Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Deutschland über alles" als Hymne auf BBC

Narrowitsch, Berlin, Monday, 28.06.2010, 14:32 (vor 5676 Tagen) @ Christine

auch lustig:

" Zu den Waffen, Bürger!
Schließt die Reihen,
Vorwärts, marschieren wir!
Das unreine Blut
tränke unserer Äcker Furchen!"
- Refrain -

"Führe, stütze unsere rächenden Arme.
Freiheit, geliebte Freiheit,
Kämpfe mit Deinen Verteidigern! (2 x)
Unter unseren Flaggen, damit der Sieg
Den Klängen der kräftigen Männer zu Hilfe eilt,
Damit Deine sterbenden Feinde
Deinen Sieg und unseren Ruhm sehen!"

beides aus der Marseillise

Die Wikiprwada beeilt sich zur Erläuterung:

"Der Text der Marseillaise wurde wegen seiner Kriegslüsternheit und Gewalttätigkeit immer wieder kritisiert, auch in Frankreich selbst. Die kriegerische Wortwahl ist allerdings nicht weiter verwunderlich, denn die Marseillaise ist als Schlachtgesang des ersten Koalitionskrieges entstanden, in dem das revolutionär geführte Frankreich gegen den aristokratischen Rest Europas kämpfen musste."

Kann nicht falsch sein, gewisse Hymnen im historischen Kontext zu begreifen, nicht wahr? Aber gilt das für alle?
Und was zitiert Spon für einen Blödsinn?

"Deutschland, Deutschland über alles / Über alles in der Welt" und so
weiter - das ist die erste Strophe. Sie sollte spätestens seit dem Ersten
Weltkrieg und dem Nationalsozialismus deutsche Überlegenheit ausdrücken

("Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt") und ist
seither verpönt.

Freilich vergisst Spon zu erwähnen, dass Fallersleben "Deutschland über alles" auch und vor allem in Hinblick auf den Staatenflickenteppich, der seinerzeit den deutschem Boden überdeckte, formulierte und auch mit Blick auf einen nicht ganz friedfertigen Nachbarn im Westen. Übrigens auf der damals britischen Insel Helgoland. Die geografischen Bezeichnungen markieren Grenzen des zu Fallerslebens Zeiten ersehnten, auf Grund sprachlicher Zusammengehörigkeit, zu gründenden Bundes/ Reiches. Über solches nachdenken, ist vielleicht nicht soooo gut. Also über damalige Grenzverläufe. Es könnte in jungen Köpfen unerwünschte fragen reifen lassen.
Als Naionalhymne führte "Das Lied der Deutschen" übrigens der Sozialist Ebert 1922 ein....

Die Nazis spielten ihrerzeit dann gern ausschließlich diese erste Strophe, in ihnen genehmen Kontext. Das machten sie mit Beethoven und Mozart auch. Na gut- das ist schlecht. Doch die "Bibel in gerechter Sprache" hält es auch nicht anders: in alte Texte neuen Sinn zwecks Gehirnwäsche mogeln.

Also, was soll heut die ganze Aufregung noch? Wollen wir Schiller korrigieren sollen? Bei Ernst Moritz Arndt ist fortschrittliche Jugend schon am Werkeln... Körner , Freiligrath , Friesen, Herwegh werden sicher folgen.

Aufarbeiten der Geschichte nennen das die politisch immer auf der richtigen Seite Stehenden. Wie Dekorateure eben, die Sperrmüll mit neuem Bezugsstoff aufarbeiten und den Plunder dann als innovatives Design verhökern.

Im Übrigen: An der Schule meines Sohnes geisterte seinerzeit das Gerücht durch die Gänge, das Singen der 1. Strophe sei verboten. Der Geschichtslehrer wußte es auch nicht besser; einen Kerl, dieses Vergehens bezichtigt, wollte die Klassenlehrerin ordnungsgemäß tadeln Nunja daraus wurde nichts, ich habe mir erlaubt, auf die Rechtslage hinzuweisen.

Ganz klar: So wurde aus mir - und aus meuinemn Sohn ein wenig - schnell ein des Rechtextremismus Verdächtiger...

Ich vermute mal, BBC und andere öffentlich-rechtliche Sender in Europa haben weitaus weniger Probleme mit dem "Lied der Deutschen" als die Deutschen selbst.

Tatsächlich- Spon und seine Eiferlinge - das ist lächerlich.

Narrowitsch

--
Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.


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