Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Der neue Mann

Nikos, Friday, 25.02.2005, 11:59 (vor 7649 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: Re: Der neue Mann von Ekki am 25. Februar 2005 09:04:09:

Hi Ekki!

Das ist im Kern die alte Philosophenfrage, was eher da war: die Henne oder das Ei<

Zustimmung. Wenn nur alle Urfragen so vielsagend wären.

So merkwürdig es aus dem Munde eines Agnostikers klingt:
Ich vermute hier erstens eine Interdependenz, und zweitens das Walten von etwas Schicksalhaftem<

Für mich sind alle Phänomene inderdependent. Ok, zugegeben, dieser meiner Verständnis darüber hat hauptsächlich mit meiner buddhistischen Aktivität zu tun. Leider ist es nun mal so, daß wir Menschen nur die Phänomene als "grundsätzlich voneinander und gegenseitig abhängig" auffassen, die wir auch als solche mit unserem Verstand erfassen können. Wenn wir aber eine Blume sehen, dann können wir ohne Probleme nachvollziehen, daß "ohne Wurzel keine Blüte". Umgekehrt ist es aber genau so: Ohne Blüte, kein Samen, keine Wurzel usw usf. Wobei in der Moment, in der eine Blüte entsteht, bereits die Ursache für eine neue Wurzel gesetzt worden ist. Ob dies auch tatsächlich klappt, hängt natürlich auch mit anderen Faktoren zusammen, die aber alle als Ursache gleichzeitig gesetzt worden sind: Z.B., ob der Samen auf fruchtbaren Boden gesetzt worden ist, ob das Klima das richtige für die Sorte Pflanze ist, ob die Jahreszeit stimmt. Somit ist die Wirkung bereits in der Ursache enthalten und zu erkennen. Daß das mit dem Erkennen nicht immer so funzt, liegt IMO daran, daß wir nicht alle Phänomene sofort und in der Zusammenhang kappieren und deuten können.

Oswald Spengler hat in seinem "Untergang des Abendlandes" geschrieben (ich zitiere aus dem Gedächtnis):
"Auf verlorenem Posten ausharren ohne Hoffnung auf Rettung, ist Pflicht."
Ich weiß, das ist mißbrauchbar (siehe die Durchhaltebefehle des Gröfaz). Aber ich glaube, wir können das folgendermaßen auf unsere Situation beziehen:
Kein Nachgeben gegenüber Radikalfeministinnen, auch wenn weit und breit nicht zu erkennen ist, daß sich ihr Siegeszug aufhalten ließe. Man muß einfach noch "in den Spiegel gucken können".

Nicht die Parolen oder die Zitate sind schlecht bzw gut, sondern das, was wir Menschen damit anstellen (wollen). Dazu zwei Beispiele:

1. Ein Messer ist neutral. Ich kann damit Fleisch (oder Gemüse) schneiden und damit meinem Kindern etwas leckeres kochen. Oder aber auch jemandem verletzen und weh tun.

2. Einem Kind zu sagen "Du bist ein Hund" kann für das Kind sehr lustig sein. Das Kind amüsiert sich und hat ein gutes Erlebnis. Einer erwachsene Frau das gleiche zu sagen, gibt ihr keine Freude sondern eher Schmerz.

"In den Spiegel gucken können" ist IMO sehr wichtig, weil von Achtung sich selbst und zwangsläufig auch anderen gegenüber zeugt. Selbstachtung hat keineswegs "nur" philosophischer Relevanz, sie ist der Grundstein des Menschseins.

Fazit: Wir können alles machen, sofern damit das Leben im Mittelpunkt gestellt und Wert geschaffen wird, dh Leid genommen und Freude geschenkt wird.

Nur, wie können wir wissen, was das ist? Was schafft Leiden, was schafft Freude? Eins ist klar: Dieser ganze Schlammschlacht zwischen mir und meiner Ex schafft keine Freude sondern nur Leid. Die Verursacher sind einerseits die Femis, die solchen Unsinn verzapfen, andererseits ich selbst, der diesen Unsinn jahrelang und widerspruchslos mitgemacht hatte.

Ich könnte zB mein Kind längst mit auf Urlaub genommen haben, ohne die Mutter um Erlaubnis zu fragen, als das Kind noch mit mir überall kam. Einer gefestigten Beziehung des Kindes mit meiner Familie in Athen hätte dann auch der radikalste Feminismus nichts anhaben können. Aber dazu war ich offensichtlich feige und faul.

Grüße
Nikos


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