Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @ Ekki: Widerspruch

Ekki, Sunday, 27.03.2005, 23:00 (vor 7618 Tagen) @ BerndausMünster

Als Antwort auf: @ Ekki: Widerspruch von BerndausMünster am 27. März 2005 19:20:

Hallo, Berndausmünster!

Wenn du dich als Mann selbst auf die reine Rolle als Sexpartner reduzierst, ist die Midlife-Crisis in dem Moment, wo die Potenz nachlässt, vorprogrammiert.
Sind Frauen für dich nur für Sex da? Mir fallen da noch viele andere Sachen ein, die man zusammen treiben kann. Dass Frauen Sex vor allem zur Fortpflanzung haben wollen, halte ich für völligen Humbug. Mit zunehmenden Alter lässt die Lust nicht nur beim Mann nach, auch bei den Frauen. Wer sich mit 50 eine 20-jährige nimmt, muss mit "Überforderung" rechnen :-)
Wer "will" aber nicht "kann" hat Potenzprobleme, das wäre dann wieder ein ganz anderes Thema.

Hierzu - aus dem Kopf zitiert - ein Satz von Ester Vilar:

"Zwischen Liebe und Freundschaft gibt es kein anderes Unterscheidungskriterium als Sex."

Der Präzision halber müßte man hier die Einschränkung machen, daß das Wort "Liebe" Vieles Verschiedenes umfaßt.

Tatsache ist aber doch:

Wir reden von der Liebe zwischen Mann und Frau, die dann mal in eine Partnerschaft münden soll. Und da gilt der Satz von Ester Vilar.

Du scheinst Partnerschaft als reines Geschäft zu begreifen: Mann gibt Geld, Frau gewährt Sex.

Grundfalsch. Du bist, wenn ich richtig liege, hier noch relativ neu im Forum, sonst wärst Du in Bezug auf mich nicht zu diesem Schluß gekommen. Also, kurz und gut:

Ich trete hier gegen nichts so vehement auf wie gegen die Art des von Dir beschriebenen Geschäfts.[/u]

Und wofür[/u] ich vehement auftrete:

Dafür, daß Sex ein in jeder Hinsicht kostenloses Vergnügen ist, ohne materielle Gegenleistung (sei es, daß diese direkt gefordert wird, sei es, daß der Sex stillschweigend die Belohnung für eine materielle Leistung ist), aber auch ohne immaterielle Gegenleistung (z.B. Ehe- oder Treueversprechen).

Wenn ich da richtig liege, bedeutet das möglicherweise, dass dir bisher das grosse Abenteuer LIEBE ALS GEFUEHL versagt blieb oder immer mit Enttäuschungen endete.

Das Letztere ist richtig. Ich hätte nie geglaubt, über wie viele Jahre die Suche nach der Liebe ohne jede Resonanz[/u] bleiben kann.

Ich bin genauso alt wie du und hatte mehrere Beziehungen, die jeweils immer ein paar Jahre angedauert haben. Aus all dem bin ich aber ehr als Optimist hervorgegangen. So erscheint mir eben rückblickend mein bisheriges Leben als eine Folge von interessanten Episoden. Alle meine Frauen waren völlig verschieden und mit jeder verbinde ich interessante Erinnerungen, jede Beziehung hat mich irgendwie weiter gebracht. Jede Trennung war natürlich auch für mich bitter, aber so ist halt das Leben. Wohl dem, der in so einem Augenblick Freunde hat (und sei es "nur" ein Forum), die einen auffangen.

Könnte ich Gleiches von mir behaupten - meine Verbitterung wäre nicht so groß, wie sie ist.

Die besten Jahre des Mannes gibt es nicht, jede Phase hat was - ausser vielleicht die allerletzte.

Das habe ich ja im Prinzip auch gesagt, als ich ausführte, worin die Vorteile der nachlassenden Potenz liegen.

E. Villar mag aufschlussreich und gut sein, es ist aber gefährlich, wenn man sich in einer "Frauen-Frust-Phase" gehäuft solche Werke reinzieht, dass verstärkt nur den Frust und bringt nicht weiter.
Soll nicht altklug klingen, aber vesuch erst mal Abstand zu gewinnen. Lies Krimis und geh Joggen.

Das mit dem Joggen ist ein in der Tat uralter Ratschlag, der auf dem Glauben basiert, daß bei körperlicher Anstrengung Hormone ausgeschüttet werden, die denselben Überdruck abbauen wie sexuelle Betätigung.

Glaub mir: Ich hab's versucht.

Und das Ergebnis?

Die Theorie stimmt nicht. Sexuelle Zweisamkeit umfaßt mehr als nur die Freisetzung oder den Abbau bestimmter chemische Substanzen, und wenn man dieses "mehr" nicht bekommt, ändert sich an dem Frust gar nichts.

Wenn es dich tröstet: Es gibt unter den Frauen nicht nur Feministinnen oder egoistische Abzocker.

Kommt halt darauf an, wie man die beiden obigen Kategorien definiert - und darauf, wie (wenig) zahlreich die Frauen sind, die nicht zu diesen Kategorien gehören.

Die gefährlichste Kombination für einen Mann ist:
- es wird Frühling, die Hormone schiessen hoch, alle haben scheinbar Eine abgekriegt nur ich nicht,
denn mein "Marktwert" ist gering, denn ich bin
- übellaunig-frustriert wegen frischer Trennung
- arbeitslos
- darf mein Kind nicht sehen

Von dem letzten Punkt mal abgesehen, der ja längst nicht alle Männer betrifft - seien wir doch mal ehrlich: Packt nicht jeden und jede, der/die unfreiwillig allein ist, der totale Frust angesichts verliebt turtelnder Paare?

... sind nur so meine Gedanken, weiss nicht, ob's hilfreich ist ...
PS: Ach so und für mich sind die Weiber immer noch ein Rätsel und werden es bleiben, was ich auch wieder gut finde - uns würde sonst ja wohl auch eine Menge Gesprächsstoff fehlen ;-)

Jeder hat seine Themen, über die er gerne diskutiert. Ich jedenfalls kann ganz ehrlich von mir behaupten:

Seit Frauen für mich kein Rätsel mehr sind, habe ich Kopf und Psyche frei für Dinge, die mich weiterbringen.

Gruß

Ekki


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