Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Diese Peinliche "Kulturszene"

Garfield, Tuesday, 22.06.2010, 17:57 (vor 5681 Tagen) @ ajk

Hallo ajk!

Tja, um mal aus dem Interview mit dieser "Zorro Zensur" zu zitieren:

Ich habe ganz viel mit verschiedenen Leuten gejammt, und entweder, denen hat das Musikmachen nicht so viel bedeutet oder es hieß, mein Gitarrenspiel sei zu schlecht, um in der Band zu spielen.

Aber schließlich hast du mit hobbymusik ein Label gefunden, dass sich als „bewusst uncool“ präsentiert, weil sie es „blöd finden, dass Unprofessionalität und Arbeit, mit der man nicht seinen Lebensunterhalt verdient, gering geschätzt werden.“ Wie sind die auf dich aufmerksam geworden?

Ach Julian, einer von den drei Jungs, die das Label machen, hat mal nackt bei mir zuhause rumgetanzt und 'Yeah, ich bin voll der Feminist' gesungen. Da hat sich die Zusammenarbeit so ergeben.

Das spricht leider für sich...

Mir fällt überhaupt schon lange auf, daß es männliche Musiker heute offenbar sehr schwer haben. Wenn sie überhaupt noch Plattenverträge bekommen, dann üblicherweise nur mit gutem Aussehen und als Mitglieder irgendwelcher "Boybands", wo sie darauf festgenagelt werden, Schmachtfetzen für pubertierende Mädels zu trällern.

Zwar sind immer noch Männer im Musikgeschäft, aber die sind meist schon seit Jahrzehnten drin und haben ihre Karrieren gestartet, als Männer da noch gefragt waren. Oder sie gehören zu den seltenen Ausnahmen, die es nach ihrer Zeit in einer "Boyband" geschafft haben, im Geschäft zu bleiben.

Eine Ursache dafür ist sicher der Zeitgeist. Weibliche Musiker gelten offenbar als modern, selbstbewußt, emanzipiert usw. Sie sollen auch eine Vorbildfunktion für Mädchen und junge Frauen haben.

Ich vermute, daß es aber auch damit zusammen hängt, daß die Musikindustrie heute keine großen Stars mehr will, die Forderungen stellen können. Man nimmt lieber immer wieder neue Leute unter Vertrag, denen man noch für sie ungünstige Bedingungen diktieren kann, um sie später, wenn sie mehr fordern, einfach auszutauschen oder fallen zu lassen. Ein männlicher Musiker, der eine Familie zu ernähren hat, wird wohl von Anfang an mehr Forderungen stellen, also spricht auch das gegen männliche Musiker.

So bekommen viele talentierte und kreative Musiker gar keine Chance, groß heraus zu kommen.

Bleibt abzuwarten, ob das Internet etwas daran ändern kann. Bisher sieht es leider nicht so aus.

Freundliche Grüße
von Garfield


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