Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Eva Herman und die 68er

Eugen, Monday, 26.07.2010, 14:31 (vor 5649 Tagen) @ Kurti

Was

die sogenannte "Love-Parade" mit den Idealen der Achtundsechziger zu

tun

haben soll, ist mir schleierhaft.


Ich würde es so interpretieren, dass die Achtundsechziger den Nährboden
für die heutige "Fun"-Gesellschaft gelegt haben, mit all ihrer Verteufelung
"bürgerlich-spießiger" Tugenden (deren materielle Ergebnisse aber von ihren
Ablehnern sehr gern konsumiert werden!). Und dass eben ein Ausdruck dieser
"Fun-Gesellschaft" die Loveparade ist.

So habe ich es verstanden.

Gruß, Kurti

Es gibt eigentlich keinen größeren Gegensatz, als den zwischen der 68er Generation einerseits und der "Fun-Gesellschaft" als Konsument der heutigen Ereigniskultur andererseits. Erstere waren durchaus nicht konsumorientiert, im Gegenteil (mal abgesehen von bestimmten ... äh ... Naturprodukten und einer gewissen Experimentierfreudigkeit ... ) Hemmungsloser, insbesondere fremdbestimmter Konsum, wurde aber als ein Produkt kapitalistisch geprägter Lebensbedingungen angesehen. Die Ablehnung des "bürgerlich/spießigen" bezog sich eher auf geistige Haltungen, auf autoritäre Strukturen in der Gesellschaft, auf eine unaufgeklärte Sexualität, auf reinen Materialismus. Es war folglich kein Widerspruch, gut zu leben, aber angemaßte Autoritäten und Unaufgeklärtheiten abzulehnen. Die 68er Bewegung blieb allerdings nicht, was sie war. Sie wurde von verschiedenen anderen Entwicklungen aufgenommen und dadurch z.T. regelrecht pervertiert, wie es ja auch anderen Bewegungen beschieden war, z.B. der Umweltbewegung, aus der später eine ausgesprochen feministische Partei hervorging.


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