Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Noch nicht ganz verstanden.

Magnus, Monday, 21.02.2005, 22:21 (vor 7652 Tagen) @ Wodan

Als Antwort auf: Re: Das ist die übliche Handlungsweise. von Wodan am 21. Februar 2005 19:47:28:

Das ist kein Spezifikum der Linken. Sondern gängige politische Praxis in jedwedem Umgang der Gruppierungen miteinander. Ein wenig rühmliches Kapitel unserer politischen Kultur. Zeitgeist? Da schon, doch geht der wohl quer durch die Parteien.

Das bisschen politische Hetze zwischen parteien oder unter Gruppierungen ist nichts im Vergleich dazu, wenn man fast alle Medien und Bevölkerung gegen sich gerichtet sieht, und das auch noch nur wegen ein paar Behauptungen.

Genau das macht den Zeitgeist so gefährlich:
1. Sehr viele springen auf die Äußerungen an
2. Die, die eigentlich anderer Meinung sind, hüllen sich in Schweigen, weil sie um ihre Reputation sorgen
3. Die Medien schlachten die Geschichte aus und gehen gegen den Beschuldigten.

Ich gebe einfach Beispiele:
1. Betätigt ein Mann in hohem Posten/Politiker eine frauenfeindliche Äußerungen, so ist er schnell weg vom Fenster. Äußerst eine Frau einen männerfeindliche Äußerung, so wird sie in der nächsten Emma gelobt.

2. Erwähnt ein Politiker den Begriff "Tätervolk" mit den Begriff "Juden" in einer Rede, so wird unabhängig vom Kontext der Politiker als Antisemit beschimpft, entmachtet und durch die Presse gezogen, da linke Gutmenschen keiften: "Der hat 'Gewalt' und 'Wehrsportgruppen' gesagt. Der ist ein Nazi!" Ist ein deutscher Historiker allerdings der Meinung, dass es im zweiten Weltkrieg keine Deutschen Opfer gab und die Deutschen ein Volk der Täter sein und selbst an dem Schlamassel Schuld sein, so erntet er ausschließlich Applaus, großes Schweigen und etwas leise Kritik - vielleicht von einem Jörg Friedrich, der nicht die Angst hat, das Wort "Kriegsverbrechen" mit bestimmten Aktionen der Allierten in Verbindung zu setzen - wobei er sich damit schon auf einem schmalen Grad bewegt.

3. Gegen die Republikaner oder NPD wurde enorm politischer Druck gemacht, u.a. auch deswegen, weil die NPD das "Reich wieder herstellen will" (siehe Verfassungsschutzbericht) und auch Bestrebungen existieren, Demokratie abzubauen. Die PDS hingegen, die ebenfalls ähnliche Bestrebungen im Parteiprogramm aufweist (Sozialismus als Ziel etc.) und die obendrein mit in- und ausländischen Linksextremisten zusammenarbeitet (siehe Verfassungschutzbericht), die wird inzwischen in manchen Zeitungen (Spiegel) als "demokratische" Partei bezeichnet, mit der die SPD ja so schön koalieren kann. Insbesondere der Verfassungsschutzbericht im Vergleich zw. PDS und REP ist aufschlussreich, weil man da feststellen muss, dass die die REP weder programmatisch noch in der Spitze rechtsradikale Bestrebungen aufweisen, während die PDS offen linksextremistische Bestrebungen im Programm weiter innehält und Extremisten innerhalb der Partei ausdrücklich - und programmatisch belegt - akzeptiert. Trotzdem werden beide Parteien (zu Unrecht) unterschiedlich behandelt. Die PDS ist - was Radikalität angeht - nicht besser als die Republikaner, tendieren vom Niveau sogar eher zur NPD (siehe dazu Verfassungsschutzbericht). Aber das jukt niemanden, da PDS links.

4. In der Emma wird ein Ausschnitt von SCUM veröffentlicht - mit umgekehrten Geschlechterrollen wäre das in einer anderne Zeitung ohne Konsequenzen undenkbar.

5. Das Buch "Frauen und Kinder zuerst" von Paul-Hermann Gruner wird im Buchregister der Buchläden unter "Esoterik" geführt, während "101 Gründe ohne Männer zu leben" unter "Ratgeber" zu finden ist.

Es gibt noch tausend andere Beispiele. Es ist nicht zu übersehen, dass in Deutschland deutlich mit zweierlei Maß gemessen wird. Es herrscht ein linker und feministischer Zeitgeist, der zu sehr die Extremisten dieser Richtung toleriert und auch fördert. Der goldene Weg der Mitte wurde leider nicht gefunden.

Magnus


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