Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Erika Schilling, die Mutter von Alice Schwarzer, ist verstorben.

Narrowitsch, Berlin, Saturday, 28.08.2010, 23:00 (vor 5616 Tagen) @ News

Als uneheliche Tochter 1942 in Wuppertal geboren, sei sie bei ihren
Großeltern, sozialen Absteigern, aufgewachsen, umhegt von einem zärtlichen
Großvater, einem unmännlichen Mann. Diese nicht von dem schlagenden Vater
geprägte Kindheit, den man bei einer Feministin vielleicht gern vermutet
hätte, war dennoch getrübt durch "die zerrüttete Ehe meiner Großeltern".
"Meine Sympathien gehörten dabei dem leidenden Mann. An meinem Großvater
habe ich die Auswirkungen der weiblichen Frustration auch auf den Mann
erfahren."

http://www.aliceschwarzer.de/zur-person/biografische-texte/lange-nacht-mit-alice-schwarzer-christian-schulz-gerstein/

Zugegeben: Das konkrete Zitat ist mir neu, vielleicht kommt ja der alte Besen im Alter noch zu Verstand. Dennoch der Grundtenor ihres Weltbildes dröhnt weiter:

... umhegt von einem zärtlichen Großvater, einem unmännlichen
Mann
.

Da ist es wieder, das blecherne, hohle Leitmoitiv feministischer Gesänge: Zärtlichkeit und Fürsorge kann nur eine unmännlicher Mann zeigen, besitzen, praktizieren. Davon habe ich allerdings des Öfteren bei der Schwarzer gelesen; davon liebt sie zu schwadronieren, ganz wie ihre große Meisterin, die Französin mit dem "de" im Namen:

"Meine Sympathien gehörten dabei dem leidenden Mann. An meinem Großvater
habe ich die Auswirkungen der weiblichen Frustration auch auf den Mann
erfahren."

Die Frustration des Weibes folgt der Unterdrückung des Patriarchats auf dem Fuße und richtet sich deshalb und nur deshalb gegen den Mann. Zunächst, also vor ein paar Jahrzehnten, resultierte aus dem Unsinnszusammenhang die Forderung der Abschaffung des Patriarchats, heute steht die Forderung der Abschaffung der Männlichkeit auf der Tagesordnung. Es versteht sich von selbst, dass sich in diesem Fall nicht das Leiden des Mannesder schwarzerscher Sympathie erfreuen darf, sondern das Leiden eines "unmännliches" Mannes. Schön, immerhin, wenn Mann leidet, gibt es Sympathie; Solidarität, Erwägungen zur Linderung des Leidens nicht. Im Übrigen hat den Feminismus das Leiden von Männern nie interessiert; dies hat der Haufen oft genug betont. Männer sollen sich nach feministischer Diktion um ihren Kram selber kümmern.

Letzterer Forderung stimme ich ausdrücklich zu, auch wenn Frauen sich davon frustriert fühlen könnten.

Was wolltest Du uns eigentlich mit den 2 Zitaten sagen? Dass ich Schwarzer falsch zitiere? Ich habe aus dem Gedächtnis zitiert, der Zungenschlag ändert sich von daher nicht. Oder willst Du uns sagen, unsere Alice ist doch aus rechtem Schrot und Korn, die eigentlich nichts will, als für alle Menschen das aller aller Beste?

Für den Fall wärst Du hier eindeutig falsch. Und zwar nicht, weil jemanden neue Fakten störten, sondern weil Alice hundertfach anders bezeugte.

narrowitsch

--
Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.


gesamter Thread:

 

powered by my little forum