Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Sind die Männer im Forum anders?

Diego, Hannover, Sunday, 30.05.2010, 23:34 (vor 5697 Tagen) @ Prometheus

Das Schützen von (vor allem

jungen) Frauen konnte den Fortpflanzungserfolg der Gruppe verbessern, und
damit auch das überleben der eigenen Gene sichern.

Das ist zu kurz gegriffen, denn genauso gut könnte man anführen, dass das Überleben der Männchen wichtig ist, da sonst andere Männchen in die Gruppe eindringen, sich fortpflanzen, oder Weibchen entführen, oder sogar deren Nachwuchs töten könnten. Damit wäre die genetische Linie und die Gruppe ebenfalls in Gefahr.

Zudem widerspricht die verhältnismäßig lange Entwicklungszeit des Menschen bis zur Geschlechtsreife dem Modell der Klein-Gruppe, da eine solche Gruppe viel zu langsam anwachsen würde und proportional viele "unnütze Fresser" versorgen müsste (von Erbkrankheiten und Behinderungen mal ganz abgesehen). Und auch die Zeiträume bis zur Reproduktion der eigenen Gene sind einfach viel zu lang, wenn man die mit Sicherheit hohe Kindersterblichkeit bedenkt, und, dass damals schon kleinere Verletzungen zum Tode führten. Verhungert sind auch viele.

Ich bezweifle daher sehr stark, dass Männchen biologisch auf den Erhalt einer einzelnen genetischen Linie gepolt sind. Denn bei fast allen anderen Säugetieren hat die Durchmischung und Verbreitung der eigenen Gene Vorrang - aber keinesfalls der Erhalt nur einer einzelnen, nämlich der mütterlichen ! Erblinie. Die Streuung hingegen erhöht die Wahrscheinlichkeit des Fortbestandes väterlichen Erbguts. Und es spielt biologisch deshalb einfach keine Rolle, ob das väterliche Erbgut mit Weibchen X oder Weibchen Y reproduziert wird. Je mehr, je besser! Denn wenn man(n) gleichzeitig hunderte Nachkommen hat, wird sich mindestens eines davon mit Sicherheit selbst reproduzieren und das Erbgut weitergeben können. Da ist es dann auch nicht relevant, ob eines der Weibchen stirbt.

Familiäre Strukturen und monogame Lebensweisen - also "soziale" Strukturen - dienen, wenn man es biologisch betrachtet, also ausschließlich dem Schutz und Erhalt der weiblichen Erblinie (Mutter + Nachkommen). Und das Männer sich dieser Struktur (dem wahren Matriarchat !) beugen, kann nur daran liegen, dass sie von ihren Müttern entsprechend sozialisiert wurden. Wer erzieht, hat Macht! Und gleichzeitig Macht über den Versorger des eigenen Nachwuchses, der das Muttertier zwangsweise mitversorgen muss, wenn er sein Kind versorgt wissen will. Aber warum läßt er sich erpressen, wo er doch mit dem nächstbesten Weibchen erneut Nachwuchs zeugen könnte? Ich glaube, wir nennen das Zivilisation, einschließlich der matrifokalen "Rechtsstaatlichkeit", die aus einem Vater einen Zahlesel macht.

Alles natürlich nur rein biologisch betrachtet ... ;-)

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