Was haben Männer mit Kinder kriegen zu tun ?
Als Antwort auf: Es zählt scheinbar nur was die Frauen wollen. Die Männer spielen keine Rolle ... von Sven am 23. Januar 2005 15:20:41:
Was haben Männer mit Kinder kriegen zu tun ? - es gibt doch Samenbanken ...
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Warum wir keine Kinder haben
Alle reden vom Nachwuchs. Aber niemand bekommt ihn. Sind Frauen heute Karrierezicken, hoffnungslose Singles oder einfach ohne glücklich?
Die Diskussion der "kinderlosen Republik" mag man kaum mehr hören. Trotzdem sorgte eine aktuelle Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach und des Forsa-Instituts für Aufregung. Denn nicht etwa die fehlende Kinderbetreuung oder die Angst vor Doppelbelastung verdirbt die Lust am Kinderkriegen. 44 Prozent der befragten Kinderlosen gaben an, auf Nachwuchs zu verzichten, weil der geeignete Partner fehle. Ebenso viele sagten, auch ohne Kinder zufrieden zu sein. Wir wollten es genauer wissen. Und haben sieben Frauen persönlich gefragt.
Julia von Loessl, 29, Mitinhaberin einer Casting-Agentur. Frisch verliebt: "Mit 18 war ich überzeugt, daß ich spätestens mit 27 Mutter werde. Ich bin mit meiner Freundin an der Alster spazierengegangen, und wir haben uns vorgestellt, wie wir dort mit Kinderwägen am Wasser sitzen und Cappuccino trinken. Jetzt bin ich fast 30 und wünsche mir nach wie vor eine Familie - aber es ist mir wichtig, erst mal beruflich auf eigenen Beinen zu stehen und mir eine finanzielle Basis zu schaffen. Ich bin weiß Gott keine Karrierezicke, aber ich komme selbst aus einer Patchwork-Familie mit vier Geschwistern und zwei Halbgeschwistern. Ich weiß, daß es keine Garantie auf die Liebe gibt. Ich möchte mich nie abhängig von einem Mann machen. Das heißt nicht, daß ich nicht an die große Liebe glaube: Ich träume davon, Kinder von demjenigen zu bekommen, mit dem ich auch alt werde. In den letzten Jahren habe ich Männer, die ich kennenlernte, schon mit anderen Augen angeschaut: Wie wäre der wohl als Vater? Aber selbst wenn ich den Richtigen finde, möchte ich erst eine Zeit mit ihm die Zweisamkeit genießen - reisen, ausgehen, sich ein Fundament für eine lange und schöne Beziehung schaffen. Die Basis für eine glückliche Familie."
Daniela Dobernigg, 32, Buchhändlerin. Lebt in einer festen Beziehung: "Wenn andere sehen, wie ich mit Kindern umgehe, dann wundern sie sich immer, daß ich selbst keine möchte. Aber es stimmt: Ich liebe Kinder - solange ich sie wieder abgeben kann. Ich habe schlicht noch nie den Wunsch nach einem eigenen Baby verspürt. Mein Partner könnte sich das vorstellen, aber es ist für ihn kein Muß - und ich weiß ja auch nicht, wie ich in fünf Jahren darüber denke. Manchmal wundere ich mich aber schon, was man sich als freiwillig kinderloser Mensch anhören muß - beispielsweise, daß man mit schuld sei am Zusammenbruch des Sozialsystems. Ich bekomme doch keinen Nachwuchs, um die Renten zu sichern! Und daß Kinder im Alter eine Stütze sind, stimmt höchstens noch in ländlichen Gemeinschaften. Nein, jeder sollte für sich selbst Verantwortung übernehmen."
Christine Meier, 31, Hörfunkredakteurin. Lebt in einer festen Beziehung: "Seit kurzem habe ich meinen Traumjob als Kulturredakteurin. Aber bis dahin war es ein weiter Weg: Abitur, zwei Jahre Arbeit, Ausland, Studium, Volontariat, freie Mitarbeit. Lange habe ich eine Wochenendbeziehung geführt, und jetzt pendle ich zwischen zwei Sendern in Hamburg und Nürnberg, wo mein Freund lebt. Endlich habe ich mehr Zeit für die Partnerschaft - da wäre es doch schade, das nicht zu genießen. In zwei oder drei Jahren wünschen wir uns schon ein Baby - als Journalistin kann ich ja gut in Teilzeit arbeiten. Ein Privileg. Andere Länder sind da weiter: Ich hatte einmal eine französische Arbeitskollegin, deren anderthalb Jahre altes Kind die Woche über beim Vater oder in der französischen Kinderkrippe war. Nur am Wochenende hat sie es gesehen. Wenn Deutsche das hörten, reagierten sie oft ganz entsetzt - dabei ist in Frankreich Ganztagsbetreuung für Kleinkinder völlig normal. Und die Franzosen sind deshalb auch kein Volk von frühgestörten Neurotikern. Ich glaube, in diesem Punkt sollten wir Deutschen umdenken. Dann bekämen auch wieder mehr Frauen Kinder."
Heike Prange, 38, Illustratorin. Single: "Ich habe mich nie bewußt gegen Kinder entschieden. Es hat sich einfach nicht ergeben. Sicher gab es Männer, mit denen ich mir das hätte vorstellen können. Aber die Beziehungen hielten nie so lange, daß das Thema hätte akut werden können. Wenn ich stolze Mütter und glückliche Kinder sehe, bin ich schon manchmal neidisch auf diese Sahnetortenmomente. Aber wenn ich mir vorstelle, alleinerziehend zu sein - das wäre mein finanzieller Ruin. Der Staat unterstützt zwar Schwangere und Mütter von Säuglingen, aber danach wird's zappenduster. Wenn ich überlege, was das alles kostet: Klassenreisen, Computer, Kleidung - ich möchte meinem Kind ja auch etwas bieten können! Außerdem ist das Klima in Deutschland alles andere als kinderfreundlich. Das habe ich auf Reisen gemerkt: Schweden ist zum Beispiel viel familienorientierter. Da kann man mit Babys in jedes Restaurant gehen, in öffentlichen Gebäuden gibt es Platz zum Wickeln und Vorrichtungen, um Fläschchen zu erhitzen. Deutschland fehlt es einfach an Wärme und Herzlichkeit. Trotzdem, manchmal wünsche ich mir, einen Mann kennenzulernen, der schon ein Kind hat. Ich glaube, in der Rolle als Ersatz- oder Zweitmami würde ich voll aufgehen."
Wiebke Lorenz, 32, Schriftstellerin ("Was? Wäre? Wenn?"). Single: "Ja, ich wünsche mir Kinder - aber nicht mit irgend jemandem. Und bisher habe ich einfach noch nicht den Partner gefunden. Schließlich bedeutet Familie auch eine große Verantwortung, und ich finde, die Grundlage dafür ist eine stabile, harmonische Beziehung. Ich glaube, einige Frauen jenseits der 30 denken: "Egal, ob ich mir mit dem Mann eine Zukunft vorstellen kann, ich möchte jetzt Kinder." Auf so eine Idee käme ich nie, das ist Egoismus pur. Obwohl auch eine glückliche Partnerschaft zerbrechen kann. Aber Kinder als Selbstzweck oder um eine Beziehung zu kitten - nein danke. Deshalb sind meine Romane meine "Babys". Und weil ich mit meiner ganzen Familie in einem Haus wohne, kümmere ich mich oft um meine Nichten Kira, 3, und Tessa, 1. Zum Üben ist das wunderbar! Und sollte ich selbst - obwohl ich es mir wünsche - keine eigenen Kinder bekommen, bin ich eben eine super Tante, die ihren Nichten viel zuviel durchgehen läßt."
Ilka Wocke, 42, Event-Managerin. Verheiratet: "Für mich stand schon mit Anfang 30 fest: Ich werde kein Kind bekommen, um es dann von jemand anderem erziehen zu lassen. Karriere und Kind funktioniert meiner Meinung nach einfach nicht. Und da ich schon immer gern gearbeitet habe, oft zehn bis zwölf Stunden, war für mich und meinen Mann klar: lieber keine Kinder. Oft hört man ja, das sei egoistisch. Ich finde, beides ist purer Egoismus. Entweder ich bestimme: Ich bekomme ein Kind und habe mir sehr viel Gedanken darüber gemacht (was die wenigsten meiner Meinung nach tun). Oder ich bestimme, daß es für mich besser ist, kein Kind in die Welt zu setzen. Natürlich weiß ich nicht, welche Erfüllung es vielleicht gewesen wäre, Mutter zu sein. Aber ich habe nicht das Gefühl, irgend etwas zu verpassen. Im Gegenteil, wenn ich abends nach Hause komme, bin ich froh, mir den Luxus leisten zu können, mich nur um mich und meinen Mann zu kümmern."
Nina Feltz, 33, Sportwissenschaftlerin. Single: "In den letzten Jahren habe ich den Eindruck, daß die Fronten zwischen Familien und Kinderlosen sich verhärten. Jede Gruppe beharrt auf ihrem Standpunkt, jede glaubt, das allein selig machende Leben zu leben. Das kann ganz schön belastend sein. Zum Beispiel in Frauenfreundschaften, wenn eine Mutter wird und die andere nicht. Ich selbst kann mir gut vorstellen, ein Baby zu bekommen, aber nicht jetzt, wo ich voll mit meiner Doktorarbeit beschäftigt bin. Außerdem fehlt mir der richtige Partner. In meiner letzten Beziehung war die Kinderfrage ein Thema. Aber wenn ich damals schwanger geworden wäre, hätte ich meine berufliche Laufbahn knicken können. Mein Freund war beruflich sehr eingespannt und hätte sich wohl nicht einschränken wollen. Also mein Leben komplett ändern für ein Kind? So stelle ich mir das nicht vor - eher, daß ich eine Begleitung bin für das Kind und das Kind für mich. Mal sehen, was in den nächsten Jahren passiert. Wenn mein Kinderwunsch sehr stark wird, werde ich wohl auch größere Kompromisse bei der Partnersuche eingehen."
Artikel erschienen am 23. Januar 2005
gesamter Thread:
- "In Deutschland kriegen die Falschen die Kinder" -
Andreas,
23.01.2005, 14:20
- ... und was das für Folgen hat, sieht man in GB -
stiller Mitleser ;-),
23.01.2005, 16:02
- Statistiken - Leser, 24.01.2005, 15:48
- Re: "In Deutschland kriegen die Falschen die Kinder" - Nikos, 23.01.2005, 16:59
- Es zählt scheinbar nur was die Frauen wollen. Die Männer spielen keine Rolle ... -
Sven,
23.01.2005, 17:20
- Was haben Männer mit Kinder kriegen zu tun ? -
Sven,
23.01.2005, 17:28
- Re: Was haben Männer mit Kinder kriegen zu tun ? - Ferdi, 23.01.2005, 17:45
- Re: Was haben Männer mit Kinder kriegen zu tun ? -
Odin,
23.01.2005, 21:22
- Re: Was haben Männer mit Kinder kriegen zu tun ? - Max, 23.01.2005, 22:57
- Was haben Männer mit Kinder kriegen zu tun ? -
Sven,
23.01.2005, 17:28
- Re: "In Deutschland kriegen die Falschen die Kinder" -
Rüdiger,
23.01.2005, 18:19
- Re: "In Deutschland kriegen die Falschen die Kinder" - Scipio Africanus, 25.01.2005, 15:49
- ... und was das für Folgen hat, sieht man in GB -
stiller Mitleser ;-),
23.01.2005, 16:02