Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries

Garfield, Tuesday, 25.01.2005, 16:25 (vor 7680 Tagen) @ Naismith

Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Naismith am 25. Januar 2005 13:18:06:

Hallo Naismith!

Vergessen hatte ich das nicht - ich hielt es in diesem Zusammenhang nur nicht für wichtig.

Aber wo wir schon mal beim Thema sind: Es hat in der Geschichte immer wieder nicht nur Frauen gegeben, die als Herrscherinnen direkt Kriege angezettelt haben, sondern es kam auch immer wieder vor, daß zwar offiziell männliche Herrscher die Kriege führten, tatsächlich im Hintergrund aber sehr mächtige Frauen die Strippen zogen.

Ein Beispiel dafür:

Im 12. Jahrhundert tobte auf deutschem Gebiet ein verheerender Bürgerkrieg zwischen Albrecht dem Bären und Heinrich dem Stolzen. Es ging um den Titel des Herzogs von Sachsen und damit um die Vormachtstellung unter den deutschen Fürsten. Auf den ersten Blick betrachtet war das ein Machtkampf unter Männern.

Wenn man aber hinter die Kulissen sieht, stellt man fest, daß es auf beiden Seiten je eine sehr einflußreiche Frau gab, die bestrebt war, der eigenen Partei mit allen Mitteln zum Sieg zu verhelfen. Auf Heinrichs Seite war das eine ehemalige Kaiserin, auf Albrechts Seite seine Mutter Eilika.

1139 starb Heinrich der Stolze. Nun hätte man ja annehmen können, daß damit der Krieg entschieden wäre. Denn sein Sohn, später als Heinrich der Löwe bekannt, war noch zu jung, um den Kampf weiter zu führen und überhaupt als Anführer anerkannt zu werden. Albrecht und seine Anhänger hofften nun auch leichtes Spiel zu haben.

Aber sie mußten sehr schnell erkennen, daß sie sich da gewaltig getäuscht hatten. Die Ex-Kaiserin hielt Heinrichs Anhänger mit eisernem Willen zusammen und sorgte dafür, daß der Krieg unbeirrt weiter geführt wurde.

Erst als sie und auch Albrechts Mutter gestorben waren, gelang es einigen Bischöfen, einen Friedensschluß zwischen den verfeindeten Parteien zu erwirken.

Wieder einmal waren es also nicht die angeblich so friedliebenden Frauen, die diesen Frieden bewirkt haben, sondern die ach so patriarchalische Kirche.

Feministinnen ignorieren solche Passagen in alten Chroniken natürlich gern, weil so etwas nicht in ihr Weltbild paßt. Das ändert aber nichts an den historischen Tatsachen.

Auch da gibt es also offensichtlich keinen wesentlichen Unterschied zwischen Frauen und Männern.

Freundliche Grüße
von Garfield


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