Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Bluthilde und das Binnen-I(iihhh)

Leser, DFR (Deutsche Femokratische Republik), Wednesday, 27.10.2010, 01:35 (vor 5558 Tagen)

"Binnen-I, gender gap und gender character I "

Nabend zusammen,

den nachfolgenden Beitrag wollte ich euch mal zukommen lassen. Ein ganz wichtiger Disclaimer vorab von BlutwürstIn:

Hinweis: Für diesen artikel ggt. das firefox-plugin „binnen-i-begone“ deaktivieren!

Im ernst, ich hielt es erst für Satire - aber offenbar ist der ganze Text tod-, sorry, bluternst gemeint, wenn auch blutleer geschrieben. Fangen wir an:

Selbstkritisch müssen wir feststellen, dass wir durch unsere wichtige wachsame und kritische klassenfeindbeobachtung die sprachlichen entwicklungen in der avantgarde der proletarischen revolution aus den augen verloren haben. Konkret meine ich den wechsel vom binnen-I zum gender gap in der geschriebenen sprache.

Beim gender gap kommt uns als weitere ausrede zugute, dass dieses wort auch im zusammenhang mit der durch die marxistische sozialwissenschaft bewiesenen wüllkirlichen schlechterbezahlung von frauen verwendet wird, wir also die sprachliche brisanz dieses begriffes zugunsten der soziökonomischen übersehen konnten.

Eigentlich kann man hier schon aufhören zu lesen - aber, da 'unsere wichtige wachsame und kritische klassenfeindbeobachtung die sprachlichen entwicklungen in der avantgarde der proletarischen revolution' nicht aus den Augen verloren haben, sollten wir (wer ist diese "Blutgemeinschaft" eigentlich?) doch wachsam bleiben angesichts der 'klassenfeindbeobachtungen'. Nun ja, ich dachte, solches schreibt die FrauIn immer groß :)

Sei es drum, kann auch ein Tippfehler sein. Und die 23 Prozent voll fiese Lohnbenachteiligung wurde auch nicht weiter quantifiziert im Sinne feministischer "Opfer-Trigger". Also, Weiter im Text:

Das binnen-I soll künftig zugunsten des gender gaps ersetzt werden. Erstens ist dies dies eine englische bezeichung für eine sache, die nur in der deutschen sprache vorkommen kann, es verrät also den internationalismus kritischer genderlinguistik besser als das rein-deutsche wort „binnen-I“. Es besteht sogar die hoffnung, dass der sexualartikulative wert des gender gaps von den englischsprechenden anerkannt und revolutionär übernommen wird.

Ok, wir nähern uns der "VibratorIn" im Sinne 'kritischer genderlinguistik' Gender wird bei uns halt klein geschrieben, denn:

Das binnen-I hat in der hinsicht total versagt, wie der blick in beliebige aktuelle englische spracherzeugnisse verrät, in denen dieser versuch der sprachlichen geschlechtersensitivität wegen seines deutschtümelnden beigeschmacks bis heute nicht übernommen wurde.

Au weia, deutschtümelnde Anglizismen, oktrujiert von bewegten "Blut-Schweiß-und-Tränen-Frauen" nun auch. Und nun ist das alles deutschtümelnd, das verstümmelnde; interessant ...

Zweitens wirkt das binnen-I zu oft als phallusersatz. Gerade wenn –wie es meine linksschreibung ist– substantive klein geschrieben werden, ragt das binnen-I (z.B. bei innenarchitektInnen) heraus wie eine pershing-II-rakete.

Jaja, so ist es, wenn feministische Linguistik-Saat zur Pershing wird :-) Ich bekomme gerade eine patriarchalisch alles weibliche unterdrückende semantische Dauererrektion beim Schreiben des großen "Iiihhs". Himmel, geht es noch abstruser, Bluthildchen? Aber meine Schwellkörpervolumenveränderungen haben sicherlich hiermit zu tun:

Patriarchalische aggressionen werden auf diese weise nicht im bewusstsein des männlichen genders reduziert, sondern in wirklichkeit nur auf das weibliche gender mitverteilt. Man kann die sprache aber nicht von patriarchalisch-faschistischen überbleibseln säubern wie man eine küche säubert, nämlich indem man den dreck mit dem wischelement (von rassisten „lappen“ genannt) einfach verteilt. Deswegen muss das aggressionsdiffusive binnen-I verschwinden.

Mist, danke für den Hinweis! Aber, wer hat's erfunden - die Männer vielleicht? Schöner Versuch, noch einen Opfer- bzw. Missbrauchsanwurf mühsam und sprachlich mit Versatzstücken zusammengezimmert anzuschleppen. Da muss Gewaltschutzgesetz 3.0 her: "Ich, als Betroffene wurde mit dem Binnen-I penetriert! Begründung:"

Drittens transportiert das binnen-I einen überholten geschlechterdualismus. Das unterdrückungssystem aus kapital und patriarchat brauchte die künstliche bipolare geschlechterdifferenzierung, um die herrschenden von den beherrschten zu scheiden. So wurde dort das männliche geschlecht konstruiert, dass nur die herrschenden patriarchen haben (z.b. maggy thatcher, golda meir, elisabeth I. und II., zarin katharina und die eunuchen für das himmelreich), und das weibliche geschlecht der beherrschten arbeiter_innenklasse.

Ok, man könnte es auch Fließtext mit Fremdwort-Diarrhoe nennen, dass bleibt dem Auge des Binnen-I-Patriarchen überlassen. Glaubt ihr nicht? Dann lest mal:

Viertens bietet die art und weise, wie das gender gap gefüllt wird, neue sexualartikulative möglichkeiten, die der gesellschaftlichen entwicklung förderlich sind. Bekanntlich bestand sprache im urkommunismus hauptsächlich aus vegetativen grunz- und quietschlauten.

Komisch, ich musste bei Grunz- und Quietsch-Lauten an Peter Ustinov als "Nero" im Film "Quo Vadis" denken. Denn dort prophezeite man ihm diese Geräusche im Angesicht des Ablebens. Naja, ist wohl Interpretationssache, denn

Erst die ausformung von herrschaftsstrukturen begünstigte die entwicklung komplexerer sprachmechanismen. Diese strukturen trieben aber auch die autoritäre sprachkastration voran, so dass heute viele gar nicht mehr denken können und dürfen, wie sexualartikulativ alltagssprache sein kann und sein soll, wenn wir nicht uns in unserem vollgeschlechtlichen menschsein selbst verneinen wollen.

Sag ich doch: Nero in Quo Vadis. Der hatte neben 'vollgeschlechtlichen menschsein' auch noch andere Qualitäten, die manchen GenderdramatIkerinnen feuchte Schlüpfer bescheren dürfte. Man könnte es wohl auch die "verbale unbefleckte Empfängnis" nennen. Der alte Despot war ja auch ein(e) blutrünstiger MassakeurIn und hatte was mit seiner Schwester:

Bislang müssen die angehörigen der us-streitkräfte ihre sexuelle identität verleugnen, als könne man im biwak, beim maschinenwarten oder im gefecht einfach so vermeiden, über seine sexualität zu reden oder als könnten vorgesetzte ihre untergebenen führen, wenn sie nur über ihre fachlichen aber nicht sexuellen qualifizierungen bescheid wissen dürfen. Aber auch das totschweigen der sexuellen identität ist sexueller missbrauch!

Genau! "Beachte mich endlich sonst missbrauchst du mich". Geht es noch durchgedrehter? In welchem HamsterInnenrad läuft die eigentlich?

Die unterdrückten sexuellen bedürfnisse führen dann zu aggressionen im interesse des imperialismus, also führt sexuelle unterdrückung zu internationaler unterdrückung. Ganz anders sähe es aus, wenn man je nach sexuellem selbsterfahrungsstand des besprochenen personenkreises von soldat_innen, soldat!innen, soldat?innen, soldat+innen, soldat§innen, soldat%innen, soldat=innen, soldat~innen und soldat@innen reden und schreiben könnte.

Nenn es doch beim Namen: 100 Prozent Tote sind männlichen Geschlechts; verbluthildet im Namen des Volkes und für Mädchenschulen. Ganz schlimm, diese internationale Unterdrückung (für die Schlauen hier: Erkennt ihr den Zirkelbezug?)

In zusammenarbeit mit dem steuerfinanzierten institut für queertheoretische sprachforschung (vormals friedrich-engels-institut für marxistische sexuallinguistik) unter leitung von prof. wilhelm bückreich werden wir demnächst diesen ansatz der füllung des gender gaps, den gender character, mit vielen beispielen ins bewusstsein bringen. Wir werden damit dieses dokument der universität graz an geschlechtssensitiver formulierungskunst übertreffen und einen wichtigen beitrag zu den überlegungen der Berliner assoziation für theorie und praxis (hier vor allem die diskussion am ende der seite beachten) leisten.

Das ist echt eine Leistung! Sprachlich blutrünstig und dennoch missbraucht bzw. Gender-missachtet kastrieren manchInnen nun auch den Rest des gesunden Sprachempfindens und füllen ihren angesichts des Widerstandes "Gender-Brain-Gap".

Wer sich diese Realsatire nun antun mag:

http://anonym.to/?http://bluthilde.wordpress.com/2010/10/22/binnen-i-gender-gap-und-gender-character-i/

Sprachdurchfall_in ist wohl scheinbar nicht heilbar. Schon garnicht, wenn dieser mit Bluteinschlüssen versetzt ist.

Leser (so ganz ohne selbstreferenziertes Errektions-Iiiihhh) ;-)


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