Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt?

ein weiterer Andreas, Tuesday, 08.03.2005, 16:18 (vor 7637 Tagen) @ Herbie

Als Antwort auf: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt? von Herbie am 08. März 2005 13:52:18:

"...bezeichnete die "Hartz IV"- Reformen als Rückschritt in Sachen Gleichberechtigung. Jede Ehefrau eines Arbeitslosen könne künftig zur Arbeit gezwungen werden. Muscheid ist der Ansicht, dass Frauen damit unverschuldet für die Arbeitslosigkeit ihrer Männer büßen." (Pressemeldung vom heutigen Tage)

Die Jugendfreundin meiner Mutter war lange Jahre mit einem gut verdienenden Ingenieur verheiratet. Man lebte von der Hand in den Mund auf höchstem Niveau. Mit Anfang 50 erkrankte er an Alzheimer, was aber nicht sofort als solches erkennbar war. Er wurde zunächst immer unleidlicher und cholerischer, was irgendwann zur Folge hatte, daß er seinen gutdotierten Job verlor. Er war zunächst arbeitslos. Da reichte das Geld nicht mehr und sie mußte dazuverdienen. Sie ließ sich als Altenpflegerin schulen. Beruf hatte sie ja keinen erlernt in der optimistischen Annahme, ein Leben lang ausgehalten zu werden. Meiner Mutter gegenüber tat sie damals den Spruch: Ich bin zum arbeiten verurteilt! Und das nach ca. 30 Jahren des Müßiggangs ... (!)

Er hatte dann nochmal kurzzeitig einen Job als Pförtner. Das ging aber kaum ein paar Monate gut. Dann wieder Arbeitslosigkeit. Bald darauf verschwand er in einem Krankenhaus und dämmerte seinem Ende entgegen. Sie, die Ehefrau, dürfte bis zum Rentenalter den Altenpfleger-Job ausgeübt haben. Ich habe durch meinen Wegzug die Geschichte etwas aus dem Auge verloren. Jedenfalls machte sie alle Nas' lang krank und nölte tagein tagaus über die Widrigkeiten ihrer Erwerbstätigkeit herum. Allzu viel verdient haben dürfte sie in der Tat nicht und wird damit sehr zum niedrigen weiblichen Durchschnittseinkommen beigetragen haben.

Deshalb mein Tipp zum Weltfrauentag:
Das Durchschnittseinkommen des Feminats, das wir ja alle gerne gesteigert sein möchten, ließe sich strukturell und dauerhaft am besten dadurch verbessern, daß einmal werktag vormittags durch die Tennisclubs der Villengegenden städtischer Randlage gegangen wird, die dortselbst in Versorgungsunmündigkeit dahinvegetierenden angeheirateten Zahnarzt- und Steuerberaterweibchen eingesammelt werden, um sie dem Produktionsprozeß zuzuführen. Da das Klientel - durch patriarchalische Unterdrückung - weitgehend dem realen Leben entwöhnt sein dürften empfiehlt sich flankierend die dauerhafte Betreuung durch Sozialpädagogen, wodurch auch unsere Alt-68er/Grünen-Fraktion zuletzt auch noch einer sinnvollen Betätigung zugeführt wäre.

Gruß

Andreas


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