Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Die ganze Welt steht in lodernden Flammen! War noch nie anders.

Roslin, Sunday, 16.01.2011, 22:53 (vor 5478 Tagen) @ Chato
bearbeitet von Roslin, Sunday, 16.01.2011, 23:12

Hat es hier wohl einer nötig? Vielleicht verstehst du einfach nicht
recht, was ich zu dir sage? Ich unterstelle dir keineswegs eine
ungebührliche Schlichtdenke, Roslin,

Entschuldige Chato, Dich wollte ich damit auch gar nicht ansprechen.
Das bezog sich alles auf die Ausführungen der "Japanologin", die meinte, bei Darwin und Spengler könne man keine Antworten finden, Japanisches betreffend, weil beide wenig bis keine Kenntnisse japanischer Kultur/Verhältnisse hatten.

Das "zu Dir gesagt" bezog sich nur auf den Hinweis, wie ähnlich sich der Entwicklungsgang von Kulturen in ihrer Aufeinanderfolge gestaltet, unabhängig z.B. von der vorherrschenden Religion, weil Du mich doch gerne darauf hinweist, der Niedergang der europäischen habe mit der Reformation eingesetzt und seit dem sei die Ordnung des Zeitlichen viel schlimmer geworden.

Das ist sie nicht.

Sie war vorher schlimm und ist es heute immer noch.

Deine
gesellschaftspolitische Aussage war immer die gewesen, daß die sozialen
Bedingungen der "repräsentativen Massendemokratie", wie sie aus der
Aufklärung und der Französischen Revolution nunmehr global hervorgegangen
sind, GARANTEN für das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl
wären.

Ja, das glaube ich nach wie vor.
In den Massendemokratien sind die Verhältnisse lange Zeit tatsächlich besser gewesen als je zuvor in der Geschichte menschlicher Ordnungen und so ist es immer noch.

Sie sind allerdings nicht dauerhaft zu halten, wenn nicht eingreifende Reformen stattfinden.
Die möglich sind, wenn Einsicht in ihre Notwendigkeit erreicht wird.
Ob die zu erreichen ist, weiß ich nicht.
Das aber ist die einzige Hoffnung die anstehenden Probleme zu lösen.
Bleiben sie ungelöst, geht aller Vorraussicht nach nicht die Welt unter, sondern nur ein großer Teil der Menschheit.
Das wird grausam genug, aber für die Menschheit geht das Spiel weiter, das Gott nun schon so lange laufen lässt.

Ich habe das immer dezidiert bestritten, sowohl was den Inhalt und
die numerische Manpower dieses angeblichen "Glückes" betrifft, als auch
insbesondere, was ihren Ort angeht ("Paradies auf Erden").

Es geht dabei nicht um die Schaffung eines Paradieses auf Erden, es geht darum, die Hölle zu verhindern, halbwegs erträgliche Verhältnisse zu schaffen, die, z.B. dafür sorgen, dass nicht allzuviele Menschen nie auch nur eine Ahnung von einem "guten" Gott bekommen, weil sie von alkololisierten Müttern in eine Welt mit saufenden, sie prügelnden Vätern geworfen werden, in Armut, Unbildung, Krankheit, Hunger und Not, womöglich noch unter einer asozialen, tyrannischen Regierung.

Menschen unter solchen Verhältnissen werden es sehr viel schwerer haben zu einer Metanoia zu gelangen, zu Gott zu finden als solche, die in wohlhäbigeren, freundlicheren Verhältnissen mit liebevolleren Eltern aufwachsen, werden es schwerer haben, nicht zu hassen, sich nicht zu hassen, ihre Eltern nicht zu hassen, ihre Mitmenschen nicht zu hassen, Gott nicht zu hassen.

Wenn dir
nun allmählich das sagenhafte Desaster zu dämmern beginnt, das
zumal die aufgezwungene Hinorientierung der Heiligen Kirche auf die
Ideologien der Welt und das diesseitige, profane, menschengemachte "Glück"
heraufgeführt hat, dann müßtest du mir bitte schon erklären, wie das
alles denn nun heute in Beziehung steht zum "demokratischen Glück",
das du früher hattest heraufziehen sehen.

Das demokratische Glück hat die menschenfreudnlichsten Verhältnisse geschaffen, die es je auf diesem Planeten gab.
Es gilt, das zu erhalten.
Dazu ist Einsichtsfähigkeit vonnöten.
Ob sie aufgebracht wird, ist fraglich, aber nicht unmöglich.

Evident ist doch die
"demokratisch kollektivierte Masse" überhaupt erst der Schoß, aus
dem all die furchtbaren Ungeheuer geboren werden, die nun
umhergehen, um die Seelen zu verderben.

Nein, das ist nicht evident.
Die Ungeheuer gehen um, seit es Menschen gibt.
Die Demokratie ist die bisher beste Methode, sie zu zähmen.
Das ist evident.

Die Ungeheuer verschwinden ja nicht in einer Diktatur, sei sie nun faschistisch, kommunistisch oder nationalsozialistisch, sondern werden erst recht entfesselt.
Sie verschwinden nicht einmal in einer christlichen Monarchie.
Auch dort gehen sie um, entfesselter als je in einem sozialen, demokratischen Rechtsstaat.
Auch in dem gehen sie um, aber eingehegter als in allen anderen Ordnungen, die die Menschheit bisher versuchte.
Ich will den Zusammenbruch dieser Ordnung nicht erleben.
Ob er verhindert werden kann, das weiß ich nicht.
Fahren wir so fort, ist er unvermeidlich.

Aber das, Chato, ist höchstwahrscheinlich nicht der Weltuntergang, sondern nur der schreckliche Untergang einer einst schönen Zivilisation, ein Untergang unter vielen, dem noch viele Auf-und Untergänge folgen können.

Nach uns kommen andere, andere Menschen sowieso, aber eben auch andere Zivilisationen.

Die katholische Kirche wird noch lange die Menschheit auf ihrem Weg durch die Zeit begleiten müssen und das heißt auch, um eine zeitliche Ordnung ringen müssen, die so menschenfreundlich ist wie möglich.

Besseres als eine soziale Demokratie hat die Menschheit bisher nicht hervorgebracht.

Die Welt steht in lodernden Flammen,

Das ist nichts Neues für die Welt.

entzündet durch unvorstellbar
skrupellose Schwerverbrecher, von denen einige sogar bis ins innerste Herz
der Kirche vorgedrungen sind,

Auch das ist nichts Neues.
Trotzdem ist die Kirche mittlerweile rund 2000 Jahre alt und, sollte die Welt dann noch bestehen, sie wird auch in 2000 Jahren noch sein.
Wenn von diesem schönen Kontinent und seiner Kultur etwas übrig bleibt, dann DIESE katholische Kirche.
Vielleicht residiert dann der Papst nicht mehr in Rom, aber es wird einen geben, vielleicht in Jerusalem, vielleicht in Shanghai, einen römischen Papst, der die römisch-katholische Kirche lenken wird durch die Zeit und sie wird eine der größten Glaubensgemeinschaften des Planeten sein, vielleicht nicht in Europa oder dem, was von Europa dann noch übrig ist, aber in Afrika, in Asien, in Lateinamerika.
Solange die Welt besteht.

und sie brennt nun an sämtlichen Enden. Das
ist keine seichte Zeit, um Orchideen eines eitlen Ego zu züchten, sondern
die Wahrheitsfrage erhebt sich in ihrer erhabenen Majestät zur
ganzen Größe. Es verliert sich naturgemäß alles Horizontale und
Zwischenmenschliche, sobald erst einmal nur noch die steile
Senkrechte
übrig ist. Ersichtlich befinden wir alle uns in direkter
zeitlicher Nähe zu dieser äußersten Erfahrung. Wer sich darauf nicht
vorbereitet, der kann nicht bestehen.

Noch einmal Chato: Du dramatierst die Gegenwart und verklärst die Vergangenheit.

Die Zeitläufte sind nicht gut. Das waren sie nie. Sie sind in unserem Teill der Welt sogar immer noch weit überdurchschnittlich gut, mit großer Aussicht auf dramatische Verschlechterung, auf "Normalisierung" hin, könnte man sagen.

Davon geht die Welt nicht unter.
Die geht für jeden einezelnen unter, wenn wir sterben.
Das muss man aber nicht dramatisieren.

Auch das war nie anders.

Vor diesem Hintergrund erhebt sich für jeden von uns die Frage nach der Vertikalen.

Auch das ist nichts Neues.

Etwas weniger Drama bitte, es ist dramatisch genug, allerdings heute nicht schlimmer als vor 1000 oder 2000 Jahren

Meine Antwort auf die Anfrage der Vertikalen: Ich versuche, inkonsequent und schwach und sündig wie ich bin, mein Leben auszurichten nach den Lehren Christi, so, wie sie mir DIESE katholische Kirche vermittelt, so, wie ich sie vor meinem Gewissen verantworten kann, im Vertrauen auf einen barmherzigen Gott


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