Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Vergleiche totalitärer Ideologien

Sam, Tuesday, 25.01.2005, 23:30 (vor 7680 Tagen)

Zum Thema Kauder nochmal dies.
Dass sich nun erneut ausgerechnet die Grünen als Hüter der Demokratie aufspielen, ist freilich albern.

Die dringend notwendige Kritik an den totalitären Umerziehungsmaßnahmen, welche uns die Generation Gutmensch dieser Tage zumutet, sollte die bekannten deutschen Reizthemen besser meiden, um sich nicht in endlosen Rechtfertigungsdiskussionen zu verheddern.

Interressant auch...

Hintergrundleser, Wednesday, 26.01.2005, 00:20 (vor 7680 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Vergleiche totalitärer Ideologien von Sam am 25. Januar 2005 21:30:30:

...die Projektionen und Verklärungsversuche der grünen Gutfrauen, z.B. die der frau Göring und frau Göbb... ähh Lemke.

Wer die Wahrheit sagt in diesem Lande, wird sofort mit der Nazikeule niedergeknüppelt und von diesen latent linksfaschistischen Antidemokraten als "schlechter Demokrat" bezeichnet.
Eigentlich ein Kompliment.

Re: Vergleiche totalitärer Ideologien

Max, Wednesday, 26.01.2005, 08:43 (vor 7679 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Vergleiche totalitärer Ideologien von Sam am 25. Januar 2005 21:30:30:

Hi Sam,

Kauder hat Recht. Er vergleicht nicht, er wägt nicht das Eine gegen das Andere ab, sondern er zieht eine geschichtliche Linie entlang eines bestimmten, staatsfetischistischen "Denk"musters.
Daß jetzt ausgerechnet die Antidemokraten von SPD und Grünen die "völlig unerträglich-empört-Grundfesten der Demokratie angreift- KARTE" ziehen, ist mittlerweilen als uralter Taschenspielertrick durchschaut.
Was braucht es zum Abbau von Bürgerrechten? Momentan braucht es da einen Schily und eine Zypries, keinen Kauder.

Gruß - Max

Re: Vergleiche totalitärer Ideologien

ein weiterer Andreas, Wednesday, 26.01.2005, 12:10 (vor 7679 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Vergleiche totalitärer Ideologien von Sam am 25. Januar 2005 21:30:30:

Die dringend notwendige Kritik an den totalitären Umerziehungsmaßnahmen, welche uns die Generation Gutmensch dieser Tage zumutet, sollte die bekannten deutschen Reizthemen besser meiden, um sich nicht in endlosen Rechtfertigungsdiskussionen zu verheddern.

Ich kann die ständigen Bezugnahmen auf die NS-Zeit generell nicht mehr hören. Alles definiert sich nur noch irgendwie im Vergleich dazu. In diesem Sinne beherrscht Hitler die Gegenwart noch aus dem Grab heraus. Er entwickelt sich zum Totem.

Es gibt keine Frage der Alltagspolitik mehr, die, wenn sie nur hartnäckig und lang genug diskutiert wird, in irgendwelche Vergleiche mit dem 3. Reich mündet. Und das betrifft nicht nur die Diskussionkultur in Deutschland, sondern auch in zunehmenden Maße die ausländische. Damit muß Schluß sein.

Ich selbst habe mir deshalb vorgenommen, aus einer Diskussion auszusteigen, sobald sie diesen Punkt erreicht hat, weshalb das auch meine letzte Äußerung hierzu gewesen sein soll.

Gruß

Andreas

Bravo!

Jörg, Wednesday, 26.01.2005, 12:56 (vor 7679 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Vergleiche totalitärer Ideologien von ein weiterer Andreas am 26. Januar 2005 10:10:06:

Hallo Andreas,

ich kann Dir nur voll und ganz zustimmen.

Im Usenet hat man dafür schon eine eigene Regel erschaffen:

Godwin's Law
Je länger eine Usenet-Diskussion andauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß jemand mit einem unpassenden Nazi-Vergleich auftritt. Normalerweise wird dann die Diskussion für beendet erklärt ...

Gruß, Jörg (der die häufigen Bezugnahmen auf die NS-Zeit im
Forumskontext nicht nur für ziemlich deplaziert, sondern genau-
genommen für ziemlich schwachsinnig hält)

PS: Korrektur

ein weiterer Andreas, Wednesday, 26.01.2005, 15:27 (vor 7679 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Vergleiche totalitärer Ideologien von ein weiterer Andreas am 26. Januar 2005 10:10:06:

Es muß natürlich richtig heißen:

... Es gibt keine Frage der Alltagspolitik mehr, die, wenn sie nur hartnäckig und lang genug diskutiert wird, nicht in irgendwelche Vergleiche mit dem 3. Reich mündet. Und das betrifft nicht nur die Diskussionkultur in Deutschland, sondern auch in zunehmenden Maße die ausländische. Damit muß Schluß sein ...

Gruß
Andreas

Re: Vergleiche totalitärer Ideologien

Manfred, Wednesday, 26.01.2005, 16:33 (vor 7679 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Vergleiche totalitärer Ideologien von Sam am 25. Januar 2005 21:30:30:

Ich persönlich sehe in Vergleichen selten ein Problem, sofern man sie mit der gebotenen Rationalität anstellt. Das gilt auch für für Vergleiche mit dem Dritten Reich bzw. Vergleiche in diesem Zusammenhang.

Wie sinnvoll sind die ewigen Beteurungen aus der Geschichte lernen zu wollen, wenn schon die geringste unbequeme Bezugnahme sofort mit vorgetäuschter Empörung und Herzanfall quittiert wird?
Wie will man den "Anfängen wehren" wenn man nicht mal bereit ist zu lernen, solche Anfänge aufzudecken?

Die Fronten sind verhärtet und es mag zu einer Inflation solcher Vergleiche kommen. Das ist ein generelles Problem, kein spezielles der Männerrechtler.

Überhaupt liegt das Problem nicht in einem Vergleich an sich, sondern in Mißbrauch und Instrumentalisierung des Vergleiches. Es liegt in dem Wunsch etwas vortäuschen oder vertuschen zu wollen, falsche Schlußfolgerungen beabsichtigt zu ziehen.
Das trifft nun aber nicht nur für maßlos überzogene Vergleiche oder gar unkritischer Gleichsetzerei zu, sondern ebenso auf die übertriebene moralinsauere Empörung, da, wo Vergleiche sehr wohl ihre Berechtigung haben. Das unterlassen eines Vergleiches kann ebenso die Absicht haben, richtige Schlüsse zu verhindern.

Für mich liegt die Lösung des Problems ganz klar im Versuch, mit der Vergangenheit maßvoll und differenziert umzugehen, insbesondere wenn man sie als Referenz für gegenwärtiges Geschehen heranzieht.
Aber wie gesagt, dies muß in allen Richtungen geschehen.
Überzogene undifferenzierte "Vergleichs-Keulen" sind ebenso verwerflich, wie die gespielte Aufregung eines ertappten Moralheuchlers, dem es ja nur darum geht, dem Vergleich evtl. nicht standhalten zu können.

Mit das Falscheste was man tun kann ist, sich im Zuge eines als vermeintlich richtig erkannten, politischen Ehrenkodex' sich den ultimativen Maulkorb verpassen zu lassen.

Wem es gelingt, sein Meinungsmonopol für den volksverbindlichen Umgang mit der deutschen Vergangenheit durchzusetzen, dem können wir ebenso gestatten uns gleich einen Chip in die Birne pflanzen zu lassen.
Ich verspüre dazu wenig Lust.

Gruß,
Manfred

Re: Vergleiche totalitärer Ideologien

Sam, Wednesday, 26.01.2005, 16:53 (vor 7679 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Vergleiche totalitärer Ideologien von Manfred am 26. Januar 2005 14:33:05:

Für mich liegt die Lösung des Problems ganz klar im Versuch, mit der Vergangenheit maßvoll und differenziert umzugehen, insbesondere wenn man sie als Referenz für gegenwärtiges Geschehen heranzieht.
Aber wie gesagt, dies muß in allen Richtungen geschehen.

Sehe ich ähnlich. Unpassende Vergleiche wird man immer wieder mal in Kauf nehmen müssen als Ausdruck der Tatsache, dass das Thema im Bewusstsein bleibt.

Zusatz

Sam, Thursday, 27.01.2005, 00:21 (vor 7679 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Re: Vergleiche totalitärer Ideologien von Sam am 26. Januar 2005 14:53:15:

>Für mich liegt die Lösung des Problems ganz klar im Versuch, mit der Vergangenheit maßvoll und differenziert umzugehen, insbesondere wenn man sie als Referenz für gegenwärtiges Geschehen heranzieht.

Aber wie gesagt, dies muß in allen Richtungen geschehen.

Sehe ich ähnlich.[/i]

Ist allerdings naturgemäß ziemlich aussichtslos in einem offenen Internetforum, in das jeder rechte Schwachkopf unkontrolliert reinblöken kann.

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