Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Frauen bei der Feuerwehr

Narrowitsch, Berlin, Tuesday, 25.05.2010, 19:12 (vor 5701 Tagen) @ Roslin

Fände ich okay.

Ich bin mir da sehr unsicher , ob ich mehr Frauen bei den (freiwilligen) Feuerwehren unter gegenwärtigen Umständen begrüßen kann.

Ja, wenn ich nicht den Verdacht haben müsste, dass die
Anforderungsstandards hinsichtlich körperlicher Leistungsfähigkeit
"frauenfreundlich" abgesenkt werden (z.B.: was muss ein Feuerwehrmann
schleppen können als Mindestanforderung, um zugelassen zu werden), fände
ich das okay.

Damit beginnt der Rattenschwanz Folgen, die das zerstören, was Männer beim Feuer erwehren lieben: Da ist einmal die Kameradschaft, erwachsen aus vielen Hundert Trainingseinheiten, gewachsen in lebensgefährlichen Einsätzen, da schafft zum anderen das nächtelange Zusammenhocken in Erwartung des Einsatzes ein womöglich außergewöhnliches Vertrauensverhältnis. Ich höre von "verschworenen" Gemeinschaften, deren Wirkung über die eigentliche Tätigkeit weit hinausreicht und die Wurzeln in zahllosen Gesprächen besitzt, unbeeinflusst vom Diktat der "richtigen" Wortwahl, unbeeindruckt von gesellschaftlich vorgegebenen korrekten Inhalten - Mann ist eben unter sich. Kein Weib stört bei der Erörterung häuslicher Schwierigkeiten, von Scheidungen, Fremdgeherei und Kindesentzug ganz zu schweigen. Und keines stört beim Witze erzählen, keines bei den kleinen Prahlereien und nachdenklichen Erzählungen, bei diesem Spiel, welches Kerle untereinander miteinander spielen und verstehen ohne darüber debattieren zu müssen...

Kommen erstmal Frauen in die Züge, ändert sich das vielfach. Es beginnt mit einer Aufgabenverteilung, die die schwersten und gefährlichsten Tätigkeiten natürlich Männern aufhalst, es geht weiter mit der früher oder später aufkommenden Quotendebatte und endet - nicht zu letzt und nicht selten - mit dem Hauch Erotik, welches Konkurrenz zwischen Männer sät. Mit dem "wie ein MANN für eine Sache stehen" ist es sodann oft genug vorbei. Als Krönung des Ganzen folgt die Relativierung des männlichen, auf Leistung gegründeten Ansehens, wie wir sie aus anderen Berufsfeldern kennen: Die Soldatinnen und Soldaten, die Polizistinnen und Polizisten, die Lebensretterinnen und Lebensretter - immer profitieren Frauen von den Leistungen ihrer Kollegen. Niemand fragt nach mehr, was wer wo tat oder eben nicht, die -Innen sind immer mit gemeint. Doch geht es in den Einsatz- gibt es "Druckposten" für Frauen, geht es um Auszeichnungen und Geld, sind wieder alle gleich. Oder auch nicht ganz. Fehlt dem Bundeshorst eine Frau für die quotenmäßige Verteilung des BVK, dann kann er immer noch auf Polizistinnen, Soldatinnen und Feuwehrfrauen zurückgreifen, irgendwelche Verdienste werden sie schon haben.

Es mag sein, dass Frauen mäkeln, ich zeichnete ein verzerrtes Bild, die positiven Erscheinungen, die gemischtgeschlechtliche Teams böten, wögen die Beerdigung alter Männerrituale -und Seilschaften auf, alles sei viel lockerer und die weibliche Sicht in gewachsen Kameradschaften könne nur für alle Vorteile bringen. Vielleicht. Vielleicht auch nicht, ich hege da Zweifel.

Den Verdacht muss man aber haben, dass auch hier das übliche Prozedere
greift: Wenn Frauen es in politisch korrekter Zahl nicht aus eigenem
Vermögen schaffen, dann doktert man an den Anforderungen herum, bis die
Frauenquote stimmt, ohne Rücksicht darauf, was das für die
Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems bedeutet.

wie gesagt, dies ist nur ein bedenkenswerter Effekt.

Wir erleben es im Bildungssystem, das frauenfreundlich reformiert,
frauenfreundlich funktioniert, und im vollsten Niedergang begriffen ist.
Wir erleben es beim Militär, wir erleben es in vielen Bereichen, in denen,
damit Frauen gefördet werden können, der Leistungsgedanke verwässert wird
und weiche, "weibliche" Normen, Werte, Verhaltensweisen Platz greifen,

Ja, das erlebten und erleben wir. Neuerdings krähen vielerlei Leut deshalb Forderungen nach Männerförderung. Gelegentlich greift die Familienministerin den Gedanken auf, "Männerforscher - und rechtler" formulieren es immer aufs Neue und selbst "gutwillige" Femis räumen gelegentlich ein, auf gewissen Gebieten könne frau gesellschaftlichen Hilfsangeboten für Männer zustimmen, ein wenig herablassend, freilich, gedacht als Gnadenakt im Dienste des sozialen Friedens.

Ich frage mich allerdings, wie denn diese Förderung aussehen soll? Im Bildungswesen - als signifikantestes Beispiel- eine Remaskulinisierung? Dann wären Frauenfördermaßnahmen neutralisiert, also überflüssig. Bislang las ich zur Männerförderung nur von Aktivitäten, die letztlich den Frauen nutzt. Im Wes(t)en also nichts Neues.

in
der staatlichen Bürokratie etwa, in der Politik, Bereiche, in denen
Probleme nicht mehr gelöst, sondern nur noch befriedet, ruhig gestellt,
weiblich pazifiziert werden, bis der Krebsschaden auch mit dem dicksten
Make up nicht mehr zu überschminken ist.

So muss es wohl sein, nach dem Verständnis unserer Gesellschaftsdirigenten. Bis hin nach Hinterhugeltupfingen in die freiwillige Feuerwehr.

Erst wenn es bereits zu spät ist, ist man dann bereit, Lösungen, die
wirklich helfen, auch wenn sie weh tun, in Angriff zu nehmen.

Wirklich? Oder nehmen die Prinzipienreiter an der Macht schleichenden Niedergang in Kauf, nur um sich nicht korrigieren zu müssen.

Was am Ende nur dazu führt, dass alles noch viel schmerzhafter wird, als
es hätte werden müssen, wenn man denn nur rechtzeitig "männlich-zupackend"
gewagt hätte, dem einen oder anderen weh zu tun, dafür aber ein Problem
wirklich zu lösen und nicht nur zu überschminken.

Pah! Das hat Dir der Teufel eingefüstert! Nicht wahr?

Ich stehe dem Gedanken aufgeschlossen gegenüber, alle Berufsgruppen Frauen zu öffnen. Aber: Warum gibt es keine Frauenbataillone unter weiblicher Führung und weiblicher Logistik? Warum keine weiblichen Löschzüge, für die man werben sollte?
Zwar wird das Femipack nicht müde, hämisch auf ihre Konkurrenzfähigkeit zu weisen, die Männer verunsichere. Warum also keine faire Konkurrenz? Zugegeben ein rhetorische Frage.

Ich bleibe dabei, das feministische Gedankengut muss weg. Jenes, welches wir jüngst bei den Piraten besichtigen durften. Kaum sind Frauen mit von der Partie, findet sich ein gewisser Prozentsatz, der nach Privilegien schreit, die entsprechend Männern mit anderem Vorzeichen nicht gewährt werden dürfen. Für mich setzten sich dort Erlebnisse aus Kindertagen fort: Wenn kleine Weiber es wünschen, müssen Jungen sie mitspielen lassen - Eltern erzwingen so etwas. Ziehen sie sich die Mädchen zurück, weil sie "Mädchenprobleme" betuscheln, haben Jungen dort nichts zu suchen. Auch dann nicht, wenn die lieben Mädels aushecken, wie sie mit Jungen zu verfahren gedenken. So ist es von der Wiege bis zur Bahre...

Übrigens ein anschauliches Beispiel, wie sich gewisse Traditionen und feministische Vorstellungen gut vertragen - sie müssen halt nur zulasten des Männlichen gehen.

Erst wenn die Femidenke ausgerottet sein wird, setzt sich vielleicht die Einsicht durch, dass diejenigen, die sich am besten für bestimmte Tätigkeit eignen, sie auch ausführen. Im einen Berufssegment mögen mehr Männer arbeiten, mit - selbstverständlich - mehr Männern in Führungspositionen, in anderen eben mehr Frauen. Viel beschworenen Gleichberechtigung eben. Überflüssig zu betonen , wie wenig der Zirkus um Gleichstellung, also prozentual gleiche Besetzung von Berufsfeldern gemein hat. Möglich, dass, wenn der gleiche Berechtigungen in der Wirklichkeit angekommen sein werden, sich im nächtelangen Zusammenhocken echte Kameradschaften entwickeln, auch zwischen Männer und Frauen eines Teams. Weil jene sich nicht mehr als Zuchtmeisterinnen männlichen Verhaltens aufspielen, keine Rosinenpickereien fordern und Ehre geben, wem Ehre gebührt.

Vielleicht fände auch Garfields Gedanke einen vernünftigen Platz:

Es wäre sogar schon viel erreicht, wenn man die Frauen wenigstens dazu
bringen würde, das ehrenamtliche Engagement ihrer Männer zu akzeptieren.
Das ist nämlich für viele Männer, die in der Feuerwehr oder in
Rettungsdiensten ehrenamtlich tätig sind, ein Problem. Da gibt es nicht
wenige, die dieses Engagement nur auf Drängen der Partnerin aufgeben.

Solche Form Gemeinsamkeit, ja, auch Respekt füreinander, beim Feuerwehrball zu feiern, da lernte ich noch tanzen.
Bis dahin bin ich mit einem uneingeschränkten OK für Frauen bei der Feuerwehr vorsichtig. Aber vielleicht ist das ja schon heute in Hinterhugeltupfingen in Wirklichkeit anders. Weil die Genderbürokratie dort noch nicht das uneingeschränkte Sagen besitzt.

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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.


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