Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort

Scipio Africanus, Tuesday, 08.02.2005, 20:37 (vor 7666 Tagen)

Meine Kritik an der website von "1000 Frauen für den Friedensnobelpreis und die erhaltene Antwort:

Mein Schreiben:

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren

Ob Mann oder Frau, wer sich aufrichtig für Frieden
einsetzt, verdient Anerkennung. Ohne jeden Zweifel
gibt es unzählige Frauen, die sich für Frieden
einsetzen und Respekt und Anerkennung verdienen.
Trotzdem missfällt mir die Art und Weise, wie auf der
Website dem klischeehaften Bild des zerstörerischen,
gewalttätigen Mannes das ebenso klischeehafte,
idealisierende Bild der friedfertigen, aufbauenden
Frau gegenübergestellt wird. Sexistische Stereotypen
dienen nicht dem Frieden, sondern verschärfen bereits
bestehende Konflikte zwischen den Geschlechtern.
Lassen sie mich wenige Beispiele ( aus den Texten der
website entnommen ) anführen, um meine Kritik zu
konkretisieren :
"Auch bei Friedensgesprächen verhandeln und
entscheiden immer noch weit mehr warlords als
peacequeens über neue politische Strukturen,
Wiederaufbau und Sicherheit."
"...weil Frauen für den Frieden handeln, wenn Männer
über Frieden reden."
"...weil Friedensfrauen effektiver sind als
Kriegsherren."
"Es sind die Frauen, die Opfer der Kriege sind. Es
sind Frauen, die die Toten beweinen, sie sind die
Überlebenden, die mit Nachdruck zum friedlichen
Aufbruch drängen."
Wie soll der letzte Satz verstanden werden ? Ist der
männliche Soldat, der zum Kriegsdienst gezwungen wurde
und von einer Granate zerrissen wurde etwa kein Opfer
? Ist die Frau schützenswerter als der Mann und
deshalb als Opfer bedauernswerter ? Oder ist der Mann
"selber schuld" und daher kein Opfer, da er aufgrund
seiner biologischen Eigenschaft "männlich" ein
notorischer Gewalttäter ist?
Es liessen sich noch etliche weitere Beispiele für
sexistische Stereotypen aus den Texten der Website
entnehmen. Die an sich gute Idee, die "alltägliche
kleine Friedensarbeit", die kaum wahrgenommen wird, zu
würdigen, wird durch die sexistisch diskriminierende
Sprache entwertet. Diese Sprache, die weibliches
idealisiert und männliches dämonisiert ist zwar
heutzutage weitverbreitet, eine Berechtigung ist das
allerdings nicht.
Ich würde mich freuen, wenn sie über meine Kritik
ernsthaft nachdenken würden.

Und die Antwort:

Sehr geehrter Herr xxx
Vielen Dank für Ihr Mail vom 4. Februar und Ihre inhaltliche
Auseinandersetzung mit unserer Website. Ich gehe hiermit gerne näher
auf
Ihre Kritik ein, distanziere mich jedoch von Ihrer Unterstellung, dass
wir
eine eine sexistisch diskriminierende Sprache gewählt haben, die
weibliches
idealisert und männliches dämonisiert.

Wir haben nicht die Absicht, den Mann als kriegerisch und gewalttätig
darzustellen, das tut er selbst. Es ist auch nicht unser Ziel
Stereotypen zu
verschärfen, das erledigen leider die Statistiken. Wir wollen einmal
ein
anderes Zeichen setzen, deshalb ist dieses Projekt auch kein
Gender-Projekt,
sondern ein Frauen-Projekt und konzentriert sich auf die
Sichtbarmachung der
vielfältigen Arbeit für die Menschliche Sicherheit von Tausenden von
Frauen
weltweit. Diese Frauen arbeiten nicht allein, sie sind in Netzwerken
verbunden, zu denen auch viele Männer gehören.

Es ist leider eine Tatsache, dass politische Friedensverträge von
Männern
gemacht werden, exemplarisch dafür steht das Dayton-Abkommen. Auch
finden
Sie an vielen Friedensverhandlungstischen immer noch mehr ehemalige
Kriegsherren als überhaupt Frauen. Ich gebe Ihnen Recht, es tönt zwar
etwas
saloppe von "Warlord" und "Peacequeen" zu sprechen, ändert jedoch
nichts an
der Tatsache. Der Warlord ist einfach ein viel gängigerer Begriff als
die
Peacequeen.

Ihre beiden erwähnten Zitate "..." sind Zitate von Personen, die das
Projekt unterstützen. In diesen beiden Fällen sind es Männer (Professor
Walter Kälin und der Regisseur Markus Imhoof).

Sie schreiben weiter: Frauen sind Opfer von Kriegen. Es gibt keine
geschlechtsneutrale Gewalt. Massenvergewaltigung von Mädchen und Frauen
ist
ein Kriegsstrategie und annerkanntes Kriegsverbrechen. Damit verneinen
wir
nicht, dass auch Männer Opfer von Kriegen sind, ob als
zwangerekrutierter
(Kinder-) Soldat oder Opfer von Vergewaltigung, das ist aber nicht
Thema
dieses Projektes. Wichtig ist der zweite Teil des Satzes, dass nämlich
Frauen, die überlebt haben, zu einem friedlichen Aufbruch drängen.
Viele der
nominierten Friedensfrauen, die in Nachkriegsgesellschaften arbeiten,
suchen
auch ihre männlichen Angehörigenarbeiten, lehren ihren Kindern und
Waisen
gewaltfreie Konfliktbearbeitung, dokumentieren
Menschenrechtsverletzungen,
decken Machtmissbrauch auf.

Eine Erfahrung zeigt, dass dort, wo Frauen sich sicher fühlen, auch
Männer
und Kinder sicher sind.

Es geht doch letztlich darum, alle Menschen zu ermutigen, sich gegen
Gewalt
und für Menschliche Sicherheit einzusetzen, die alltägliche grossartige
Friedensarbeit. Wir haben bisher sehr positive Unterstützung für dieses
Projekt erhalten. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich auch dazu zählen
würden.

Mit freundlichen Grüssen
Maren Haartje
-----------------------------------------------
Projekt Managerin
Koordinatorin für Westeuropa
1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005

Re: verraeterisch

reinecke54, Tuesday, 08.02.2005, 20:47 (vor 7666 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort von Scipio Africanus am 08. Februar 2005 18:37:27:

Wir haben nicht die Absicht, den Mann als kriegerisch und gewalttätig
darzustellen, das tut er selbst.

Was soll das denn heissen?

Re: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort

Paul, Tuesday, 08.02.2005, 20:56 (vor 7666 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort von Scipio Africanus am 08. Februar 2005 18:37:27:

Man kann beim Lesen der Antwort förmlich das sprichwörtliche "Brett vorm Kopf" der Autorin vor dem geistigen Auge sehen...

Gruss,
Paul

Re: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort

Jeremin, Tuesday, 08.02.2005, 22:46 (vor 7666 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort von Scipio Africanus am 08. Februar 2005 18:37:27:

<cite>Ihre beiden erwähnten Zitate "..." sind Zitate von Personen, die das
Projekt unterstützen. In diesen beiden Fällen sind es Männer (Professor
Walter Kälin und der Regisseur Markus Imhoof).</cite>

Und nur weil zwei Männer sexistische und abwertende Behauptungen benutzen, sind die jetzt richtig? Und außerdem sind bei einer Veröffentlichung von Aussagen nicht mehr die Aussager allein verantwortlich, sondern die Verantwortlichen der Veröffentlichung.

Aber die Frau hat wirklich ein Brett vor dem Kopf. Und da sind mindestens neun Nägel drin.

Re: verraeterisch

Scipio Africanus, Tuesday, 08.02.2005, 23:11 (vor 7666 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: Re: verraeterisch von reinecke54 am 08. Februar 2005 18:47:51:

Wir haben nicht die Absicht, den Mann als kriegerisch und gewalttätig
darzustellen, das tut er selbst.

Was soll das denn heissen?

Das soll heissen, dass fast ausschliesslich Männer in den Krieg ziehen (müssen). Das "müssen" scheint mir sehr wichtig. Es ist ein Privileg, nicht in den Krieg ziehen zu müssen.
Auch behauptet die Frau, dass Statistiken die Gewalttätigkeit des Mannes belegen. Arne, würdest du ihr bitte dein Buch schicken ?

scipio

Mein Gott macht Ideologie blind - da fehlen einem die Worte.

Magnus, Wednesday, 09.02.2005, 00:40 (vor 7666 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort von Scipio Africanus am 08. Februar 2005 18:37:27:

Sehr geehrter Herr xxx
[quote]Vielen Dank für Ihr Mail vom 4. Februar und Ihre inhaltliche
Auseinandersetzung mit unserer Website. Ich gehe hiermit gerne näher
auf Ihre Kritik ein, distanziere mich jedoch von Ihrer Unterstellung, dass wir eine eine sexistisch diskriminierende Sprache gewählt haben, die
weibliches idealisert und männliches dämonisiert.
[/quote]

Wir haben nicht die Absicht, den Mann als kriegerisch und gewalttätig darzustellen, das tut er selbst. Es ist auch nicht unser Ziel
Stereotypen zu verschärfen, das erledigen leider die Statistiken.

Wenn ich so was lese möchte ich auch an der Statistik mithelfen...

Wir wollen einmal ein anderes Zeichen setzen, deshalb ist dieses Projekt auch kein Gender-Projekt, sondern ein Frauen-Projekt und konzentriert sich auf die Sichtbarmachung der vielfältigen Arbeit für die Menschliche Sicherheit von Tausenden von Frauen weltweit.

Jau - das ist ja mal ein völlig anderes Zeichen! Sowas habe ich noch nie erlebt.

Diese Frauen arbeiten nicht allein, sie sind in Netzwerken verbunden, zu denen auch viele Männer gehören.

Diese Idioten!

Es ist leider eine Tatsache, dass politische Friedensverträge von Männern gemacht werden, exemplarisch dafür steht das Dayton-Abkommen.

Scheiße was - wenn frauen Friedensverträge machen, dann würde das dem Zeitgeist nicht wiedersprechen.

Auch finden Sie an vielen Friedensverhandlungstischen immer noch mehr ehemalige Kriegsherren als überhaupt Frauen. Ich gebe Ihnen Recht, es tönt zwar etwas saloppe von "Warlord" und "Peacequeen" zu sprechen, ändert jedoch nichts an der Tatsache. Der Warlord ist einfach ein viel gängigerer Begriff als die Peacequeen.

Ich muss kotzen!

Frauen sind Opfer von Kriegen. Es gibt keine geschlechtsneutrale Gewalt. Massenvergewaltigung von Mädchen und Frauen ist ein Kriegsstrategie und annerkanntes Kriegsverbrechen.

Tolle Strategie - so besiegt man jeden Soldaten!

Damit verneinen wir nicht, dass auch Männer Opfer von Kriegen sind, ob als zwangerekrutierter (Kinder-) Soldat oder Opfer von Vergewaltigung, das ist aber nicht Thema dieses Projektes.

Genau - dann wären ja Männer auch Opfer - das geht ja nicht. Für die öffentlichkeit darf der Mann nie Opfer sein - den Opferstatus hat die Frau, sonst niemand.

Es geht doch letztlich darum, alle Menschen zu ermutigen, sich gegen Gewalt und für Menschliche Sicherheit einzusetzen, die alltägliche grossartige Friedensarbeit.

Ich als Mann bin jetzt durch dieses Projekt total motiviert.

Wir haben bisher sehr positive Unterstützung für dieses Projekt erhalten. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich auch dazu zählen würden.

Wenn du Schlampe mir über den Weg läufst, bestätige ich deine Satistiken! Kannst dann froh sein, dass wir nicht im Krieg sind, sonst würde ich dann auch noch mit Strategie kommen.

Magnus

Ich nominiere ….

Garp, Wednesday, 09.02.2005, 02:40 (vor 7666 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort von Scipio Africanus am 08. Februar 2005 18:37:27:

Guter Brief Scipio!

Dürftige Antwort von der Dame mit dem Nachdiplomstudium „Feministisches Grundstudium“. Ist das eigentlich ansteckend?

Ich werde der Dame in einem Brief drei Kandidatinnen für den Friedensnobelpreis vorschlagen:
Zunächst „Condi“ Condeoleezza Rice und Angela Merkel für ihren unermüdlichen Einsatz möglichst vielen irakischen und amerikanischen Soldaten das Leben zu retten. Neben diesen Peacequeens sind Schröder/Fischer wahre Kriegstreiber.
Aber immerhin gibt es bei der irakischen Wahl jetzt eine Frauenquote. Die gefallenen und verletzten Soldaten sind bestimmt stolz auf diese Errungenschaft.

Hmm, wie war nochmals der Name der Dame aus Abu Ghraib?

Das ist meine Favoritin auf den Friedensnobelpreis. Denn die Auslöschung von Männern ist schließlich die beste Präventivstrategie für eine friedvolle Gesellschaft. Zumindest nnch den Statistiken der Dame mit „Feministischen Grundstudium“

Immer diese Halbgebildeten ;-)

Grüße
Garp

Re: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort

Garfield, Wednesday, 09.02.2005, 12:21 (vor 7665 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort von Scipio Africanus am 08. Februar 2005 18:37:27:

Hallo Scipio!

Das ist offenbar wieder so ein typisches Beispiel für Leute, die nur sinnlos im Sand spielen wollen. Im Satz "Auch bei Friedensgesprächen verhandeln und entscheiden immer noch weit mehr warlords als peacequeens über neue politische Strukturen, Wiederaufbau und Sicherheit" kommt das besonders deutlich rüber.

Wie stellen die sich das denn konkret vor? Während in einem Land ein verheerender Krieg tobt, setzen sich einige selbsternannte "Peacequeens" zusammen und führen Friedensgespräche? Was glauben die denn, wen diese Gespräche interessieren werden?

Daß man die Führer der gegeneinander kämpfenden Parteien in diese Gespräche mit einbezieht, ist doch gerade eine ganz wesentliche Voraussetzung für die Beendigung eines Krieges. Die Kunst besteht dann häufig vor allem darin, solche Gespräche überhaupt erst zustande zu bringen.

Und da kommen nun diese "Peacequeens" daher, die ganz offensichtlich keinen blassen Schimmer von Politik haben, und meinen, Kriege dadurch beenden zu können, daß sie sich zusammen setzen und darüber reden? Und solche nutzlosen feministischen Sandkästen sollen wir auch noch mit Spenden und Steuergeldern finanzieren?

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort

Sam, Wednesday, 09.02.2005, 19:42 (vor 7665 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: 1000 Friedensnobelpreise für Frauen. Mein Brief und die Antwort von Scipio Africanus am 08. Februar 2005 18:37:27:

Der Warlord ist einfach ein viel gängigerer Begriff als die Peacequeen.

Die reinste Satire.
Ähnliches schrieb übrigens vor einiger Zeit auch das SZ-Magazin:

"Wir wissen, was Krieg wirklich bedeutet - Frauen haben in Konflikten mehr zu verlieren als Macht: ihre Kinder, ihre Familien, Haus und Hof."
index.php?id=18963

Argumentativ ist solcher Verblendung überhaupt nicht mehr beizukommen.

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