Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Egalia?! Wem kommt das bekannt vor?

Kein Wibsche, Monday, 31.01.2011, 02:45 (vor 5464 Tagen) @ Kurti

Martinson von der Kinderstätte „Egalia“ äußert sich: „Wir sagen
auch nicht: Ihr Schweden, lasst uns spielen! – Warum sollten wir die
Kinder dann nach Geschlecht trennen? Sicher, Kinder haben Vorlieben –
diese hängen jedoch nicht vom biologischen Geschlecht ab.

Richtig! Egalias Töchter, ein schwedischer Roman. Hier die Rezension einer Kundin, für alle, die nicht wissen um was es in diesem Buch geht.

Wenn jemand behauptet, feministische Literatur sei humorlos, dann reiche frau ihr/ihm dieses reichlich geschmacksfrei aufgemachte Paperback.

In diesem Roman ist alles anders: Hier sind die Frauen die "Männer" und die Jungen die "Mädchen", und sehr schnell wird offenbar, daß soziale Geschlechterdifferenz ("gender") keine Frage der Körperkraft ist, sondern eine mentale, die sich in der Sprache ausdrückt. Kreativ und clever formt Gerd Brantenberg (und mit ihr die Übersetzer Elke Radicke und Wilfried Sczepan) die real existierende Sprache und ihre gendertypischen Ausprägungen um -- und den LeserInneN bleibt das Lachen im Halse stecken! Auf der einen Seite die offensive Ausdrucksweise derer, die ihre "biologische" Höherrangigkeit zu rechtfertigen wissen, auf der anderen die zwischen Beschwichtigung und hinterlistigen Umtrieben changierenden Dialekte des minderen Geschlechtes. Es gibt weder "gut" noch "böse", denn alle Beteiligten sind mehr oder weniger krampfhaft damit beschäftigt, die bestehende Ordnung aufrechtzuerhalten, denn es kann ja eigentlich nur schlimmer werden.
Und der arme Petronius (dem Altphilologen fällt bei diesem Namen sofort das Satyricon ein!) stellt diese Ordnung nachdrücklich in Frage ...

Die Geschichte ist zwar inzwischen etwas hausbacken, dennoch stellt sie auf witzige und scharfzüngige Weise aktuell gebliebene Fragen. Und man versteht plötzlich sehr gut, was die Frauenbewegung der 1960er und 1970er Jahre antrieb, was immer noch akut ist, und wo es sich lohnt weiterzustreiten.

Ist das ein Zufall? Die Paralellen zwischen dem Namen des Buches, der Kindertagestätte, dem Thema des Buches und dem, was diese Pädagogin von sich gibt? Das ist doch irgendwie gruselig


gesamter Thread:

 

powered by my little forum