Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Einen Scheiß hat sie! Lest, warum.

Maesi, Monday, 19.04.2010, 15:00 (vor 5737 Tagen) @ Dampflok

Hallo Dampflok

maesi hat sich in seiner Argumentation mehrmals ins Knie geschossen.

Das interessiert mich. Inwiefern habe ich mir ins Knie geschossen?

Alle Experten bemängeln das Fehlen männlicher Rollenvorbilder in Schulen
und Kindergärten. Somit ist das Geschlecht der Lehrperson sehr wohl als
Kriterium einzubeziehen, was Kindergarten und Grundschule anbelangt - aber
eben auch nur dort.

Die sogenannten 'maennlichen Rollenvorbilder' (welch graesslicher Technokratenbegriff!) fehlen primaer in den Familien und nicht in den Schulen. Lehrer taugen, ausser vielleicht in Ausnahmefaellen, gar nicht als 'maennliches Rollenvorbild' fuer die Jungs sondern allenfalls als Rollenvorbild als Lehrer. Die Bandbreite des menschlichen Verhaltens ist in den auf Wissenvermittlung hin optimierten Schulen viel zu eng gefasst, als dass Lehrer die durch den entsorgten Vater gerissene Luecke ausfuellen koennten. So ist der Lehrer beispielsweise prinzipiell unfaehig zu vermitteln, wie ein Mann sich in einer Ehe/Partnerschaft verhaelt, beim Tod eines engen Familienangehoerigen und vielen anderen intimen Situationen, die in einer Familie zwangslaeufig vorkommen.

Alle zwei Jahre bekommt das Kind einen neuen Lehrer vorgesetzt. Das Verhaeltnis zwischen Lehrer und Schueler ist aufgrund der zeitlichen Begrenztheit normalerweise viel zu oberflaechlich, als dass sich hier das notwendige Vertrauen zwischen Lehrer und Schueler herausbildet. Der maennliche Lehrer kann bestenfalls als mangelhaftes Surrogat fuer einen fehlenden Vater fungieren; meistens aber ist er noch nicht einmal das.

Deine Feststellung von der katastrophalen Auswirkung der Abwesenheit von Maennern im Leben der Jungs ist zwar korrekt, die Geschlechterquote an Schulen ist aber schlichtweg das faslche Problemloesungsinstrument.

Dass (maennliche) Rollenvorbilder beliebig austauschbar sind, ist ein kollektivistischer Irrglaube. Deine Maennerquotenargumente, Dampflok, basieren auf diesem Irrglauben. Ein Mann ist gemaess dieser Denke als Rollenvorbild so gut wie jeder andere und die professionellen Paedagogen sind den amateurhaften Vaetern haushoch ueberlegen. Aus genau dieser ideologischen Kueche kommen dann so fatale Aussagen wie, 'Familie ist, wo alle aus demselben Kuehlschrank fressen' oder 'die Lufthoheit ueber den Kinderbetten darf nicht den Eltern ueberlassen werden'.

Nicht mehr das einzelne Individuum ist im Kollektivismus relevant sondern nur noch die austauschbaren Vertreter irgendwelcher Kollektive, die in der Folge bestimmte Funktionen uebernehmen. Die staatlichen Funktionaere sind in der Vermittlung von antiseptischen Rollenmodellen besser als die Vaeter, denn schliesslich wurden sie dafuer ausgebildet. Aber sind sie auch bessere Vaeter? Wo bleibt in dieser eiskalten Machinerie eigentlich der Mensch? Den Technokraten interessiert das freilich nicht; er hat es nicht mit menschlichen Individuen sondern Funktionseinheiten zu tun - und nach dieser Ideologie handelt er auch. Das Quotengefasel wuchert auf genau diesem Naehrboden.


Gruss

Maesi


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