Arme unterdrückte Männer
Vilontyn schrieb am 15. August 2010 21:54
Ich wusste ja gar nicht, wie sehr die Maenner unter der Knute der
Frauen leiden! Ihr tut mir ja alle so leid.
Hast völlig recht! Richtig, das Thema lächerlich zu machen, Süffisanz
und Arroganz über Männern auszugiessen. Und natürlich sind trotz der
paar Abitur-Mädchen doch immer noch Männer die grossen
patriarchalischen Machthaber. Sehr fortschrittlich!
Natürlich sind Männer am Drücker. Ich weiss das selbst. So durfte ich
ein Jahr lang in Uniform ein Gewehr putzen (Phallussymbol!), während
meine Abitursklassenkameradinnen das Studium begonnen haben. Die
Armen mussten dafür zahlen, während ich für meinen Kasernendienst ein
freudiges Taschengeld erhielt. Als ich schliesslich auch an die Uni
konnte, hatte ich wieder mehr Freiheit, während die armen Frauen von
Frauenreferaten, Gleichstellungsbeauftragtinnen, Frauenförderung und
anderen Frauenveranstaltungen in Beschlag genommen wurden. Ich konnte
in Ruhe studieren, weil pimpflige Studenten ohne Status
glücklicherweise von Frauen links liegen gelassen werden. Die
heutigen Powerfrauen ignorieren zu Recht Männchen ohne Einkommen. So
weit sollten wir es nicht treiben, die bewährten alten
Rollenerwartungen an Männer loszulassen, es reicht wenn wir darüber
mal gesprochen haben.
Dann kam der Abschluss und ein Job, das machte mich offenbar
wertvoller. So kam sogar ich zu dem Privileg, eine Frau zu beglücken.
Und dann kam ein Kind, nicht ganz gewollt zwar, aber die Frau wollte
es. Und die Trennung durch sie dann ebenfalls. Frauen wissen eben,
was sie wollen. Schon wieder Männervorteil! Ich wurde erneut nicht
belastet: Ins gemeinsame Sorgerecht wurde ich nicht mit einbezogen,
weil ich der Vater und nicht die Mutter bin (§1626a BGB Abs. 3), ich
hatte die Ehre für viele Jahre Riesenunterhalt an die Mutter zu
zahlen (§1615l BGB) und für voraussichtlich 20-27 Jahre an das Kind
(§1601 BGB ff) nebst Sonderbedarfen, Mehrbedarfen, Umgangkosten. Was
für ein Glück für mich! Ich wurde auch nicht vor die Entscheidung
gestellt, meine "Karriere" zu ruinieren, indem ich das Kind betreuen
durfte, ich durfte es nämlich nicht betreuen. Auch Elternzeit durfte
ich nicht nehmen und die Rentenanteile für die Erziehungszeit wurden
automatisch der Mutter zugeschrieben.
Apropos Karriere und "23% Mehrverdienst". Da ich Jammer-Weichei den
Verlust des Kindes nicht wie ein Mann wegsteckte, führte ein kleiner
Knick im Beruf dazu, dass ich den Unterhalt nicht mehr ganz zahlen
konnte. Richter, Mutter und andere kommentierten das mit den absolut
gerechtfertigten Aussagen, ich sei ein "Drückeberger! Faules
Schwein!". Aber ich will nicht klagen. Der Staat sorgt für uns
Männer. So eine Insolvenz ist auch was ganz tolles, Unterhaltstitel
und Jugendamtsschreiben sind super, man lebt ganz befreit, wenn man
nichts im Leben mit sich schleppen muss, 635 EUR für alles pro Monat
reichen ja auch völlig aus. Die arme Frau war von diesen wertvollen
Erfahrungen ausgeschlossen, sie hatte derweil auf einen finanziell
potenteren Mann gesetzt, nicht so einen Versager-Patriarchen wie
mich. Der ist auch sicher ein besserer Papa. Frauen haben ja so ein
feines Gespür für so etwas und arrangieren alles zum Vorteil der
Kinder.
Sehen wir Männer also erfreut in die vorteilhafte männliche Zukunft.
Die Rente braucht uns auch nicht zu stören. Wir leben ja im Schnitt
fünf Jahre kürzer wie Frauen. Interessiert zwar keinen in diesem
Land, aber es ist ein Vorteil! Keine Einsamkeit im Alter, weil wir ja
genug Kollegen neben unserem Reihengrab im Friedhof haben. Keine
Sorgen um die Rente, deren Kassen wir aufgefüllt haben und die nun
die armen Frauen leeren müssen. Damit den Männern diese Privilegien
erhalten bleiben, steckt man z.B. in Krebsarten, die nur Männer
bekommen (Prostatakrebs) nur 5% an Forschung und Vorsorgekosten wie
in die Krebsarten, unter denen Frauen leiden (z.B. Brustkrebs).
PSA-Test für 50 EUR? Nö, zu teuer. Brustkrebsscreening für 500 EUR?
Aber ja doch! Inclusive schriftlicher Einladung zum Screening in
eines der 40 Zentren. HPV-Impfung? Zahlt die Kasse! Ich spare nun auf
eine Vasektomie, die ja eine weitere männliche Waffe und Gewalttat
ist: Frauen ein Kind und damit den Unterhalt, der ihnen „zusteht“ zu
verweigern ist eine ganz fiese, patriarchalische Kiste.
Weiter voran so, Leuchttürme wie du weisen uns den Weg. Man muss es
nur positiv sehen. Zu wenig Jungs mit Abitur? Wir haben doch eh viel
zu viele Ingenieure in Deutschland! Und wenn, dann nehmen wir Frauen.
Die wollen zwar nach zehn Jahren Girls Day und Förderung auf allen
Kanälen immer noch nicht, aber die Frauenpower unserer vielen
Sozialpädagoginnen, Lehrerinnen, Friseurinnen, Anwältinnen könnte das
jederzeit, die warten doch nur auf Karriere, im Gegensatz zu den
versagenden Männern. Ganz sicher, so sicher wie die Faktensammlung
des Artikels.
http://www.heise.de/tp/foren/S-Re-Arme-unterdrueckte-Maenner/forum-184224/msg-18991367/read/
Dann kam die klassische Antwort von dieser Vilontyn:
15. August 2010 23:50
Re: Arme unterdrueckte Maenner
Vilontyn (262 Beiträge seit 09.12.02)
Ich will gar nicht ueber Dich oder einen anderen Einzelfall reden.
Ich kann (und will) Deine Situation gar nicht beurteilen. Doch hier
geht es nicht um Einzelfaelle. Die Frage die sich mir stellt ist, wie
Frauen und Muetter im Vergleich zu Maennern und Vaetern (im
allgemeinen) abschneiden. Und ich denke dass da Frauen nach wie vor
den kuerzeren ziehen.
http://www.heise.de/tp/foren/S-Re-Arme-unterdrueckte-Maenner/forum-184224/msg-18991547/read/
gesamter Thread:
- Birgit Gärtners neuester Erguss auf Telepolis -
kein name,
16.08.2010, 00:26
- Weiter unten hier zu lesen kwt - t, 16.08.2010, 00:53
- Birgit Gärtners neuester Erguss auf Telepolis - Zarathustra, 16.08.2010, 01:49
- Birgit Gärtners neuester Erguss auf Telepolis - Narrowitsch, 16.08.2010, 03:56
- Arme unterdrückte Männer -
Mulher,
16.08.2010, 06:32
- Arme unterdrückte Frauen - Imageberater, 16.08.2010, 07:23
- Arme unterdrückte Männer - Narrowitsch, 16.08.2010, 14:11
- Arme unterdrückte Männer -
Pööhser Frauenfeind,
16.08.2010, 15:08
- Sie werden immer Opfer bleiben - Frauenfeind, 16.08.2010, 21:26
- Tut mir leid - ajk, 18.08.2010, 21:29