Frauen, Leistung (-sdruck), Spitzenpositionen
Ein Freund von mir (kein Kontakt mehr) ist im Investment-Banking tätig. Das heißt 12-Stunden-Tag, Mahlzeiten werden während der Arbeit eingenommen, nicht gearbeitet wird, wenn man schläft. Dort, wo er tätig ist, wird es als selbstverständlich hingenommen, dass er nach einer handvoll Jahre mit Burn-Out-Syndrom zusammenbricht (in der Zeit wird aber fett Kohle und Prestige gemacht).
Ein anderer Bekannter von mir (kein Kontakt mehr): Tätig in der IT-Branche, Kopf eines 5-köpfigen Teams, etwa 10-Stunden-Tag. Wenn er die Arbeit, die er sich nach Hause mitnahm, erledigt hatte, widmete er sich seinem Hobby, nämlich: Tatää!: Informatik. Dann vertiefte er sich in diverse Fachzeitschriften und -bücher, nicht etwa um sich weiterzubilden, sondern einfach nur, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Die IT-Branche ist nämlich mörderisch: Eine Programm-Version jagt die Nächste, dieser oder jener Standard wird evolutioniert zu seiner nächsten Entwicklungsstufe; von gestern ist, wer sich nicht ständig weiterbildet - in der Freizeit eben.
Als ich einem Freund von letzterem Fall berichtete, meinte er spontan: "Die arme Frau". Sein Bedauern galt also nicht dem Manne, der sich da verausgabte, sondern seiner Partnerin, weil sie so wenig von ihm hätte.
Das lässt tief blicken. Die Leistungen, die ein Mann vollbringt, werden nicht eigens gewürdigt, sondern als selbstverständlich angesehen - auch von Männern.
Im obengenannten Link benennt die Therapeutin den Umstand, dass sich Männer ihrer Situation als Ausgebeuteter oft nicht bewusst sind, ja sogar mit Misstrauen reagieren, wenn man ihnen dies vor Augen führen will.
Sicher, denen muss geholfen werden, ich will aber auf einen anderen Punkt hinaus: Nämlich der unterschiedlichen Bewertung von Leistung, wenn sie von Frau oder Mann erbracht wird - dort wo ein Mann seine Tätigkeit noch als "normal" ansieht, fühlt sich frau schon unzumutbaren Bedingungen ausgesetzt.
Ein Grund, warum sie, die Frauen, so selten in Spitzenpositionen zu sehen sind.
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Wer gegen Monster kämpft, muss achtgeben, nicht selbst zum Monster zu werden - Nietzsche
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Mirko,
02.02.2010, 22:18
- Frauen, Leistung (-sdruck), Spitzenpositionen - Klausi, 03.02.2010, 00:15