Narrowitsch
Die 'Zeitin' ist der 'Stürmer' des intellektuellen Prekariats der 68er,
insofern genauso erkenntnisresistent wie die Kundschaft, denn genau deren
Bedürnisse erfüllt sie- durchaus legitim!
Hmmm, ächz, das ist wohl so. Und ich Dussel glaubte einst, damals in der DDR, für ein System, dem unabhängige Berichterstattung innewohnt, kämpfen lohnt. Das bleibt auch in meinen Augen so. Nur ist es bitter zu lernen, dass die Meinungsdiktatur der Partei der Arbeiterklasse sich von der Meinungsdiktatur des Geldes vor allem durch die Wirksamkeit unterscheidet. Wer den Denkfaulen, ideologisch Blinden Honig ums Maul schmiert und bittere Medizin in homöopathischen Dosen verabreicht, dem gelingt es weitaus besser gedankliche Giftmischerei als verzeihlichen Kunstfehler unter die Leute zu bringen, als Leute die mit Hammer und Sichel werkeln. Gegen die Holzhammerschläger wußte ich mich gemeinsam mit Gesinnungsgenossen zu wehren, gegen die Geldschneider, die ggf mit den Stricken handeln, an denen sie einst baumeln könnten (Lenin) fühle ich machtlos. Ich sehe immer immer klarer, wie sehr sich natürliche Verbündete im Strickhandel üben.
Nur- wer sich sklavisch an die
Erwartungshaltung seiner Kundschaft kettet, geht auch mit ihr unter und
genau dies wird eintreten.
Die einen saufen noch Sekt, wenn ihnen der Sumpf bis zur Oberkante Unterlippe reicht, die anderen bezahlen für den Morast soviel, dass es nicht einmal für Selterswasser reicht.
Allerdings hat sie jeglichen Anspruch,
journalistische Arbeit zu leisten, natürlich längst verwirkt und insofern
wäre ein Verschwinden dieses Blättchens nicht weiter tragisch.
Wenn es nur um das Verschwinden der ZEITIn ginge, ja.
Nur eine Kleinigkeit ist es, die mich maßlos nervt: 'The elder Statesman'
Schmidt, der in allen Lagern als weise gepriesen wird mit seinem ohne
Zweifel vorhandenen Format- er ist seit Jahrzehnten Mitherausgeber dieser
Postille, garantiert nicht ohne Einfluß auf den Inhalt und was hat er
getan gegen diese formvollendete Blödheit einer metrosexuellen Schwuchtel
wie di Lorenzo und seinen PudelInnen? Nüschte. Niente. Nix.
In der Tat: unfassbar. Für mich nur mit einer Haltung zu erklären, die gewisse Zeiterscheinungen mit dem Wort "Gedöns" beschreiben und sich Wichtigerem widmen. Währungsfragen zum Beispiel. Oder internationale Beziehungen.
Indes ist dem Golem aus Lehm Leben eingehaucht: das Netz 2.0.
Dein Optimus in Ehren, aber ich sehe die Unterwasserminen in Massen treiben, die im Kontakt mit Netzen nicht nur diese zerfetzen, sondern auch die Kutter und die braven Fischersleut.
Wir können sicher sein, daß es im Bregen des alten Herrn keinen Platz
hat. Der Tod wird es ihm ersparen, etwas Fundamentales nicht auf der
Rechnung gehabt zu haben.
Ich gönne es ihm. Schon wegen seines seinerzeitigen Handelns in Sachen Flut in Hamburg und des Doppelbeschlusses, der mehr für den Weltfrieden leistete, als alle Lichertketten sämtlicher Lorenzos zusammen.
Wir müssen nochmal in den Krieg, guter alter Narro!
Ja, schon. Ich ziehe da mit. Nur: haben wir gegen Mühlen, äh Windräder, eine Chance?
© ![[image]](http://smiles.kolobok.us/rpg/jester.gif)
--
Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-
Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.
gesamter Thread:
- Narrowitsch -
Holger,
15.12.2010, 20:16
- Narrowitsch -
Narrowitsch,
16.12.2010, 10:10
- Lenin und Holgowitsch -
Cardillac,
16.12.2010, 11:32
- Lenin und Holgowitsch - DvB, 16.12.2010, 14:26
- Lenin und Holgowitsch - Narrowitsch, 17.12.2010, 14:50
- Lenin und Holgowitsch -
Cardillac,
16.12.2010, 11:32
- Schmidt - DvB, 16.12.2010, 14:11
- Narrowitsch -
Narrowitsch,
16.12.2010, 10:10