Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Menschenfeind!

Movemen, Tuesday, 15.06.2010, 04:29 (vor 5689 Tagen) @ FU

Na ja, wenn man in der Kulturfeindlichkeit übereinstimmt, dann werden wohl
auch männerfeindliche Ausrichtungen schöngeredet ...

Männerfeindlichkeit ist nicht die Intention von Heinsohn. Er beschreibt die Zustände und Wahrscheinlichkeiten für Folgen.

Ich habe diesen Typen und dessen Stellungnahmen mal zwei Stunden lang im
Fernsehen ertragen müssen. Fazit: Er IST ein Männerfeind und ein
Neofaschist! Letzteres kommt bei einigen hier - oh wunder - offenbar so gut
an, dass Ersteres plötzlich nicht mehr wichtig ist.

Siehe oben. Eine Zustandsbeschreibung aufgrund wissenschaftlicher Beschreibung ist nicht neofaschistisch. Heinsohn wertet da nichts. Ob irgendwas bei irgendwem gut oder schlecht ankommt, ist mir da erst mal Wurst.

Überzählig bedeutet im Sinne Heinsohns übrigens nicht erb-, sondern
fraulos. Denn nur wenn die jungen Kerle eine Lebensaufgabe haben -
natürlich die wirtschaftliche Versorgung des Weibchens und beider Familien
sicherzustellen - nur dann, besitzen sie auch eine Lebensberechtigung.

Umgekehrt, auch wenn dies schon das dritte Argumentum ad nareus ist, wird kein Schuh daraus. H. beschreibt, dass junge Männer, die nicht gesellschaftlich eingebunden werden können, sich ein Ventil für ihre Lebensenergie suchen. Es ist dabei unwichtig, unter welchen Vorgaben sie sozialisiert wurden oder welcher Religion und Kultur sie angehören. Wichtig ist nur der Punkt, dass sich methodologisch ein reaktives Verhalten nachweisen lässt, welches wahrscheinlicher ist als die Duldung misslicher Zustände. Und dies ist mehrheitlich mit Migration, Kriminalität, Gewalt solcher Kohorten eingrenzbar.

Die kriegerische Ermordung und Verstümmelung hunderttausender junger
Männer bezeichnet Heinsohn abwertend als das "Abschmelzen des
Youth-Bulges
" (einen besseren Euphemismus hätten die Nazis auch nicht
kreieren können) - und komischerweise scheint er sich an an überzähligen
Frauen (= "Fressern") nicht zu stören.

Anthropologisch ist der Begriff "Abschmelzen" korrekt, ethisch ist die Wortwahl unschön bis bedenklich. Die Vokabeln der Unmenschen findest Du aber nicht nur bei Nazis, sondern ebenso bei Sozialisten und Kommunisten. Ich denke, in der Abstraktion einer Forschung, die sich mit dem Leben von Menschen genauso leidenschaftslos beschäftigt, wie der Imker mit den Bienen oder der Bauer mit seinen Kühen, lässt die zynische klingende Begriffsfindung sehr oft Raum für empörte Deutung. Es wäre sinnvoller auf lateinische oder griechische Begriffe auszuweichen, damit den feinfühligen Menschen nicht die Kinnlade runterklappt.

Damit auch du es verstehst: Solange junge Männer ausgebeutet werden
können, durch Gesellschaft und Familie, solange sind sie laut Heinsohn
nützlich. Aber in dem Augenblick, wo sie weitestgehend selbstbestimmt und
mit kaum einer Verpflichtung leben, sind sie "überzählig" ...

Der Nützlichkeitsbegriff ist allen Kulturen systemimmanent. Da braucht man sich keine Hoffnung machen. "Wer nicht arbeitet, soll nicht essen", abgeleitet aus der Bibel; eine kapitalistische oder sozialistische Arbeitsmoral, die den Menschen vornehmlich als Arbeitstier sieht, ist nun mal nicht ungewöhnlich für unseren Kulturkreis, aber ebenso normal in eher kollektiv geordneten Kulturen.

Schweinssohn wertet es es als positiven Aspekt der Ausbeutung von
Männern, wenn diese durch die Gängelung der Ausbeuter keine Zeit mehr zum
Krieg führen haben ... Femofaschistischer geht es definitiv nicht
mehr!

Bedauerlich, wenn Du das so interpretierst. Ich bezweifele, dass Heinsohn den Menschen, speziell den Mann, als Nutztier begreift. Hier vermischt Du deine weltanschauliche Sicht der Arbeitswelt mit den Elementen Ausbeuter und Ausgebeuteter mit den Darlegungen von Heinsohn.

Aber Hauptsache, Heinsohn diffamiert die arabisch-muslimische Kultur,
nicht wahr?

Siehe oben. Den Bevölkerungsüberschuss der jungen Männer zeigt er weltweit auf. Auch in Asien/Indien, in Teilen Chinas, in Afrika und Südamerika. Eine gesonderte Religionsfrage muss da nicht aufgeworfen werden. Die arabisch-muslimische Kultur ist auch ohne Heinsohn überdurchschnittlich aggressiv geprägt. Was bleibt, ist die Frage, wie Du stichhaltig beweisen willst, Heinsohn wäre ein Neofaschist. Vielleicht fällt Dir dazu noch etwas ein, ich schaue nächster Tage mal wieder vorbei.

Grüße
Movemen


gesamter Thread:

 

powered by my little forum