Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Gleichstellung ist ein völlig unklarer Begriff

Robert ⌂, München, Thursday, 03.02.2011, 11:06 (vor 5461 Tagen) @ Polarisator

Nehmen wir einen Sorgerechtsstreit:
o Gleichberechtigung ist, wenn Väter - genau wie Mütter - das
alleinige Sorgerecht beantragen dürfen.

Richtig.

o Ergebnisgleichheit ist, wenn Vätern mit 50% Wahrscheinlichkeit
der Antrag bewilligt wird.
Wollen wir das nicht? Aha!

Nein, das wollen "wir" nicht.
"Wir" wollen, daß der Ausgang des Sorgerechtsstreits nicht von vorneherein am Geschlecht ausgerichtet wird. "Wir" wollen, daß eine Sorgerechtsstreit nicht zur wirtschaftlichen Vernichtung einer der Parteien führt, usw.

Kurz gesagt: "wir" wollen eine gerechte Gleichberechtigung (d.h. Möglichkeiten und Ausgang sind nicht a priori durch das Geschlecht vorgegeben).

Darum meine ich, daß wir uns von diesen Begriffs-Fetischen lösen
und nur noch über Gerechtigkeit sprechen sollten. Das ist zwar auch ein
schwieriger Begriff, aber er ist wenigstens nicht abstrakt. Warum? Weil
jeder von uns ein Gerechtigkeits-Empfinden hat - auch wenn er dies

Aber auch das "Gerechtigkeits-Empfinden" ist formbar und entwicklungsfähig (z.B. die Unterscheidung, ob jemand etwas aus Versehen oder mit Absicht gemacht hat, berücksichtigen Kinder m.W. in ihrer Entwicklung erst relativ spät).

Aber du hast trotzdem recht, die Gerechtigkeit wird viel zu wenig betont. Deine Ablehnung der "Gleichberechtigung" (gegenüber dem Staat) kann ich aber nicht nachvollziehen, denn diese gehört m.M.n. zur Gerechtigkeit unabdingbar dazu.

Robert

--
Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."


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