Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

... und Thomas (G.?) nebst Antje Schrupp mischen munter mit

Leser_nicht_eingeloggt, Wednesday, 04.08.2010, 10:38 (vor 5640 Tagen) @ Gobelin

Die Vorsitzende des Verbands alleinerziehender Mütter Edith Schwab macht
deutlich, dass der Verband die Interessen von Vätern in Zukunft nicht mehr
vertreten wird:

http://vaeter-und-karriere.de/blog/index.php/2010/07/31/verband-alleinerziehender-mutter-legt-vater-ab/

Aus dem o.g. Link:

# Thomas sagt:
Montag 2. August 2010 um 12:45

Schade, ich habe damals gute Gespräche beim VAMV geführt und sie haben auch die Umgangsthemen aufgegriffen. Ich war auch zu den Sonntagsfrühstücken dort immer willkommen.

Ich kann mir diese neue Vorgehensweise eigentlich nicht erklären.

Ob agressiv aufgetretene Männerrechtler hier ggf. Porzellan zerschlagen haben, vermag ich nicht zu beurteilen.

Dazu kam u.a. folgende Antwort:

# Arne Hoffmann sagt:
Montag 2. August 2010 um 17:20

“Ob agressiv aufgetretene Männerrechtler hier ggf. Porzellan zerschlagen haben, vermag ich nicht zu beurteilen.”

Och komm, meinste nicht? Wenn eine Frau was Idiotisches oder Verwerfliches tut, hat für viele in Wirklichkeit immer ein Mann schuld, und wenn Feministinnen und andere Anti-Männer-Lobbygruppen sich idiotisch oder verwerflich verhalten, liegt das doch garantiert an irgendwelchen Männerrechtlern, oder? Jede andere Deutung wäre doch patriarchal und antiemanzipatorisch.

/Ironie off/

Wenigstens ist jetzt endlich mal diese Augenwischerei mit dem verlogenen “alleinerziehende Mütter und Väter” vorbei. Es gab ja Journalisten, die – bestimmt in gutem Glauben … *hüstel* … zu der Position alleinerziehender Väter ausgerechnet den VAMV befragt haben. Ich hoffe, der Verein benennt sich jetzt auch konsequenterweise in “Verein alleinerziehender Mütter gegen Väter” um.

Was von "Thomas" folgendermaßen quittiert wurde:

@Arne Hoffmann :

Lieber Arne, ich persönlich bezweifle, dass Du hier der bist für den Du Dich ausgibst. Falls doch, dann beantworte mir doch bitte die Frage, ob Du in irgendeiner Weise mit der Blog-Betreiberin von wgvdl/femokratie zusammenarbeitest?

Nettes Strategiespiel und der Versuch einer Verunglimpfung bzw. Keile zu treiben und Schuld zuzuschieben.

Der Hammer ist allerdings (mal wieder) Antje S., die sich auch auf den von Golbelin verlinkten Artikel bezieht und zeigt mal wieder einen Einblick in die dort vorherrschende Denke - einen Tag später hat das BVerfG ja etwas anders entschieden:

Vaterschaft ist mehr als Sex gehabt haben
01Aug10

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bereitet gerade ein Gesetz vor, wonach es auch bei unverheirateten Eltern automatisch ein gemeinsames Sorgerecht geben soll. Frauen, die Mütter werden, ohne mit einem Mann zusammenzuleben, müssten demnach in Zukunft einen Gerichtsbeschluss erwirken, der ihnen das sozusagen „erlaubt“.

Der Verband Alleinerziehender Mütter und Väter lehnt den Vorstoß ab mit der Begründung, dass der „Stress für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder damit in vielen Fällen vorprogrammiert“ sei. Schließlich genüge schon jetzt eine einfache Erklärung vor dem Jugendamt, damit unverheiratete Eltern das gemeinsame Sorgerecht bekommen, und auch unabhängig davon sei das Umgangsrecht unehelicher Väter sowieso garantiert. Der Väterblog hingegen kritisiert diesen Standpunkt, weil der Verband damit die Interessen der Mütter über die der Väter stelle (und legt den Beitrag dann unter der Rubrik „Dumpfbacken“ ab, was ich eine vollkommen unangemessene Polemik finde).

Vor allem letzteres hat mich nun dazu gebracht, auch einen Blogpost zu dem Thema zu schreiben. Denn die väterrechtliche Entwicklung der Familiengesetzgebung stört mich schon seit langem, und zwar nicht deshalb, weil ich die Mutterschaft biologistisch überhöhen wollte, sondern im Gegenteil: Weil diese Entwicklung aus meiner Sicht eine fatale Biologisierung unserer Vorstellung von Vaterschaft hervorgebracht hat.

Vaterschaft ist keine biologische Angelegenheit, sondern immer eine soziale. Das liegt in der Natur der Sache: Dass in dem Moment, wo ein Kind zur Welt kommt, immer hundertprozentig klar ist, wer die Mutter ist, aber nicht, wer der Vater ist, war einer der Kernkonflikte, der zur Entstehung des Patriarchats geführt hat. Denn die Beziehung von Vätern zu Kindern sind niemals evident, sie müssen per Gesetz garantiert werden. Das ergibt sich ganz einfach aus dem Umstand, dass bei der Geburt immer nur eine Person unusweichlich anwesend ist: die Mutter, aus deren Körper das Kind nämlich herauskommt. Die Anwesenheit jeder anderen Person – des Vaters, der Hebamme, der Freundinnen, der Ärztin – ist soziale Verabredung. Sie ist nicht notwendig für den Vorgang der Geburt als solchen.

Das heißt: Die Beziehung einer Mutter zu ihrem Kind muss nicht über „Rechte“ organisiert werden. Sie ist eine Tatsache, die sich aus dem Fakt der Geburt ergibt (dass diese Beziehung gut oder schlecht sein kann, hat damit nichts zu tun). Die Beziehung jeder anderen Person, auch des Vaters, muss zunächst sozial hergestellt werden.

Und damit ist sie Gegenstand der Politik. Um den Unterschied ganz klar zu machen: Auch die Art und Weise, wie wir Mutterschaft als Gesellschaft inhaltlich füllen, ist natürlich Gegenstand der Politik und der sozialen Verhandlungen. Aber eben nicht die Tatsache, dass es eine Beziehung zwischen Mutter und Kind gibt, als solche. Diese Tatsache ist unhintergehbar ...

... Ich würde eher sagen: Männer sollten einmal darüber nachdenken, was genau sie sich eigentlich unter Vaterschaft vorstellen und was ihnen daran wichtig ist. Ist es die verantwortliche Sorge um Kinder, um die nächste Generation, das Weitergeben von Idealen und Werten? Oder ist es bloß die Sicherung des eigenen Genpools? Oder ist es am Ende sogar nur das prinzipielle Bestehen darauf, „Rechte“ zu haben? Das fände ich dann schon etwas dürftig.

http://anonym.to/?http://antjeschrupp.com/2010/08/01/vaterschaft-ist-mehr-als-sex-gehabt-haben/

Die Kommentare sind von ein paar Ausnahmen abgesehen ziemlich lesenswert - und ja klar, die Männer sollten einmal nachdenken. Da fehlen mir die Worte

Leser


gesamter Thread:

 

powered by my little forum