Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Quatsch mit Soße

Günter Dantrimont, Sunday, 27.02.2005, 14:33 (vor 7647 Tagen) @ Sven

Als Antwort auf: Sind Männer genetisch asozial ? von Sven am 26. Februar 2005 19:56:16:

Frauen haben die besseren Erbanlagen - Sind Männer genetisch asozial ?
Frauen tun sich oft leichter im Umgang mit anderen Menschen als ihre männlichen Mitstreiter. Kein Wunder, sagen englische Forscher, schließlich haben Frauen das Gen für Sozialkompetenz

<ul>Was soll 'Sozialkompetenz' denn überhaupt sein?
Das müßte wohl erst einmal definiert werden. </ul>

Weibliche Gene sind nach jüngsten Forschungsergebnissen für die Entwicklung
sozialer Fähigkeiten verantwortlich. Der Schlüssel zur sozialen Interaktionen liegt nach Ansicht der Wissenschaftlerin Ruth Campbell in der doppelten Ausfertigung des X-Chromosoms. Während Frauen zwei X-Chromosomen besitzen, müssen sich Männer mit einem begnügen. Statt dessen enthält ihr Erbgut ein männliches Y-Chromosom.

<ul>Soweit ist das mit dem X- und dem Y-Chromosom korrekt,
wobei aber allzu gerne vergessen wird, daß es -zig Chromosomen
gibt, die bei Mann und Frau identisch (!) sind.

Sich ausschließlich auf den 'kleinen Unterschied' zu konzentrieren,
ist etwa so sinnvoll, als wolle man ausgerechnet am weiblichen Busen
nachmessen, ob die Intelligenz von Frauen höher oder niedriger als
beim Mann sei. Schwachsinn. </ul>

Die Forscher vom University College in London untersuchten Frauen mit Turner-Syndrom: Ihnen fehlt eines der beiden X-Chromosomen oder ist beschädigt. Die Wissenschaftler entdeckten, dass viele der Patientinnen Probleme mit der sozialen Interaktion haben, beispielsweise die Körpersprache anderer Menschen nicht verstehen. „Die Erkrankung bezieht sich nicht auf die Intelligenz oder die sprachlichen Fähigkeiten der Patienten, sondern nur auf deren soziale Kompetenzen und der Unfähigkeit aus Gesichtern Emotionen herauszulesen“, so Campbell.

<ul>Alles sehr schön, aber ein Mann ist nunmal keine 'Frau mit Turner-Syndrom'.
Das scheint hier aber gleichgesetzt zu werden.

Mit welcher Berechtigung eigentlich?

Bekanntlich hat ein Mensch mit Down-Syndrom (Trisomie 21, Mongoloismus)
ja ein Chromosom zuviel anstatt eines zu wenig. Mit der hier im Beitrag
implizierten Logik müßte dann ja wohl ein Mensch mit Down-Syndrom eine
Art hyper-Fähigkeit besitzen, gesünder und fähiger als ein normalsterblicher
sein.

Dies ist aber offenbar nicht der Fall. Warum wohl? </ul>

Sind Männer also generell „asozial“? Keinesfall, sagt Campbell.„Dennoch finden sich unter den wirklich schweren Fällen mehr Männer als Frauen“.

<ul>Na und? Was hat das mit dem Turner-Syndrom zu tun?
Rein garnichts!

Bekanntlich ist bei Männern einfach die Streubreite größer, es gibt
ja auch mehr hochintelligente Männer als hochintelligente Frauen, ebenso
eben auch mehr minderbemittelte als bei Frauen. Na und?

Warum sollte das bei sozialkompetenz (wie auch immer man die nun konkret
definieren mag) so viel anders sein?

Diese größere Streuung gleichzusetzen mit dem angeblich schlechteren
Durchschnittswert ist alles - nur nicht wissenschftlich.

Wer sich sowas ausdenkt, ist ja vielleicht ne wissenschftliche
Quotenfrau oder so? </ul>

Sie glaubt, die ungleiche Verteilung der sozialen Fähigkeiten habe durchaus einen biologischen Sinn: „Schließlich sind Frauen damit beschäftigt Kinder großzuziehen und müssen daher mehr soziale Fähigkeiten haben“. Dazu zähle auch die Gabe, soziale Ungleichheiten zu glätten. „Das Überleben der Babys ist von diesen Fähigkeiten abhängig“.

<ul>Die unterschiedliche Optimierung männlicher und weiblicher Sozial-
Kompetenzen hat durchaus etwas damit zu tun, daß die Frau in der Natur
die ganz kleinen Kinder versorgt.

Denn Schließlich kann ein Säugling noch nicht sprachlich ausdrücken,
wo es ihm weh tut. Also muß eine Frau logischerweise besser als ein
Mann ohne Sprache Einfühlungsvermögen besitzen. Andererseits braucht
sie nicht so gut auf sprachlicher Ebene wissenschaftlich exakte
Feinheiten zu durchdenken.

Womit sowohl die realen Unterschiede zwischen den Geschlechtern andeutungs-
weise erklärbar wären, als auch das mangelhafte Niveau der hier behaupteten,
wissenschaftlich schon prinzipiell nicht haltbaren Behauptungen.

Die Diskussion genetischer und vor allem Evolutionärer Unterschiede,
ist übrigens ein Kernthema in meinem Forum 'kritische Naturwissenschaft'

Ich werde dort das Thema ebenfalls mal anschneiden.

Mfg. Günter Dantrimont


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