Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Soll ich dir was sagen?

Magnus, Tuesday, 15.02.2005, 13:34 (vor 7659 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: Re: Soll ich dir was sagen? von Scipio Africanus am 14. Februar 2005 23:49:29:

Hallo Scipio!

Ich möchte ja nicht immer allzu politisch werden, aber der Feminismus hat teilweise viel mit Kommunismus zu tun - mit dem Unterschied, dass alle Frauen Funktionäre sind.

In der Gesellschaft soll nämlich mit Zwang "Gleichheit" hergestellt werden. Dabei wird die Gleichheit, Gleichstellung, Gleichberechtigung, Gender-Mainstream nach eigenem Gutdünken definiert und dieses Definition umgesetzt. Es werden sogar Benachteiligungen gesucht, die nicht im Rechtsstaat liegen, sondern im elementarsten: in der Natur und Biologie selbst. So wird schnell die Tatsache, dass eine Frau Kinder bekommen kann, zu einem Nachteil, der besondere Maßnahmen abverlangt. Das geht dann soweit, dass sogar ein Mann, der nicht biologischer Vater des Kindes ist, nach 2 Jahren kein Anfechtungsverfahren mehr vornehmen kann, wenn bereits ein Grund für einen berechtigten Zweifel vorgelegen hat - aber obendrein wird ein heimlicher Vaterschaftstest nicht vor Gericht als berechtigter Zweifel anerkannt - das ist alles grotesk! Genauso grotesk sind Vorstellungen der Grünen, die gesetzlich dafür sorgen sollen, dass Männer 50% der Hausarbeit vollrichten, also wie der Kommunismus mischt sich der Feminismus bis ins Privatleben ein - und darüber hinaus, er macht noch nicht mal vor dem Schlafzimmer halt! In was für einer Zeit leben wir?

Wenn das Feminat von "Gleichberechtigung" spricht, dann ist das vergleichbar wenn Funktionäre der DDR vom "Friedensschutzwall" sprechen - gemeint werden Dinge, die aber alles andere als das sind, als was sie bezeichnet werden. Im Großen und Ganzen - und das habe ich vor gewisser Zeit mit Erschrecken festgestellt - leben wir inzwischen in einer "orwellschen" Zeit, in der gewissermaßen ein "Neusprech" eingeführt wurde, in der man nicht mehr die Worte "Alle Menschen sind gleich" und "Gleichberechtigung" dahingehend versteht, dass alle geseztlich gleiche Rechte und Pflichten haben (und sich dabei der Staat so liberal wie möglich verhält, d.h. sich aus dem Privatleben etc. raushält), sondern dass die einen "positiv" diskriminiert werden müssen, weil die anderen sich in einer (fiktiven) Opferrolle befinden. Das ist pervers.

Ich dachte immer, das "Neusprech" in Orwells Roman 1984 liegt fern ab von uns, aber es ist definitiv da und mitten unter uns, wenn sogar eine gewisse Diskriminierung gegen die Halbe Bevölkerung als positiv bezeichnet wird. Im Grunde genommen ist Deutschland in ein 4. neues Orwellsches Reich abgeschlittert, das in der Rechtssprechung und Politik eine Perversion erreicht hat, die trauriger Weise viele aufgrund des Zeitgeistes - oder besser: der erfolgreichen Neusprech-Umerziehung - gar nicht mehr versteht und schlimmer noch: nicht als Unrecht erkennen oder erst dann erkennen, wenn sie in die Hände der Gedankenpolizei geraten sind.

Wenn Gleichberechtigung und Gleichstellung in der umerzogenen und von der feminstischen Gedankenpolizei kontrollierten Bevölkerung dahingehend verstanden wird, dass man Frauen bevorzugt, nützen auch deine ansatzweise Goldsteinschen Worte nichts, die diese Begriffe wieder in ihrer ursprünglichen Bedeutung zeigen - der umerzogene Teil der Bevölkerung wird es nicht verstehen und vor allem: sich nicht dafür interessieren, weil die Aufgabe der "Gleichberechtigung" vom Staat ja schon übernommen wird.

Aus diesem Grund kann ich nur eines empfehlen: sich nicht an diesen Worten festhalten, sondern die Dinge, die geschehen, als Unrecht entlarven und auch so benennen und nicht sagen: wir müssen zurück zur wahren Gleichberechtung. Nein, wir müssen neue Worte prägen, wie Geschlechterrassismus oder Geschlechterfaschismus oder Geschlechterapartheid - wir müssen die Zustände als das bezeichnen, was sie sind! Es muss eine Entfeminazifizierung geben. Und was wir brauchen ist eine liberale Demokratie, in der sich der Staat aus dem Privatleben völlig raushält und in der alle Bürger - unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Rasse - gleiche Rechten und Pfichten haben.

Aus diesem Grund: nieder mit der Großen Schwester, nieder mit dem Wahrheistministerium (Frauenministerium) und den Wahrheitsstellen (Frauenbüros) etc. und weg mit der Gedankenpolizei (Frauenbeauftragte, Feministen in Kindergärten, Grundschulen, Jugendämtert etc.), die sich überall einmischt. Ansonsten ist die Gesellschaft nicht zu retten. Wir müssen zurück zu den elemtaren Anfängen, zurück zu einer liberalen Demokratie ohne aufgebauschten Staatsapperat und Kontrollinstanzen.

Magnus


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