Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Wer ist frei?

Rainer ⌂, Wednesday, 22.09.2010, 23:25 (vor 5592 Tagen)

Unter den Modellbauern sind 99%Männer. Modellbau ist an sich sinnlos, erzeugt aber bei den Betroffenen die höchste Freude. Frauen kleben am "Kinderkriegen" und werden einfach nicht erwachsen. Die Welt der "eigenen" Freude bleibt ihnen verschlossen.

Rainer

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Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo

Wer ist frei?

Chato, Thursday, 23.09.2010, 01:02 (vor 5592 Tagen) @ Rainer
bearbeitet von Chato, Thursday, 23.09.2010, 01:06

Unter den Modellbauern sind 99%Männer. Modellbau ist an sich sinnlos,
erzeugt aber bei den Betroffenen die höchste Freude. Frauen kleben am
"Kinderkriegen" und werden einfach nicht erwachsen. Die Welt der "eigenen"
Freude bleibt ihnen verschlossen.

Frei ist nur der, der eine Sache rein um ihrer selbst willen zu tun fähig ist. Also ein Mensch, der opfert. Das setzt vor allem eine natürliche Distanz zum eigenen Ich voraus. Selbstdistanz ist der Anfang von Liebe und Hingabe. Eine selbstlose, weil unbedürftige Nächstenliebe ist der einzige Weg zur Freiheit. Einen anderen gibt es nicht.

Das ist das exakte Gegenteil von Narzißmus, also von Selbstliebe. Der Mensch kann sich nur finden, wenn er sich vollkommen vergißt. So ist das nun einmal. Aber das haben jetzt fast alle verloren. Der humorlose, angekränkelte Narzißmus ist DIE Psychoseuche unserer Zeit. Keine Distanz zum Ich bedeutet das engstmögliche Gefängnis, das sich vorstellen läßt: Ein "Opfer", das an seiner eigenen Griesgramigkeit verendet – auch Feminismus genannt.

Nick

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Wenn wir Toren wüßten, daß wir welche sind, wären wir keine.

Wer ist frei?

Tätiger, Thursday, 23.09.2010, 03:11 (vor 5592 Tagen) @ Rainer
bearbeitet von Tätiger, Thursday, 23.09.2010, 03:14

Unter den Modellbauern sind 99%Männer. Modellbau ist an sich sinnlos,
erzeugt aber bei den Betroffenen die höchste Freude. Frauen kleben am
"Kinderkriegen" und werden einfach nicht erwachsen. Die Welt der "eigenen"
Freude bleibt ihnen verschlossen.

du sprichst intrinsische vs. extrinsische Motivation an.
Intrinsische gibt es aber auch bei Frauen. Diese richtet sich eher
auf andere Bereiche wie Ornamentik, Inneneinrichtung, Musik etc.
Es ist jedenfalls ein Luxus, den sich viele, die gerade so ihre Grundbedürfnisse stillen können,
nicht leisten können.

Frei ist zwischen mehreren Handlungalternativen wählen kann, der verzichten kann und auf den man verzichten kann, Nunja, diese Definition zu einfach. Darüber diskutieren Philosophen schon seit Jahrtausenden.

Wer ist frei?

Sophie X, Thursday, 23.09.2010, 15:58 (vor 5591 Tagen) @ Chato

Frei ist nur der, der eine Sache rein um ihrer selbst willen zu tun fähig
ist. Also ein Mensch, der opfert.

Hi Nick,

Klingt sehr gestochen; aber sei's drum...

Aber:
Was wird denn "geopfert" ???

Gruß

Sophie X

Wer ist frei?

Sophie X, Thursday, 23.09.2010, 19:25 (vor 5591 Tagen) @ Tätiger

Frei ist zwischen mehreren Handlungalternativen wählen kann, der
verzichten kann und auf den man verzichten kann, Nunja, diese Definition zu
einfach. Darüber diskutieren Philosophen schon seit Jahrtausenden.

Meiner Vorstellung nach kommt Hayek dem Begriff recht nahe:

"Dieser Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch den Willen eines anderen oder anderer unterworfen ist." Friedrich von Hayek

Gruß

Sophie X

Wer ist frei?

Garfield, Thursday, 23.09.2010, 19:29 (vor 5591 Tagen) @ Sophie X

Hallo Sophie!

Was wird denn "geopfert" ???

Geopfert wird das Streben hin zum eigenen Vorteil, das leider in uns allen steckt. Wenn man sich über die Dinge und damit auch über sich selbst stellt, dann kann man tun, was getan werden muß, unabhängig davon, welche Folgen das für die eigene Person haben wird.

Das ist letztendlich das, was von Männern schon immer verlangt wurde. Deshalb schaufelten sie in den Kesselräumen der "Titanic" weiter Kohlen, spielten Musik oder hielten andere Männer davon ab, die Rettungsboote zu stürmen, während Frauen und Kinder zumindest teilweise in Sicherheit gebracht wurden. Und deshalb gingen viele von ihnen mit der "Titanic" unter.

Freundliche Grüße
von Garfield

Wer ist frei?

Chato, Thursday, 23.09.2010, 19:31 (vor 5591 Tagen) @ Sophie X

Was wird denn "geopfert" ???

Das hatte ich bereits geschrieben und es liegt auch schon in der aufgeworfenen Fragestellung: Geopfert wird die Hingabe eines Menschen an eine Sache, die er um ihrer selbst willen tut. Das erklärt sich eigentlich von selbst.

Das Gegenmodell ist der Narzißmus, dem so etwas vollkommen verschlossen ist.

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Wer eine Murmel ist.

adler, Kurpfalz, Friday, 24.09.2010, 01:11 (vor 5591 Tagen) @ Garfield

Hallo Garfield!

Es gibt keine bessere Antwort, Bravo! Und deshalb nehme ich sie auch noch einmal mit. Frei ist, wer sein Gefängnis, sein Ego, abstreifen kann, es "opfert" für die Freiheit, die er dafür erhält. Er stellt sich nicht mehr in das Zentrum der Welt, sondern hat begriffen, daß er nur eine kleine Murmel ist, die eine Zeit lang mitspielen darf. Und deshalb hat auch Nick absolut recht, wenn er behauptet, das sei das Gegenteil von Narißmus.

Gruß
adler

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Frauenrat der Grünen empört-Gebäudereinigung:
Männer verdienen bei Außenreinigung deutlich mehr als Frauen bei Innenreinigung.

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Wer ist frei?

Tätiger, Friday, 24.09.2010, 01:33 (vor 5591 Tagen) @ Sophie X

"Dieser Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch
den Willen eines anderen oder anderer unterworfen ist.
" Friedrich von
Hayek

Gegenbeispiel: ist jemand, der in eine tiefe Grube gefallen ist, frei?

VIelleicht: frei ist, wer sich frei fühlt?
Eins ist klar: absolute Freiheit gibt es nicht.
Philosophen differenzieren zwischen Handlungs- und Willensfreiheit.
Letztere ist besonders kritisch, den wie soll es einen unbewegten Beweger geben?

Ich bin relativ frei.

Wer ist frei?

Sophie X, Friday, 24.09.2010, 11:04 (vor 5591 Tagen) @ Garfield

Geopfert wird das Streben hin zum eigenen Vorteil, das leider in uns allen steckt.

Hallo Garfield!

Wunderschön gesagt!

Lass uns mal bei der Titanic bleiben und den Männern , die bis zum bitteren Ende Kohlen geschaufelt haben.
Wenn ich ich die vorangegengen Ausführungen richtig interpretiert habe, lagen ihre Beweggründe / ihr Motiv in der "Sache", das Schiff so lange wie möglich am Schwimmen zu halten um das Aussetzen der Boote und Rettungsflöße sicher zu gewährleisten.
Dieses wiederum würde bedeuten, dass sie diese "Sache" höherwertiger einschätzten, als das eigene Leben. Aus diese Perspektive kann ich das Wort "opfern" gut nachvollziehen; im übertragenen Sinnen natürlich auch.

Danke

Sophie X

Wer ist frei?

Sophie X, Friday, 24.09.2010, 11:20 (vor 5591 Tagen) @ Tätiger

Hi Tätiger,

Es lässt sich über den Begriff "Freiheit" gewiss trefflich streiten und sicherlich besetzt jeder diesen Begriff auch mit unterschiedlichen Nuancierungen, welche ihn unterschiedlich wirken lassen.

Aber der allen gemeinsame Nenner der Freiheit ist ist nach meinem Verständnis schlicht die Abwesenheit von Zwang.

Weites Feld...

Gruß

Sophie X

Der unbewegte Beweger

Flint ⌂, Friday, 24.09.2010, 11:45 (vor 5590 Tagen) @ Tätiger

Letztere ist besonders kritisch, den wie soll es einen unbewegten Beweger
geben?

Der unbewegte Beweger ist meiner Meinung nach Gott. Die Frage "wie" es diesen geben kann erübrigt sich, weil das Wie sich auf Funktionen und Dimensionen bezieht welche es erst durch die Schöpfung von Ihm gibt.

Gruß
Flint

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Der unbewegte Beweger

Tätiger, Friday, 24.09.2010, 12:16 (vor 5590 Tagen) @ Flint

Der unbewegte Beweger ist meiner Meinung nach Gott.

diese Antwort habe ich erwartet. Schliesslich hat Aristoteles diesen Begriff geprägt
und diese Antwort gegeben.

Für mich bedeutet Willensfreiheit, in Einklang mit seinen persönlichen Vorlieben zu entscheiden, d.h. dass meine Entscheidungen nicht rein von äusseren Zwängen sondern vorwiegend von meiner Persönlichkeit determiniert sind.
Einen Gott, der mich fernsteuert und dann bestraft, wenn er mich fehlprogrammiert haben sollte, brauche ich dafür nicht.

Wer ist frei?

Garfield, Friday, 24.09.2010, 12:43 (vor 5590 Tagen) @ Sophie X

Hallo Sophia!

Dieses wiederum würde bedeuten, dass sie diese "Sache" höherwertiger einschätzten, als das eigene Leben. Aus diese Perspektive kann ich das Wort "opfern" gut nachvollziehen; im übertragenen Sinne natürlich auch.

Ja, in früheren Zeiten wurden Jungen und Männer sogar ganz konkret in diese Richtung erzogen. Insbesondere im Hinblick auf den Militärdienst. Aber das wirkte sich auf alle Bereiche des Lebens aus. Diese Opferbereitschaft zugunsten einer gemeinsamen Sache galt früher als wesentlicher Bestandteil der Männlichkeit.

So kam es vor, daß Männer bei Hungersnöten immer wieder hinauszogen, um Tiere zu erlegen. Wenn sie dabei erfolgreich waren, brachten sie die Jagdbeute zu ihren Frauen und Kindern, die derweil meist in den Hütten saßen und sich möglichst wenig bewegten, um Energie zu sparen. Weil die Männer auf der Jagd keine Energie sparen konnten und weil sie selbst kaum aßen, starben dann üblicherweise viele von ihnen. Sie haben sich für Frauen und Kinder buchstäblich aufgeopfert, und wenn einer von ihnen starb, übernahmen die übrigen Männer die Versorgung seiner Familie, was den einzelnen Mann dann noch mehr belastete.

Deshalb findet man in alten Sterberegistern, die während solcher Hungersnöte erstellt wurden (die gibt es z.B. in den USA, aus den Zeiten, als dort die westlichen Regionen besiedelt wurden) überproportional viele erwachsene männliche Tote. Das wird aber heute nicht mehr gewürdigt, sondern davon ausgehend wird sogar behauptet, daß Männer weniger widerstandsfähig wären als Frauen... Die Werte, die früher Männlichkeit ausmachten und es eigentlich heute noch tun, gelten heutzutage eben als unwichtig und antiquiert. Das ist eine fatale Fehleinschätzung.

Freundliche Grüße
von Garfield

Der unbewegte Beweger

Flint ⌂, Friday, 24.09.2010, 13:24 (vor 5590 Tagen) @ Tätiger

Der unbewegte Beweger ist meiner Meinung nach Gott.


diese Antwort habe ich erwartet. Schliesslich hat Aristoteles diesen
Begriff geprägt
und diese Antwort gegeben.

Für mich bedeutet Willensfreiheit, in Einklang mit seinen persönlichen
Vorlieben zu entscheiden, d.h. dass meine Entscheidungen nicht rein von
äusseren Zwängen sondern vorwiegend von meiner Persönlichkeit determiniert
sind.

Natürlich! Integrität im Sinne von "Für mich ist nur das wahr, was ich selbst beobachtet habe" und Selbstbestimmung!

Einen Gott, der mich fernsteuert und dann bestraft, wenn er mich
fehlprogrammiert haben sollte, brauche ich dafür nicht.

Welchen Gott meinst Du denn, den christlichen? Diese Vorstellung, daß es einen (oder DEN) Gott geben könnte der so bescheuert ist und das so tut wie Du es beschreibst, somit also doofer ist als jeder hergelaufene Trottel, stammt vermutlich von einer bösartigen oder fehlerhaften Interpretation der Schriften des Christentums. Ich sage mir immer: Wenn es einen Gott gibt (wovon ich ausgehe), muß er auf jeden Fall klüger und fähiger sein als ich. Da ich selbst diesen doofen Fehler nicht gemacht hätte, habe ich auch nicht die Vermessenheit, Gott dies zuzutrauen.
Zum Thema Gott hier ein Text, den ich x-mal hier reingestellt und verlinkt habe. Das Thema kommt halt immer wieder.

Wir haben hier nach § 4 GG Religionsfreiheit und es kann jeder glauben oder nicht glauben an was er will. Oder anders ausgedrückt: Es kann hier jeder glauben oder nicht glauben, für wahr oder nicht wahr halten, was gemäß seiner Realität* nach, wahr ist oder eben nicht. Diese Realität kann sich natürlich für jede Person im Laufe der Zeit verändern. Wichtig finde ich, ist dabei, daß die Person jedesmal von neuem -entsprechend ihrer Realität und ihrer Verantwortung bestimmt, was für sie wahr ist und was nicht. Noch genauer: Was für sie eher wahr ist oder eher nicht. Da es keine Absoluta gibt (für mich gibt es keine, außer Gott), ist alles relativ. Somit ist alles nur relativ richtig oder falsch, relativ wahr oder nicht. Wir sprechen also über relative Wahrheiten.

* Realität (= relative Wahrheit) hier im Unterschied zu Wahrheit (= absolute Wahrheit) gemeint. Realität bedeutet hier "Grad der Wahrheit" (Daß, was man für wahr hält. Subjektive Realität). Es gibt so etwas wie "Gemeinsame Realität". Das ist dann das, was die Mehrheit zum jeweiligen Zeitpunkt für wahr hält.
Es gibt noch eine funktionierende (vorraussagbare) Wahrheit. Diese ist praktisch brauchbar.

Mehr will ich dazu eigentlich nicht schreiben. Das Thema ist zu groß und jeder muß selber seinen Weg gehen und herausfinden was für ihn wahr ist. Jemanden auf dem religiös-philosophischen Weg mit eigenen Erkenntnissen füttern ist ein sinnloses und fragwürdiges Unterfangen.

Gruß
Flint

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