Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Hier ein paar "Gustostückerln" von Herrn Hollstein:

Kurti, Wien, Sunday, 30.01.2011, 21:52 (vor 5464 Tagen) @ jens_

Wir Maskulisten haben nämlich ein langes Gedächtnis:

"Herr Hollstein, ist der Mann wirklich in der Krise?
Männer, die das Gegenteil behaupten, lügen. (…)

Man geht davon aus, dass der Mann aus einem Gefühl biologischer Zweitrangigkeit heraus angefangen hat, die Welt der Kultur zu erschaffen, gewissermassen als Kompensation. Er erfand Werkzeuge, baute Behausungen, zog Zäune um Acker und Herden, formulierte Gesetze und gründete Herrschaft. Die Geschichte der Männlichkeit ist auch die Geschichte der Angst des Mannes vor der Frau. (…) Hier liegt auch das Geheimnis, warum Männer mit Hingabe grosse Schwierigkeiten haben. (…) Nicht selten reagieren Männer mit Wut und Aggression auf das Prinzip des Weiblichen. Die Loslösung von der Mutter ist ihnen nur gelungen, indem sie auch in sich sämtliche von der Gesellschaft als weiblich etikettierten Eigenschaften abgespalten haben: Fürsorglichkeit, Nachgiebigkeit, Zärtlichkeit, die Fähigkeit, Trauer oder Schmerz zu zeigen, das Bedürfnis nach Geborgenheit und Schutz. (…) Männer haben nie gelernt, ihre Gefühle zu verbalisieren, sie sind mit der Verhandlungskultur heutiger Partnerschaften völlig überfordert. Das ist der Grund, warum Männer sich Diskussionen entziehen und lieber in den Hobbykeller gehen. Der Mann reagiert mit Ohnmacht und Rückzug in die soziale Unverbindlichkeit. (…) drohen Zeugungsverweigerung und Impotenz. Tiefenpsychologisch gesehen ist Impotenz die Rache des Mannes an der Frau. (…) Frauen sind im Moment besser gerüstet für unsere Welt. Flexibilität, Kooperation, die Fähigkeit zu Teamarbeit und Empathie (…) – all das sind Eigenschaften, die Frauen eher haben. (…)

Wie funktionieren diese männerbündlerischen Systeme?
Das sind Männerschutzzonen, in denen durchaus auch die Angst vor dem anderen Geschlecht eine Rolle spielt. (…) Frauen (…) ruhen mehr in sich. (…)

Ein Mann, der bereitwillig das Machtkorsett ablegt, riskiert also, dass seine Frau mit dem nächstbesten Alphamännchen durchbrennt.
Ich glaube, wir Männer sind noch zu unflexibel. Vielleicht schaffen wir es, im Beruf leistungsbezogen zu sein und zu Hause fürsorglich. Mit Wollsocken hat das nichts zu tun. Empathie und Leistung schließen sich nicht aus.

Untersuchungen zeigen, dass der Mann beim Verlassen seines archaischen Podests in Liebesbeziehungen schnell zum Kleinkind degeneriert. Woran liegt das?
(…) Ich glaube, wir Männer müssen reifer werden, um Beziehungen zu führen.

Und wie?
Zunächst müssen wir uns die Krise überhaupt eingestehen. (…)

Gibt es noch etwas, was Männer besser können als Frauen?
Was Sensationelles fällt mir nicht ein. (…) Andere Vorzüge gehen ins Fragwürdige: Talent zur Selbstdarstellung und zu schnelleren Entschlüssen. Kommt Ihnen noch etwas in den Sinn?

Männer können Dinge besser verdrängen.
(…)"
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"Noch schlechter als im öffentlichen Bereich präsentiert sich die männliche Bilanz im privaten. Liebeskonflikte, Gewalt, Trennungen und Scheidungen entstehen in ihrer Vorgeschichte überwiegend aufgrund einer chronischen Beziehungsunfähigkeit der Männer. Die zunehmende sexuelle Impotenz von Männern ist zumeist nur ein Ausdruck davon."
(Quelle: www.walter-hollstein.ch/theorie.html, gefunden 2008)
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"Die meisten Männer taugen nichts für moderne Frauen
(…) Starken Frauen gehen deshalb die Partner aus.
Während Frauen heute ein neues Selbstbild entwickelt haben, sind Männer teils sehr verunsichert
(…)
Hollstein: Den Männern fehlt häufig das selbstkritische Bewusstsein. So etwas muss man halt auch lernen."
(Quelle: www.welt.de/wissenschaft/article10713473/Die-meisten-Maenner-taugen-nichts-fuer-moderne-Frauen.html, 03.11.10)
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"Die fatale Männerkungelei mit den Kachelmännern
Jörg Kachelmann, Wayne Rooney, Charlie Sheen & Co.: Verletzender Umgang mit Frauen wird unter Männern bewundert. Das ist fatal.

(…)

Der Mythos des 'lonely wolf'

Nötig und dringlich wäre hingegen die selbstkritische Reflexion, was sich in einem solchen Beziehungsverhalten an pathologischen Momenten verbirgt, an männlichem Unvermögen und selbstredend auch an männlicher Angst vor Bindung und Verantwortung. Männlichkeit ist traditionell mit Leistungsfähigkeit verbunden, Weiblichkeit mit Beziehungsfähigkeit. (…)

Der englische Soziologe Victor Seidler konstatiert, dass Männer lernen, 'sich gegen Beziehung zu schützen'; er leitet diesen Tatbestand in breit gefächerten Studien aus der abendländischen Geschichte männlicher Rationalität und Autonomie ab.

Tatsächlich beziehen sich Männer vornehmlich sich auf sich selbst; ihr Ideal ist die Autarkie. Abgrenzung und Distanz sind männliche Tugenden; am stärksten sind sie im männlichen Mythos des 'lonely wolf' verankert.

Familienleben als fremdes Land für Männer

In der Vorbereitung auf das erwachsene Leben lernen Jungen wenig von dem, was Beziehung, Liebe und Partnerschaft erfordern. Insofern ist der provokante Ausspruch des amerikanischen Arztes und Männerforschers Ronald F. Levant durchaus trefflich, dass das Familienleben für Männer ein fremdes Land darstellt, dessen Sprache sie nicht sprechen. Basale Fähigkeiten für intime und soziale Beziehungen wie Empathie, Mitgefühl, Fürsorglichkeit, Nähe, Dialogbereitschaft, Geduld oder Frustrationstoleranz sind nach wie vor weiblich etikettiert; im männlichen Sozialisationsprozess kommt ihnen nur eine untergeordnete Rolle zu.

Die Folgen zeigen sich in ihrer restringierten Auffassung von Beziehung und in der eigenen, eingeschränkten Fähigkeit, sich gefühlsmäßig zu versorgen. Die beschriebene Selbst-Bezogenheit funktioniert solange, wie die emotionalen Bedürfnisse an Frau und Familie delegiert werden können.

(…) Die andere Seite der Medaille – sozuschreiben dialektisch verbunden – ist aber eben das eingeschränkte Eigenschaftsprofil in Bezug auf die eigene Gefühls- und Beziehungswelt.

Das müsste endlich kritisch erkannt werden, und die Folge hätte zu sein, als Mann dazu zu stehen und für die Veränderung einer Männerrolle einzutreten, die dazu führt, andere und sich selbst nicht mehr zu verletzen.

(…) Sicher stehen die Institutionen in der Verantwortung, wenn Männerrechte verletzt oder diskriminiert werden; aber der Ruf nach dem Staat klingt schal, wenn Mann nicht bereit ist, erst einmal den eigenen Müll zu beseitigen.
(Anm. Christoph Altrogge: War der letzte Satz eine Aufforderung, den Verfasser dieses Textes mit dem Kopf nach unten in eine Mülltonne zu stecken???)"
(Quelle: www.welt.de/debatte/kommentare/article10710948/Die-fatale-Maennerkungelei-mit-den-Kachelmaennern.html, 03.11.10)
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"Herr Hollstein, ist der Mann wirklich in der Krise?
Männer, die das Gegenteil behaupten, lügen. (…)"
(Quelle: "NZZ Folio" 8/05)
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Gruß, Kurti


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