Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Sind die Männer im Forum anders?

Prometheus, Luxemburg, Monday, 31.05.2010, 13:53 (vor 5697 Tagen) @ Diego

Das ist zu kurz gegriffen, denn genauso gut könnte man anführen, dass das
Überleben der Männchen wichtig ist, da sonst andere Männchen in die Gruppe
eindringen, sich fortpflanzen, oder Weibchen entführen, oder sogar deren
Nachwuchs töten könnten. Damit wäre die genetische Linie und die Gruppe
ebenfalls in Gefahr.

Aber genau im Verhindern dieser Vorfälle besteht ja unter anderem das Schützen. Es ist genau hier, wo ab und an Männchen sterben.


Zudem widerspricht die verhältnismäßig lange Entwicklungszeit des Menschen
bis zur Geschlechtsreife dem Modell der Klein-Gruppe, da eine solche Gruppe
viel zu langsam anwachsen würde und proportional viele "unnütze Fresser"
versorgen müsste (von Erbkrankheiten und Behinderungen mal ganz abgesehen).

In großen Gruppen werden die Menschen ja aber doch nicht schneller erwachsen. In der Zeit, als sich das menschliche Verhalten herausgebildet hat, waren die Menschen Großwildjäger. Und wie bei allen Tieren, die an der Spitze der Nahrungskette stehen, lässt das jeweils nur eine kleine Bevölkerung in einem großen Revier zu. Die verfügbare Nahrung setzt der Gruppengröße einfach Grenzen. Erst seit der Neolithischen Revolution lassen sich große Gruppen mit Nahrung versorgen, können Städte und komplexe soziale Strukturen entstehen. Das ist aber erst in etwa 11000 bis 12000 Jahre her, in evolutionären Zeitdimensionen ist das also so, als wäre es Gestern gewesen.

Und auch die Zeiträume bis zur Reproduktion der eigenen Gene sind einfach
viel zu lang, wenn man die mit Sicherheit hohe Kindersterblichkeit bedenkt,
und, dass damals schon kleinere Verletzungen zum Tode führten. Verhungert
sind auch viele.

Es gab Zeiten, wo die bevölkerungserhaltende Reproduktionsrate bei sechs Kindern pro Frau lag. Das machte die Frauen aber eigentlich nur schützenswerter. Bei den heute notwendigen 2,1 Kinder pro Frau könnte man hingegen die Hälfte der weiblichen Bevölkerung killen, und die andere Hälfte wäre immer noch in der Lage, ausreichend Kinder zu gebären, um die ursprüngliche Bevölkerungszahl wiederherzustellen. Die moderne Medizin hat die Frauen also eines Teils ihrer Wichtigkeit beraubt.


Ich bezweifle daher sehr stark, dass Männchen biologisch auf den Erhalt
einer einzelnen genetischen Linie gepolt sind. Denn bei fast allen anderen
Säugetieren hat die Durchmischung und Verbreitung der eigenen Gene Vorrang
- aber keinesfalls der Erhalt nur einer einzelnen, nämlich der
mütterlichen ! Erblinie. Die Streuung hingegen erhöht die
Wahrscheinlichkeit des Fortbestandes väterlichen Erbguts. Und es
spielt biologisch deshalb einfach keine Rolle, ob das väterliche Erbgut mit
Weibchen X oder Weibchen Y reproduziert wird. Je mehr, je besser! Denn wenn
man(n) gleichzeitig hunderte Nachkommen hat, wird sich mindestens eines
davon mit Sicherheit selbst reproduzieren und das Erbgut weitergeben
können. Da ist es dann auch nicht relevant, ob eines der Weibchen stirbt.

Was du beschreibst, ist die Reproduktionsstrategie des Alpha-Männchens. Aber wie viele Männer sind Alpha-Männchen? Zwar springt jeder Mann auf eine Fortpflanzungschance an, wenn sich ihm eine anbietet, aber da die Frauen hypergam sind, bietet sich den Wenigsten regelmäßig eine entsprechende Chance.


Familiäre Strukturen und monogame Lebensweisen - also "soziale" Strukturen
- dienen, wenn man es biologisch betrachtet, also ausschließlich dem
Schutz und Erhalt der weiblichen Erblinie (Mutter + Nachkommen).

Nein, die Monogamie schränkt auch die Frauen in ihrem natürlichen Sexualverhalten ein. Erstens sind sie, wie schon erwähnt hypergam, wollen sich also nur mit einem besonders Ranghohem Mann fortpflanzen. In einer monogamem Gesellschaft sind die ranghöchsten Männer aber schnell vergeben; alle anderen Frauen müssen sich mit Männern begnügen, die sie normalerweise nicht einmal eines Blickes gewürdigt hätten. Monogamie verschafft also einer breiten Gruppe von Männern den Zugang zu einer Fortpflanzungschance.

Die zweite, oft verkannte Besonderheit des weiblichen Sexualverhaltens besteht darin, den Partner nach vier bis sieben Jahren zu wechseln. Im Naturzustand hat die Frau also mit jedem Mann nur ein Kind, und zieht, sobald die Kleinkindphase überwunden ist zum nächsten Partner weiter (der selbstverständlich aber auch aus der Gruppe der Alphas stammt). So kann sie ihre Gene streuen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich unter ihrem Nachwuchs genetisch fitte Konfigurationen befinden. Das ist auch der Hauptgrund, warum viele Frauen sich heutzutage scheiden lassen (und nicht etwa die teilweise absurden Rationalisierungen ihrer Triebe), und weshalb viele Ehemänner ab einem gewissen Zeitpunkt sexuell auf dem Trockenen sitzen.

Monogamie ist keine weibliche Erfindung; sobald man den Frauen die Möglichkeit ließ, ihren Trieben nachzugehen, begannen sie, die Monogamie zu zerstören. Das drückt sich in der Jugend vor allem durch die jagt nach dem Alpha aus, und später dann in der mutwilligen Zerstörung von Familien.


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