Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Stern"- Redakteur Wolfgang Röhl

pappa_in_austria, wien, Friday, 04.06.2010, 10:38 (vor 5694 Tagen) @ pappa_in_austria

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/roehl_vs_roehl_in_halb_eigener_sache/

Wolfgang Röhl 07.05.2010

Anjas Vater Klaus Rainer Röhl hatte die RAF – sehr zum Unmut vieler Linker und Linksliberaler - von Anfang an publizistisch vehement bekämpft (etwa im „konkret“-Leitartikel „Gib auf, Ulrike!“). Er wurde deshalb auch von Ulrike Meinhof herzhaft gehasst. So sehr, dass sie die gemeinsamen Zwillingstöchter in ein palästinensisches Lager entführen ließ, wo sie hätten umkommen können.

Genau diese Kinderentführung ist für die vielen Meinhof-Fans in der linksextremen Szene, wo Meinhof-Apologien wie die von Jutta Ditfurth begierig aufgezogen werden, der einzige Fleck auf Ulrike Meinhofs ansonsten makelloser antiimperialistischer Weste. Ein Fleck, der jetzt, auf dem Höhepunkt der Missbrauchsdebatte, mit nachgeschobenen Missbrauchsvorwürfen getilgt werden soll, wie Klaus Rainer Röhl in einer Erklärung zu dem Fall schreibt (er sitzt derzeit mit seiner Lebensgefährtin im griechischen Chaos fest).

Einem „K****“, so soll suggeriert werden, habe die Meinhof ihre Zwillinge nicht überlassen wollen. Doch sind einschlägige Beschuldigungen bei den damaligen, knochenharten Verhandlungen um das Sorgerecht für die Zwillinge von Seiten der Meinhof-Anwälte nie auch nur angedeutet worden.

Anja Röhl kann gut lügen. Praktisch wie gedruckt. Das zeigt bereits ein einziges, gravierendes Beispiel. In ihrer Meinhof-Verklärung auf den oben genannten Blogs heißt es, Ulrike M. habe im Gefängnis am Ende doch noch den Wunsch geäußert, ihre Zwillinge wiedersehen zu wollen. „Niemals“ wäre sie ohne eine einzige Zeile an die Kinder „aus dem Leben getreten“. Was Anja Röhl verschweigt, ist in der Röhl-Familie allerdings Kenntnisstand. Es war nämlich eben jene Anja R., die einen ihr von Ulrike Meinhof aus dem Gefängnis mitgegebenen Brief an die Zwillinge unterschlagen hatte. Die Meinhof/Röhl-Kinder haben ihn erst vor ein paar Jahren erhalten.

Ob Ulrike Meinhof noch am Leben wäre, wenn ihre Kinder den Brief bekommen und sie im Knast besucht hätten? Vielleicht wäre sie dann wirklich nicht „aus dem Leben getreten“. Sondern hätte das Leben gewählt. Und der verdammten RAF in den Arsch getreten.

Persönliche Anmerkung zu Anja Röhls stern-Artikel: ich bin von der stern-Redaktion, der ich seit Jahrzehnten angehöre, in der Sache nicht einvernommen worden. Vom Erscheinen des Stücks erfuhr ich erst am Montag dieser Woche, als es so gut wie im Druck war. Ich hätte zu seinem Inhalt einiges zu sagen gehabt.

Im Haus meines Bruders kannte ich mich recht gut aus. Habe dort auch mal ein Jahr gewohnt, mit Dichtern wie Peter Rühmkorf, mit Feuilletonredakteuren, Schauspielern, Malern, Rechtsanwälten, konservativen Intellektuellen und linken Szenegrößen Partys gefeiert. Die Behauptung, dort habe eine Frauen verachtende Atmosphäre geherrscht, ist unter den vielen Falschbehauptungen des Artikels eine besonders groteske. Röhl habe Frauen oft als „Huren“ oder „Nutten“ beschimpft, sei ihnen bei jeder Gelegenheit an die Wäsche gegangen usf. Was für ein Quatsch! Der als Womanizer bekannte Röhl war auch deshalb bei Frauen hoch beliebt – erwachsenen Frauen -, weil er sie oft bediente, betüdelte und bekochte. Und nicht, weil er sie beschimpft und gedemütigt hätte. In den späten Sechzigern lernte er eine kluge, selbstbewusste Griechin kennen, die noch heute seine Lebensgefährtin ist. Inzwischen verbreiten die Gülleausbringer von der „taz“, es sei bekannt gewesen, dass Röhl „pädophil“ sei.


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