemann und will nun nicht mehr auf Hilfe warten, sondern selbst tätig werden: Im Sozialausschuss will sie vorsprechen.

Mit Kommentarfunktion: http://www.die-mark-online.de/nachrichten/lokales/kreisfreie-stadt-brandenburg/weiter-frauenhaus-1147949.html#1525569


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