Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Frauen schlagen immer häufiger

Max Aram, Monday, 21.06.2010, 16:06 (vor 5682 Tagen)

Dieser Artikel steht heute in der BNN (Biedermei... äh: Badische Neueste Nachrichten)

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Immer mehr Frauen
misshandeln ihre Partner

Häusliche Gewalt bleibt aber eine Männerdomäne

Von unserer Mitarbeiterin Tatjana Bojic
Stuttgart. Immer mehr Frauen werden gegen ihre Partner handgreiflich: Gab es im Jahr 2005 noch 336 weibliche Tatverdächtige, stieg ihre Zahl im Jahr 2009 auf 1 038 an, wie Innenminister Heribert Rech (CDU) auf eine Landtagsanfrage der FDP-Fraktion mitteilte. Noch immer aber ist häusliche Gewalt eine Männerdomäne mit 2 241 Tatverdächtigen im Jahr 2005 und 5 184 im vergangenen Jahr. Die von der Polizei registrierten Straftaten im Zusammenhang mit der häuslichen Gewalt werden erst seit 2005 in der Kriminalstatistik gesondert ausgewiesen. Aufgrund der damals neuen Erfassungsmodalität dürften laut Innenministerium noch nicht alle Straftaten der häuslichen Gewalt entsprechend zugeordnet worden sein.
In den beiden Vergleichsjahren sank dagegen die Anzahl der verhängten Platzverweise, der sogenannten Roten Karten, gegen prügelnde Partner: Im Jahr 2005 waren es 2 968, 2009 insgesamt 2 566. Eine Aufsplittung in Frauen und Männer erfolgte nicht. Im Südwesten werden die polizeilichen Einsätze sowie die Platzverweise seit 2002 erfasst. Nach dem Verursacherprinzip muss der Täter und nicht wie in der Vergangenheit das Opfer die Wohnung verlassen. Die Polizei hatte in Fällen häuslicher Gewalt bis zum Inkrafttreten des novellierten Polizeigesetzes im November 2008 gewalttätige Partner auf der Grundlage der polizeilichen Generalklausel vorübergehend aus der Wohnung verwiesen. Im Zuge der Novellierung des Polizeigesetzes wurde hierfür eine spezielle Rechtsgrundlage geschaffen. Laut Rech musste die Polizei im Jahr 2002 wegen häuslicher Gewalt zu 10 641 Einsätzen ausrücken, im vergangenen Jahr waren es noch 7 103: „Die rückläufige Tendenz dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die konsequente Umsetzung des Platzverweisverfahrens Wirkung entfaltet und wiederholte Polizeieinsätze dadurch in geringerem Umfang erforderlich werden.“
Gewalt im häuslichen Bereich sei oft mit schweren körperlichen und psychischen Verletzungen verbunden. Nicht selten sind laut Rech auch Kinder von Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung betroffen: Entweder sie erfahren direkt Gewalt, oder sie sind dieser ausgesetzt, indem sie Gewalt unter den Eltern miterleben. Dies könne langfristige und gravierende Störungen in ihrer Entwicklung hervorbringen.
„Das bloße Miterleben ist in seinen Auswirkungen gleichbedeutend mit Gewalttaten gegen das Kind selbst“, betonte Rech. Im Jahr 2009 wurden insgesamt 7 224 Straftaten (auch Versuche) im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt registriert. Darunter waren vor allem Körperverletzungen, Einsperren, sexuelle Nötigungen oder Vergewaltigungen. Im Jahr 2009 wurden auch 19 Straftaten „gegen das Leben“, also Mord und Totschlag, gezählt.

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Klar, dass schnell betulich auf "Männerdomäne" hingewiesen wird. Aber dass die Zahlen überhaupt mal rauskommen (immerhin knapp verdreifacht innerhalb von 4 Jahren), fand ich trotzdem erstaunlich. Und das ist nur der eng gefasste, körperliche Gewaltbegriff, im Gegensatz zur Definition auf dem Kongress der Kriminologen (erwähnt in "Männerbeben"/Arne Hoffmann).

Einiges glaube ich so allerdings nicht: Von wegen die Platzverweise würden nach dem Verursacherprinzip ausgesprochen. Da würde ich gern genauer hinsehen: Wer da notfalls zum Verursacher abgestempelt wird (weil er sich vielleicht nur noch ein Bier aus dem Kühlschrank geholt hat, um das Gezeter besser ertragen zu können), damit frau im warmen Nest bleiben kann und er auf die Wache muss.


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