Mein Resumee aus der 'David'-Diskussion
(1) Jeder Mensch ohne Ausnahme hat genau einen Vater und genau eine Mutter.
(2) Jeder Mensch wurde von seinem eigenen, einen Vater gezeugt und von seiner einen Mutter geboren.
(3) Niemals wurde ein Mensch von seiner Mutter gezeugt und von seinem Vater geboren.
Also nochmal gefragt: Ist das zutreffend? Oder ist das unzutreffend?
Susu darauf: "Und ich wiederhole zum x-ten mal: Das hängt von der Definition ab."
Ich dazu abschließend: Diese Entgegnung ist genauso tiefgründig und erklärungsmächtig, wie die Beteuerung des Wachturm-Verkäufers, der zum x-ten Mal wiederholt, an welchem Datum die Welt untergeht - blanker Unsinn! Vaterschaft und Mutterschaft hängen eben nicht von irgendwelchen spinnerten, nebulös-verschwafelten "Definitionen" ab (von welchen denn?), sondern es handelt sich um nackte Tatsachen, das heißt, sie definieren aus sich selbst und letztverbindlich, wie jeder Mensch überhaupt zum Leben kommt. Vaterschaft und Mutterschaft (zusammen) sind ein Axiom! Diese letzte Tatsache, die die biologische Existenz eines jeden Menschen überhaupt erst schafft, kann und muß nicht weiter "definiert" werden. Vaterschaft und Mutterschaft sind etwas Absolutes, etwas, das für jeden Menschen unveränderbar festliegt wie der Wert der Zahl Pi. Natürlich kann man Pi den Wert 6,894 zuweisen. Aber wer Pi von seinen persönlichen Definitionen abhängig macht, zerstört die Mathematik. Wer Vaterschaft und Mutterschaft relativiert, "umdefiniert" und aufhebt, zerstört die weitere Existenz Menschen.
Nun könnte man sich eigentlich achselzuckend an die Stirn tippen und die Wahnsinnigen halt in Ruhe wahnsinnig sein lassen. Ich hätte auch überhaupt nichts dagegen, wenn die Wahnsinnigen nicht "ausgebrochen" wären. Und jetzt rede ich nicht mehr speziell über Susu, sondern ich meine die Tatsache, daß so ein Unsinn theoretische Grundlage "genderorientierter Politik" geworden ist. Gesetzgeber, Verwaltungen und Justiz haben sich inzwischen angemaßt, anstelle der Menschen und für sie verbindlich zu machen, daß solche "Axiome" ihre Gültigkeit zu verlieren haben. Dieser Angriff ist so weitreichend und geht so tief, wie es noch kein Herrschaftsvorhaben in der bisherigen Geschichte je versucht hat.
"Feminismus" ist ein Oberflächenphänomen, ich habe das immer wieder betont. Es geht nur scheinbar um die "Privilegierung der Frauen". Dieses alte Muster wird lediglich benutzt, um dem Individuum als solchem die Autonomie über sein eigenes Leben zu nehmen. Die Frauen werden ja in Wahrheit nicht weniger beraubt, als die Männer. Sie sind nur dämlicher und eitler seit eh und je, und deshalb leichter zu kaufen und zum Verrat zu bewegen, als Männer. Man hetzt beide Geschlechter systematisch gegeneinander und erreicht dadurch die völlige Vereinzelung jedes Menschen, der dann ohne die geringsten privaten Rüchzugsräume einem totalen Staat und einem globalen Vermarktungsmoloch ausgeliefert ist, der ihn unbegrenzt vernutzen kann. Dieser Mechanismus braucht den Akteuren keineswegs bewußt zu sein, damit er umgesetzt wird. Es genügt, wenn ausreichend viele Menschen den Illusionen Glauben schenken, mit denen er propagiert wird. Und dafür ist inzwischen gesorgt.
Dieser Hintergrund, der über das Phänomen "Feminismus" hinausgeht, erklärt m.E. überhaupt erst den ganzen notorischen Schwachsinn, mit dem man sich dauernd herumzuärgern hat, sobald einem "erklärt" wird, weshalb beispielsweise selbstbestimmte Vaterschaftstests unbedingt mit Knast bestraft werden müssen. Da streikt das Hirn! Warum? Weil von der eigentlichen Stoßrichtung nicht die Rede ist: der generellen Entmündigung des Individuums in all seinen privaten Belangen. Finanzielle Erwägungen der Regierung spielen zwar auch eine Rolle, ebenso feministische Machtillusionen u. dgl. - aber das alles erklärt nicht die Maßlosigkeit, die Einvernehmlichkeit über alle "Lagergrenzen" hinweg, die mit der Nähe zur Macht zunehmende Bereitschaft, schnell einzulenken und bei beschwichtigenden Einwänden sofort einzuknicken, die ganze verrückte Unbedingtheit, mit der solche (und viele andere) "Volkserziehungsaktionen" umgesetzt werden.
Es gibt inzwischen einfach ein weitverzweigtes, sattes "Establishment", um so mehr, je näher es der "Macht" steht, dem die Notwendigkeit der totalen Macht (nicht mal unbedingt der eigenen!) gewissermaßen "in Fleisch und Blut" übergegangen ist. Das geht weit hinein in die 'meinende' und 'findende' Öffentlichkeit. Es sind sehr viele 'ganz normale' Menschen inzwischen fest davon überzeugt, daß Menschen (also auch sie selbst!) eigentlich gewissermaßen "Sachen" sind, "Faktoren" ohne Seele und ohne relevante, geistige Individualität, die irgendwie "gemanaged" werden müssen, damit alles ruhig, pflegeleicht, unauffällig, satt, bequem, nicht störend, nicht aufmuckend - eben "nützlich" ist. Das wird in dem Maße mehrheitsfähig (oder ist es schon?), in dem die Menschen ihren egoistischen Nutzen über alles stellen und den Staat damit beauftragen, alle Menschen zu Staatszombies zu erniedrigen, damit der jeweilige Selbstgenuß nicht mehr durch "Werte", durch moralische Ansprüche, die Verbindlichkeit einfordern, durch Verzicht zugunsten Anderer (z.B. der eigenen Kinder!) und sonstiges, was irgendwie den persönlichen Spaß einschränken könnte, gestört werden kann.
Auf diese Weise ist inzwischen eine demokratische Mehrheit für die Tyrannis denkbar geworden! Ob der "totale Selbstgenuß" nachher auch tatsächlich eintritt, ist dabei übrigens völlig unerheblich, weil die inneren Entscheidungsprozesse bei jedem Einzelnen ja von Hoffnungen, Spekulationen und Illusionen genährt werden, nicht von rationalen Erwägungen. Schließlich handelt es sich um die Zukunft, die bekanntlich unbekannt ist, aber den heutigen Menschen in einer Weise magisch fasziniert, wie nie zuvor - besonders kurios, da er ja auf diese Weise keine Zukunft hat. Aber ein Lehrstück über die niederwalzende Allmacht des kollektiven Wahnsinns ist die Sache ja nebenbei sowieso...
Wer sich in der Feminismusfrage allein auf der Ebene "Männerrechte" bewegt, geht meiner Ansicht nach am Problem völlig vorbei und wird erfahren, daß er nicht erfolgreich ist, weil sich überall aus dem Nichts "Gummiwände" erheben werden. Es geht um Menschenrechte! Es geht um die Verteidigung des "menschlichen Maßes", um Begriffe wie Privatheit, Intimität, Unverfügbarkeit der Person, um Elementarbeziehungen wie Ehe, Elternschaft, Eigenvrantwortung, Selbständigkeit (auch ökonomische)... also lauter "altmodisches Zeug", das einem von fast jeder Seite her mit großem Eifer auszureden versucht wird. Viele sind ja auch schon ganz artig und schimpfen zuverlässig über solchen "Unsinn". Mal schauen, ob ich wohl jetzt wieder eine kleine "Haßminute" auslösen konnte...? *LOL*
Es ist für mich weit mehr als eine ulkige, befremdliche Diskussion mit einem bizarren Außenseiter, wenn hier (und überhaupt) Begriffe wie Vaterschaft und Mutterschaft entschlossen verteidigt werden. Es kann allerdings sein, daß die persönlichen Kalkulationen vieler Leute sich bereits "bessere Geschäfte" ausrechnen, wenn man sowas alles gehorsam preisgibt und sich auf die Versprechungen... von was eigentlich? - blind verläßt. "Freiheit"? Auf rationalen Erwägungen können solche Hoffnungen nicht beruhen, wenn die sich beschleunigende Krisenhaftigkeit sämtlicher Strukturen unserer Gesellschaft angemessen berücksichtigt wird.
Vielleicht muß man doch viel gründlicher, viel radikaler, viel ernster - und nochmal ganz von vorne - über alles nachdenken?
Nick
P.S.: Ich teile das hier nur mit und werde nicht mit Leuten diskutieren, die das "Scheiße finden". Sollen sie! Es geht mir um Einsicht und um Verhaltens- und Einstellungsänderungen. Wer dazu keinen Grund sieht, der muß mich nicht darüber unterrichten. Es interessiert mich nicht. Es gibt sowieso keinen Grund, mit jedem über alles zu reden.
Gute oder schlechte "Haltungsnoten" von irgendwem sind mir übrigens auch vollkommen wurscht.
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- Mein Resumee aus der 'David'-Diskussion -
Nick,
31.01.2005, 08:05
- Re: Mein Resumee aus der 'David'-Diskussion -
Konfuzius,
31.01.2005, 10:57
- Re: Mein Resumee aus der 'David'-Diskussion - Nikos, 31.01.2005, 14:30
- Re: Mein Resumee aus der 'David'-Diskussion - Leser, 31.01.2005, 14:13
- Re: Mein Resumee aus der 'David'-Diskussion -
Konfuzius,
31.01.2005, 10:57