Re: Herausforderung
Als Antwort auf: Herausforderung von reinecke54 am 04. März 2005 11:12:42:
Das sind Ansichten, die den Grundsätzen des Gender Mainstreaming fundamental widersprechen.
Meine grundsätzliche Kritik an Gender Mainstreaming ist, dass ihre VertreterInnen behaupten, sie wollen geschlechtsspezifische Rollenbilder aufbrechen, dabei aber alte geschlechtsspezifische Ideale lediglich durch neue Ideale ersetzen. Ihr Ideal der selbstbestimmten Frau ist die Frau, die der zugeschriebenen Rolle Karrierefrau UND Mutter genügt.
Wäre es nicht denkbar, dass ein Mann eine weibliche Sozialisation erfahren hat, und eine Frau eine männliche (was immer das heissen mag). Gender Mainstreaming differenziert ausschliesslich nach dem biologischen Geschlecht. Es werden nur alte Rollenzuweisungen durch neue ersetzt. Die angestrebte "Gleichheit" ist genauso zwanghaft, wie die Fixierung der Frau an Heim und Herd.
Als Indikator für Gleichheit gilt die zahlenmässige Parität der Geschlechter in attraktiven beruflichen Stellungen sowie im häuslichen Bereich. Gibt es etwas zwanghafteres, als die staatliche Steuerung mit dem Ziel der Gleichheit der Geschlechter ? Was wäre, wenn sich Frauen aus biologischen Gründen mehr zu Pädagogik und Soziologie hingezogen fühlen, während Männer mehr die technischen Gebiete bevorzugen ?
Wo bleibt da die Freiheit des Einzelnen ? Ungleichheit wäre dann ein Indiz (kein Beweis) für Freiheit des Individuums, Gleichheit ein Ausdruck staatlichen Zwanges.
Gender Mainstreaming wird an inneren Widersprüchen zugrundegehen, und ich wage zu behaupten, es werden vor allem die Frauen sein, die sich diesem Zwang mehr und mehr widersetzen werden.
scipio
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reinecke54,
04.03.2005, 13:12
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Frank,
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