Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Warum raffen wir uns nicht dazu auf, 1/10 der Loveparade zu mobilisieren?

Max Aram, Wednesday, 04.08.2010, 17:38 (vor 5640 Tagen) @ Warner

Also: Woran liegts? In den Kommentarfeldern der Systemmedien merkt man ja
schon, daß durchaus Potential da ist. Gibt es noch zu viele "Edle Ritter"?
Gibt es zu viele Uninformierte? Zu viele Bequeme, die es nicht betrifft?

Vermutlich von jedem etwas, und zum Teil hängen die Faktoren voneinander ab:

Nehmen wir einen Betroffenen, der Demo oder Sitzblockade um das Sorge/Umgangs/Besuchsrecht kämpft. Was glaubst Du, was die Gegenseite für ein wunderbares Killer-Argument gegen ihn in der Hand hat? Nach dem Motto: "Und so einer will zum Wohl des Kindes beitragen, der zu solchen 'extremen' Aktionen bereit ist?"

Diese Kategorie ist durch den Don Quijote-Kampf im deutschen Familienrecht eingeschüchtert, aus dem Lager kannst Du nur die mobilisieren, die den Glauben an Recht und Gesetz völlig verloren haben. Ansonsten nur ausnahmsweise.

Nehmen wir die nicht Betroffenen. Da frag mal herum, wer z.B. den Film "Der entsorgte Vater" kennt, bzw. wer bereit wäre sich den anzuschauen, und wenn Du tatsächlich welche dazu bringen kannst, sich die DVD reinzuziehen, wer das glaubt, was da berichtet wird.

Und nun zu meinen persönlichen Erfahrungen:

Ende 2004 bin ich über den VafK in Karlsruhe gestolpert, aber nur, weil die im Advent ihren Info-Stand haben.

Am 01.11.2008 war ich in Biberach bei einem Vortrag von Bruno Köhler (MannDAT), im Rahmen der dort veranstalteten Reihe "hey man!" (die hatten allerdings ein paar Tage später auch unseren lieben Thomas G. eingeladen). In der Runde (höchstens 15 Leute) saß - neben ein paar Frauen aus der Lokalpolitik, die Betroffenheit und bislang vorhandene Unkenntnis heuchtelten - auch Franzjörg Krieg, seines Zeichens Vorsitzender des VafK Karlsruhe und dessen Landesverbandes. Der überredete mich, in den Film "Der entsorgte Vater" zu gehen (lief dort auf den Filmfestspielen). Der Saal war brechend voll, anhaltender Applaus hinterher, persönliche Gespräche mit zwei der betroffenen Darsteller aus dem Film hinterher im Bistro.

Ich habe mir dann von einem in Biberach ansässigen Kunden eine Woche lang die Lokalpresse sammeln lassen. Vom Film eine Kritik, immerhin, von der "hey man!"-Reihe nur ein Sammelbericht, das war's.

Ende 2008 war ich in Freiburg bei einer Kundgebung und Demo (kleiner Protestmarsch) für Väter-Rechte, anberaumt vom (betroffenen) Rechtsanwalt Oliver Kloth. Die Teilnehmerschar war ebenfalls recht übersichtlich, auch vielleicht 15 Leute. Unterschriften unter die Petition gab es allerdings deutlich mehr und ein lokaler Fernsehsender hat darüber berichtet.

Mal abgesehen vom Filmfestival war das von mir beobachtete Echo relativ gering. Dass das nicht so bleiben muss, zeigen andere Initiativen in ganz anderen Bereichen, die auch klein angefangen haben. Aber es fordert - denke ich - ein unbändiges Getrieben sein von einer Vision. Und das dürfte bei den wenigsten vorhanden sein.

Gruß,

Max

P.S.: Ich bin selbst - was Familienstreit angeht - übrigens kein Betroffener. Aber es rußt mich, was in unserem Land läuft.


gesamter Thread:

 

powered by my little forum