Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Pseudo-Psychologin wirbt für Hormonfresserei

Sachse, Friday, 14.05.2010, 15:06 (vor 5712 Tagen) @ T

die Artikelschreiberin ist hinlänglich bekannt, Scheisse zu schreiben.:

... Unter der Überschrift ”Wir müssen Geduld mit den Männern aufbringen” landeten Brizendines Weisheiten beispielsweise im Wissenschaftsteil der „Welt“, Rubrik „Hirnforschung“. „Frauen haben einen achtspurigen Highway um ihre Gefühle auszudrücken, Männer nur eine Landstraße“ konnte man dort etwa nachlesen sowie „Das weibliche Gehirn besitzt mehr Kommunikationszellen als das männliche, was wiederum Einfluss nimmt auf den Wortschatz: Erwachsene Frauen benutzen durchschnittlich rund 20.000 Wörter pro Tag. Den Männern hingegen reichen 7000.“ (Was die angebliche Anzahl gesprochener Worte pro Tag über den Wortschatz aussagen soll, erklärt Brizendine nicht; sicherheitshalber fragt die geschmeichelte Journalistin auch gar nicht erst nach.) Frauen seien emotional intelligenter, Männer aggressiver und dächten mehr an Sex. Dass Brizendine sich da als „bekennende Feministin“ outet, verwundert nicht.
Da gelesen

Ihr ... Buch „Das weibliche Gehirn. Warum Frauen anders sind als Männer“ versteht sich als angewandte Wissenschaft: Es kommt als Lebensratgeber unter Freundinnen daher. Kleine Szenen, Beziehungsgeschichten und Verhaltensprobleme von Freundinnen und Patientinnen werden im Plauderton verhandelt. Und das Thema? Frauen - macht euch die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung zu eigen! Das weibliche Gehirn ist einzigartig! Frauen sind mit besonderen sprachlichen, emotionalen und sozialen Kompetenzen begabt. Von der Wissenschaft nicht hinreichend gewürdigte Fähigkeiten sind „im Gehirn von Frauen fest einprogrammiert“. Frauen werden mit solchen Talenten geboren. Männer jedoch nicht.

Tatsächlich sind Brizendines „Belege“ vage, oft stammen sie aus Tierversuchen und werden ohne klare Theorie im Hintergrund interpretiert.

Das Buch ist klar adressiert - an Frauen, aber auch ebenso klar an potentielle Patientinnen. Im Stil eines Glossars werden zunächst einmal Hormone erläutert: „Östrogen: Die Königin, mächtig, umfassend“; „Oxytocin: weiches schnurrendes Kätzchen“; „Cortisol: hektisch, unruhig, gestresst“. Handelt es sich tatsächlich um einen Beitrag zum Thema Geschlechterdifferenz oder nicht doch um ein geschickt verpacktes Werbebuch für den Griff zur Hormontablette? Brizendine - das sollte man an dieser Stelle nachtragen - leitet eine „Women's Mood and Hormone Clinic“ in San Francisco.


Ganz gewiss passt es in den naturalistischen Zeitgeist und bietet seinen Leserinnen eine geschmeidige Mischung aus einer „neuen Weiblichkeit“ der besonderen neuronalen Fähigkeiten und alten Geschlechterklischees, die auf breiter Front bestätigt werden. Männer wie Frauen finden reichlich Munition für Witze jeweils übereinander. Wer sich über das Buch aber vor allem freuen dürfte, sind Hormonhersteller, Endokrinologen und Apotheker - beiderlei Geschlechts.

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