Re: FDP zu Vaterschaftstests
Als Antwort auf: FDP zu Vaterschaftstests von ein weiterer Andreas am 10. Januar 2005 13:26:56:
die FDP hate sich hinter Frau Zypries gestellt!
To: sibylle.laurischk@bundestag.de sibylle.laurischk@wk.bundestag.de pressestelle@fdp-bundestag.de
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Sibylle Laurischk,
ich möchte Ihnen spontan mitteilen, daß ich Ihre Pressemitteilung vom
4.1.2005 zum Thema Familienpolitik "Vaterschaftstest ohne Heimlichkeit"
als geschlechts-parteiisch, ja geradezu sexistisch und einer
liberalen Partei unwürdig empfinde!
Nicht nur daß Sie unhinterfragt/unwidersprochen von einem Modell ausgehen,
das Kinder "naturgemäß" den Müttern zuordnet, wie scheinbar auch alle
das Kindeswohl/Sorgerecht betreffende Entscheidungen, nein, Sie stellen
hier meines Erachtens implizit und letztendlich die Bedeutung der
mütterlichen Entscheidung über die väterliche Entscheidung (der Vater, das
ist der Mann ja i.d.R. bis dahin).
Denn man muß sich vor Augen führen, daß das genetische Material der Mutter
gar nicht direkt von einem solchen Abstammungstest betroffen ist, und man
angesichts der permanenten Fremdbestimmung eines Kindes durch die es
Betreuenden, es nur als vorgeschoben betrachten kann, von einem "ihre (der
Kinder - JK) Kenntnis der Verwendung ihres genetischen Materials muss
Vorrang haben" zu sprechen!
Dieser Müttervorbehalt mag zwar tief in unserem kollektiven
Unterbewußtsein verankert sein, aber ist hier angesichts dessen, daß eben
die Mutter in einem solchen Falle ja die Wahrheit schon erfolgreich
unterdrückt hat, wieder einmal nicht angemessen.
Weiterhin ist es enttäuschend und für mich und nicht vereinbar mit einem
liberalen Menschenbild, daß die Entscheidung über die "verlässliche
Familiensituation" der betroffenen Kindern hier gleichsam vorweg genommen
wird und nicht einem mündigen und mit allen nötigen Informationen für
seine Entscheidung ausgestattetem Individuum überlassen wird, das nach
einem Testergebnis immer noch entscheiden kann.
Im übrigen kann ich die Verwendung der Phrase "verunsicherten Müttern und
Kindern" (Warum sollten Mütter das sein?) nur als emotional gefärbt - wenn
nicht gar manipulierend - bewerten, ebenso wie es für mich nicht
nachvollziehbar ist, zuerst den "Vertrauensschutz der betroffenen Kinder
auf eine verlässliche Familiensituation" hochzuhalten, um dann
anschließend auf einen gerichtlich angeordneten - sehr viel
beziehungs-zerstörerischen - Abstammungstest zu verweisen.
In diesem Zusammenhang kann auch Ihre Aussage, der testwillige Vater
müsse sich dann eben vor Testbeauftragung über die familiären Konsequenzen
im Klaren sein, nur wie Hohn wirken, für jemanden, der wirklich an einer
verläßlichen Familiensituation interessiert ist.
Wenn Sie schon emotional argumentieren, dann wäre ein wenig mehr
argumentative Konsistenz in diesem Punkt angemessen.
Mit freundlichen Grüßen,
JehKeh
gesamter Thread:
- FDP zu Vaterschaftstests -
ein weiterer Andreas,
10.01.2005, 15:26
- Re: FDP zu Vaterschaftstests -
JehKeh,
10.01.2005, 17:18
- hervorragend (oT) - ein weiterer Andreas, 10.01.2005, 17:29
- Re: FDP zu Vaterschaftstests -
reinecke54,
10.01.2005, 19:24
- In der FDP sitzt der Initiator - FAKTEN - Buchhalter, 10.01.2005, 20:30
- Re: FDP zu Vaterschaftstests -
Odin,
10.01.2005, 23:50
- Re: FDP zu Vaterschaftstests -
Ferdi,
11.01.2005, 00:03
- Re: FDP zu Vaterschaftstests - Odin, 11.01.2005, 01:24
- Re: FDP zu Vaterschaftstests - reinecke54, 11.01.2005, 11:04
- Re: FDP zu Vaterschaftstests -
Ferdi,
11.01.2005, 00:03
- Re: FDP zu Vaterschaftstests -
JehKeh,
10.01.2005, 17:18