Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Unterschied christlich und muslimisch

Informator, Monday, 20.12.2010, 13:11 (vor 5505 Tagen) @ Flint

Was heißt das, irgendwie und solala? Wer will für andere
bestimmen welches Bild sie sich von Gott machen?

Das heißt, ohne Auferstehung. Jesus wäre demnach nichts weiter als ein menschlich sympathischer Moralprediger gewesen, mit einem Herz für Benachteiligte und für Frauen, und zu dumm, um die Folgen seines Handelns für sein Leben abzuschätzen.

Die Muslime haben von ihm eine etwas höhere Meinung; allerdings halten auch sie ihn für einen bloßen Propheten.

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Im Übrigen geht es ja gar nicht darum, zu bestimmen, welches Gottesbild sich Andere zu machen haben.

Wer die Gottessohnschaft Jesu Christi leugnet, darf es tun. Nur ist es sinnlos, wenn er sich dann als Christ bezeichnet. Denn die Muslime glauben ja auch an Jesu physische Existenz damals, aber das macht sie nicht zu Christen.

Das Christentum ist die theologisch komplizierteste, am schwersten verständliche aller Religionen. Islamische Theologie ist die Reduktion - die Rückführung - der christlichen Theologie auf die einfachsten Elemente, die Jeder vestehen kann. Glauben wird da identisch mit Handeln und mit Gemeinschaftszugehörigkeit, und mit Politik. Kein Muslim muß sich fragen lassen, ob er "wirklich" glaubt. Wenn er mitmacht, was alle machen, dann glaubt er, Punkt.

Für den Christen dagegen gehört der Zweifel fast essentiell dazu, jedenfalls als Durchgangsphase. Zurecht kann niemand als gläubiger Christ bezeichnet werden, nur weil täglich zur Messe geht, oder sie als Priester sogar selber durchführt. Es gibt einfach ungläubige Priester, die das auch offen zugeben; sogar solche, die nicht nur an die Auferstehung des Gottessohnes nicht glauben, sondern nicht einmal am Vatergott.

Wenn man sie dann fragt, warum sie weiter als Priester tätig sind, so sagen sie, es sei gesund für sie und für die Schäfchen und für den Staat, an soetwas zu glauben. Sie machen sich zu Handlangern der Brot- und Spiele-Politik: Gebt ihnen Glauben (=Illusionen), dann bleiben sie ruhig.

Manche sagen auch ganz offen, daß es für sie der naheliegendste Weg war, zu einem Brotberuf zu kommen, und daß sie dabei bleiben müßten, weil sie ja nichts anderes gelernt haben.

Der Glaube als Opium fürs Volk - genauso, wie Marx das schon für seine Zeit behauptet, und für die heutige Zeit prophetisch vorausgesagt hat. Nur sah er nicht, daß Krankheit ohne einen gesunden Kern gar nicht möglich ist. Die Krankheit oder Entartung hat kein Eigensein; sie hebt sich sofort selber auf, wenn sie den sie tragenden Organismus vollständig ergriffen hat.

Darum gibt es, wo es Irrtum gibt, immer auch die absolute Wahrheit, umgekehrt nicht. Die Feststellung einer Falschheit, eines Irrtums setzt ein Kriterium voraus, an dem die Feststellung erfolgen kann, und das ist die absolute Wahrheit. Man weiß um sie intuitiv, aber man kann sie selbst nicht fassen.

Philosophisch ausgedrückt:

Die Wahrheit ist das Maß ihrer selbst - und (=zuzüglich) der Falschheit.

Gruß
trel


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