Der Standard"Text in gerechter Sprache (TigS)"
Ich hab mir nun die Mühe gemacht, den guten Teil entsprechend umzuschreiben. Sehr schön, was dabei herauskam, liest sich gleich viel flüssiger. Esther Vilar hat schon vor 40 Jahren, als der Feminismus noch unangreifbar schien, geschrieben, was bis heute immer noch in sämtlichen Leitmedien allerhöchste Autobahn ist und dort der inneren Zensur zum Opfer fällt.
* Gelobt sei die männliche Spezies
adler nach Dagmar Buchta, DieStandard, 07. Oktober 2010, 07:00
Esther Vilar formulierte mit ihrem Standardwerk "Der dressierte Mann" Anfang der 1970er-Jahre die These: Die Männer sind das unterdrückte Geschlecht - und die Frauen ihre Ausbeuterinnen.
"Die Frauen lassen die Männer für sich arbeiten, für sich denken, für sich Verantwortung tragen. Die Frauen beuten die Männer aus", schreibt Esther Vilar in der Einleitung ihres Buches "Der dressierte Mann", das 1971 erstmals in München erschienen ist und die Schriftstellerin mit einem Schlag über Deutschland hinaus bekannt gemacht hat. Mit ihren Thesen postuliert sie eine Umkehrung der tatsächlichen Verhältnisse bzw. dessen, was die Frauenbewegung mit ihrem Wiederaufleben Ende der 1960er-Jahre mantrahaft immer wieder aufsagt: Seit dem Beginn des Patriarchats würden die Frauen als Menschen zweiter Klasse, als das "andere Geschlecht" unterdrückt und degradiert.
Esther Vilar dagegen schlägt sich mit ihrer Schrift auf die andere Seite: Während die Männer stark, intelligent, phantasievoll sind, nennt Vilar die Frauen schwach, dumm, phantasielos und sie fragt sich, warum trotzdem die Männer von den Frauen ausgebeutet werden und nicht umgekehrt. Damit löste sie enorme Kontroversen aus. 1975 kam es zu einem Fernsehduell mit Alice Schwarzer, in dem diese Esther Vilar angriff: "Sie sind nicht nur Sexistin, sondern auch Faschistin". Zudem verglich sie das Buch der jüdischen Autorin mit der antisemitischen Zeitung "Der Stürmer".
Dazu fällt mir nur dieser Satz ein:
"Was Hans über Peter sagt, verrät uns mehr über Hans, als über Peter"
In den folgenden Jahren publizierte Esther Vilar weitere Bücher, in denen sie sich gegen feministische Positionen aussprach. Beispielsweise in dem 1977 erschienenen Werk "Das Ende der Dressur", in dem sie Lesben vorwirft, heterosexuelle Frauen ideologisch zu verführen, die "normalerweise für ihre ausgefallenen Wünsche absolut unzugänglich" wären. Die gesamte feministische Bewegung besteht ja nur aus Lesben und "männlichen Feministinnen", erklärte Vilar.
Was ist der Mann - was ist die Frau?
Esther Vilar definiert den Mann als einen Menschen, der arbeitet - und zwar vor allem für andere, seine Frau und die Kinder. Dass der Mann arbeitet, ist auch äußerlich zu sehen, in der Schlichtheit seiner Kleidung, seinem pflegeleichten Haarschnitt, seinem ungeschminkten Gesicht. Alles an ihm ist praktisch und an den Anforderungen an ihn als Arbeitstier orientiert. Sein ganzes Leben ist seiner Ausbeutung unterworfen. Es ist nicht anzunehmen, dass die Männer, was sie tun, gern und ohne den Wunsch nach Abwechslung tun. "Sie tun es, weil sie dafür dressiert werden", schreibt Vilar: "Ihr ganzes Leben ist nichts als eine trostlose Folge von Dressurkunststücken". Ein Mann, der diese Kunststückchen nicht mehr beherrscht, hat versagt und verliert alles: "seine Frau, seine Familie, sein Heim, den Sinn seines Lebens - jedwede Geborgenheit".
Im Gegensatz zum Mann ist die Frau ein Mensch, der nicht arbeitet. Ausgehend von ihrer einleitenden Definition, dass Frauen das dumme Geschlecht sind, lenkt sie zwar ein, sie sind es nicht von Geburt an, benützen aber ihre geistigen Anlagen nicht, so dass sie im Laufe der Zeit verkümmern. Sie benützen ihre Gehirne nicht, "weil sie, um am Leben zu bleiben, keine geistigen Fähigkeiten brauchen", schreibt Vilar. Denn bereits mit etwa zwölf Jahren beschließen die Mädchen, einmal zu heiraten und den Mann für sich arbeiten zu lassen, um "als Gegenleistung ihre Vagina in bestimmten Intervallen zur Verfügung zu stellen".
Die "physikalische" Abhängigkeit der Frau
Nachdem der Mann aufgrund seiner ausgeprägten Neugier, seinem Interesse für die Zusammenhänge des Universums immerzu etwas Neues hervorbringen will, ist er auch bestrebt, die Hausarbeit der Frau durch das Erfinden von praktischen Geräten zu erleichtern. Alle Haushaltsgeräte, welche die Frau quasi davon befreie, gehen daher auf sein Konto. Auch die Kinderbetreuungsstätten hat der Mann geschaffen. So gibt es für die Frau in Wahrheit keine Ausrede mehr, nicht erwerbstätig zu sein. Aber sie will nicht richtig arbeiten, sondern bleibt lieber in alten Mustern gefangen und gerne von ihm als Ernährer abhängig. Es ist also nicht der Mann, der die Frau unterdrückt. "Solange man sich erinnert, ist die Frau nicht mehr zu irgendeiner Unterwerfung unter den Willen des Mannes gezwungen worden, im Gegenteil: Es sind ihr alle Möglichkeiten zur Verfügung gestanden, sich unabhängig zu machen. Wenn sich also die Frau in dieser langen Zeit nicht von ihrem 'Joch' befreit hat, dann gibt es dafür nur eine Erklärung: sie hat keins".
Die Frauen sind lediglich peripher von den Männern abhängig. Denn in der Welt der Frauen existiert der Mann praktisch nicht. "Der Mann ist der Frau nicht wichtig genug, dass sie sich gegen ihn auflehnt. Ihre Abhängigkeit von ihm ist ja nur materieller, gewissermaßen physikalischer Art". Die anderen Frauen sind den Frauen wichtiger als die Männer, und so misst die Frau dem Mann außerhalb seiner Funktion als Ernährer keinen Wert zu. Die Beziehung zu ihm ist eine rein rationale. Wenn es sich die Frauen materiell leisten können, tun sie sich mit Frauen zusammen - nicht weil sie lesbisch sind - sondern, weil sie sich für Frauen mehr interessierten.
Von Sklaven und Parasiten
Obwohl der Mann alle körperlichen und Voraussetzungen für ein reiches, freies, menschenwürdiges Leben in sich vereint, lebt er wie ein Sklave. "Denn was macht er mit allen seinen wunderbaren Fähigkeiten? Er stellt sie in den Dienst derer, die diese Fähigkeiten nicht haben. Er nennt sie die Menschheit und meint damit die Frauen und die Kinder der Frauen". Die Männer sind Opfer und haben sich so sehr an ihre Ausbeutung durch eine Parasitenclique gewöhnt, dass alle Moralbegriffe pervers geworden sind. Nun ist es selbstverständlich, im männlichen Geschlecht den Sisyphos zu sehen.
Auf welche Weise Dressurakte erfolgen
Doch warum lassen sich die Männer, die eigentlich zu Größerem berufen sind, von den Frauen ausbeuten? Ganz einfach, erklärt Vilar, sie sind daran von Kind an gewöhnt. So wie sie daran gewöhnt sind, Frauen um sich zu haben, deren Anwesenheit von ihnen als normal und ihre Abwesenheit als anormal empfunden wird. Alleine das genügt, um ihn von ihr abhängig zu machen. Vom Säuglingsalter an beginnt die Frau damit, den Buben zu manipulieren, ihn sich so hinzubiegen, wie sie ihn später gebrauchen kann, schreibt Vilar. "Das erreicht sie dadurch, dass sie ihn von seinem ersten Lebensjahr an nur auf ihre eigene Wertskala dressiert. Damit bringt sie ihn so weit, dass er zum Schluss seinen Wert mit seiner Nützlichkeit für sie gleichsetzt und sich nur wohl fühlt, wenn er in ihrem Sinne wertvoll ist, das heißt, etwas für sie Wertvolles produziert". Dabei haben sich von allen Dressurmethoden, deren sich die Frau bei der Erziehung des Mannes bedient, das Lob als die brauchbarste erwiesen. Jemand, der immer wieder gelobt wird, kann mit der Zeit ohne Lob nicht mehr auskommen. Lob macht süchtig und bestimmt seinen Wert.
Die Dressur durch die Frau erfolgt zwar auch beim kleinen Mädchen, jedoch nur bis zum Zeitpunkt der Sauberkeitserziehung. Danach wird das Mädchen zur Ausbeuterin erzogen, der Bub weiterhin zum auszubeutenden Objekt. Eine geeignete Maßnahme ist dabei geschlechtsspezifisches Spielzeug. Während sich die Mädchen durch ihre Puppen mit ihrer Rolle als Ausbeuterin identifizieren, sind es bei den Buben ihr Spiel-Werkzeug, die Autos etc, die sie schon früh zu kleinen Robotern dressieren.
Selbstabwertung der Frau
In gleicher Weise, wie die Frau den Mann unaufhörlich lobt, erniedrigt sie sich selbst. Nachdem sie die Arbeit in "männliche" und "weibliche" aufgeteilt und erstere für wichtiger ausgegeben hat, legt sie fest, dass ihre Arbeit nichts wert sei und erniedrigt sich damit selbst. Da ihre unbezahlte Arbeit aber getan werden muss, braucht sie den Mann als Ernährer, ist von ihm abhängig. Damit hält sie den Mann im Glauben, etwas Großes und Wesentliches zu tun, wenn er Geld verdient. "Dass er etwas leiste, wozu eine Frau nicht fähig wäre. Hätte er dieses Gefühl der Überlegenheit nicht, müsste er an der Stumpfsinnigkeit seiner Arbeit verzweifeln".
Die Frau ist daher, so Esther Vilar, an ihrer Position selbst schuld, sie verantwortet sie selbst und ist sogar auf das Äußerste daran interessiert, ihren Status aufrecht zu erhalten. Tagtäglich produziert sie ihn aufs Neue, weil er in Wirklichkeit ihre Macht sichert, ihr nützlich ist in ihrer Position der parasitären Ausbeuterin. Und deshalb können nur die Frauen selbst den "Teufelskreis von Dressur und Ausbeutung brechen". Darauf darf jedoch nicht gehofft werden, meint Vilar abschließend: "Die Welt wird also immer weiter in diesem Kitsch, in dieser Barbarei, in diesem Schwachsinn 'Weiblichkeit' versinken, und die Männer, diese wunderbaren Träumer, werden niemals aus ihren Träumen erwachen".
Gruß
adler
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Frauenrat der Grünen empört-Gebäudereinigung:
Männer verdienen bei Außenreinigung deutlich mehr als Frauen bei Innenreinigung.
"Benachteiligungen von Männern beseitigen ... das ist nicht unser politischer Wille" -Grüne, Ortsgruppe Goslar
gesamter Thread:
- Rohrkrepierer bei den Feministinnen über Esther Vilar -
Oliver,
08.10.2010, 09:10
- Gute Arbeit von "Die Standard"! - adler, 08.10.2010, 15:00
- Der Standard"Text in gerechter Sprache (TigS)" -
adler,
08.10.2010, 16:56
- Nicht vergessen - nächstes Jahr hat das Buch 40-jähriges Jubiläum. (kT)
-
LatexTester,
08.10.2010, 17:49
- Das Buch ist als PDF verfügbar -
Rainer,
08.10.2010, 18:04
- Das Buch ist als PDF verfügbar - Oliver, 08.10.2010, 18:27
- Ja, aber... - Der_Dezentrale, 11.10.2010, 14:05
- Das Buch ist als PDF verfügbar -
Rainer,
08.10.2010, 18:04
- Nicht vergessen - nächstes Jahr hat das Buch 40-jähriges Jubiläum. (kT)